Tierhilfe in der Dominikanischen Republik - für ein besseres Miteinander zwischen Mensch und Tier
Infos für Touristen
Die Dominikanische Republik ist zu Recht ein beliebtes Reiseziel. Oft sieht der Tourist während seines Urlaubs nur die Sonnenseiten des Landes – das sei ihm auch gegönnt – aber wir möchten doch auf ein paar Missstände hinweisen, damit der Tourist keine “Fehler” im Sinne des Tierschutzes begeht und seinen Urlaub mit besten Gewissen genießen kann.
Hunde
Die Hunde der Dominikanischen Republik gehören zu den freundlichsten ihrer Art. Sie leben sehr sozial und es kommt kaum zu Aggressionen untereinander. Viele der Straßen- und Strandhunde freunden sich schnell mit den Touristen an, gehen mit ihnen spazieren oder bewachen ihre Liegen am Strand.
So bekomme ich oft eMails mit Inhalten wie:
“Wir
haben unseren Urlaub in der Dominikanischen Republik in ... im Hotel
... verbracht.
Fast
jeden Tag war dort ein weiblicher Strandhund unterwegs, zu dem wir
schon nach ein paar Tagen einen großen Bezug hatten. Zunächst war
sie sehr schüchtern und ängstlich, doch schon nach ein paar Tagen,
in denen wir sie regelmäßig fütterten und mit ihr spielten, wurde
sie sehr zutraulich und hat uns teilweise sogar schon "gesucht",
wie andere Urlauber uns berichtet haben.
Da
sie uns in den paar Tagen schon sehr ans Herz gewachsen ist, haben
wir sogar ernsthaft überlegt, sie nach Deutschland mitzunehmen.
Zumal wir das Gefühl hatten, dass ihr der Bezug zu einem "Herrchen"
oder "Frauchen" wirklich fehlt und sie richtig aufgeblüht
ist, wenn wir mit ihr gespielt haben. Die letzte Zeit ist sie uns
sogar immer bis zum Hotelzimmer gefolgt.”
Jetzt würde natürlich jeder
tierliebende Mensch denken: “Ja, so ist das richtig, der Hund muss
gefüttert werden und braucht Ansprache und es ist doch nett während
seines Aufenthaltes dem Hund ein Zuhause im Hotel zu bieten.”
Leider weit gefehlt!!!
Die
Mitnahme eines Hundes in das Hotel oder manchmal sogar nur an den
Hotel eigenen Strand bedeutet für das Tier oft das Todesurteil!
Es gibt fast keine großen Hotelanlagen, welche Strand-/Straßenhunde
im Hotel dulden. Oft drücken sie ein Auge zu, wenn Touristen die
Hunde mitbringen, aber nach deren Abreise wird der Hund meistens
sofort vergiftet. Da auch in der Dominikanischen Republik der
Tourismus von außen zurück gegangen ist, sind die Hotels auf
dominikanische Gäste z.B. aus Santo Domingo angewiesen, das ist
nämlich die Haupteinnahmequelle. Leider werden die Streuner von fast
keinem Dominikaner in dessen Nähe geduldet (oft aus Angst vor
ansteckenden Krankheiten oder aus Ekel) – so eben auch nicht in den
Hotels...
Ich verurteile diese grausamen Vergiftungsaktionen zu tiefst und kämpfe ständig dagegen an (was mir schon die ein oder andere Bedrohung mit einer Waffe des Sicherheitsdienstes im Hotel eingebracht hat...), aber andererseits ist es eben nicht möglich alle Hunde, die von Touristen in die Hotels mitgebracht werden, auch dort zu behalten.
Daher hier nun einige Tipps:
- Erkundigt Euch vor Eurer Buchung in welchen Hotel schon Vergiftungen statt gefunden haben (z.B. in Foren wie HolidayCheck etc.), meidet Hotels in denen Tiere vergiftet wurde.
- Solltet Ihr während Eures Urlaubs eine Vergiftungsaktion bemerken, dokumentiert dieses mit Fotos und meldet den Fall bei Eurem Reiseveranstalter in Europa, da die angestellten Reiseleiter hier vor Ort, aus Angst ihren Job zu verlieren, meistens nichts unternehmen... Sammelt Unterschriften von anderen Touristen in Eurem Hotel und schickt diese mit an den Reiseveranstalter. Weist in den Hotelbewertungsforen darauf hin, dass in diesem Hotel vergiftet wird. Nur wenn der Druck von außen groß genug ist und dem Hotel finanzielle Einbußen drohen, kann sich etwas ändern.
- Wenn Ihr Euch mit Hunden anfreundet, dann geht mit ihnen weit weg von der Hotelanlage.
- Füttern ist völlig in Ordnung, aber auch dies nur weit weg von der Hotelanlage.
- Sollten Euch die Hunde zum Hotel folgen, dann scheucht sie weg – auch wenn Euch das schwer fällt – oder lenkt sie ab, indem Ihr Futter auslegt und während der Hund frisst weggeht.
- Informiert und erklärt auch anderen Touristen in Eurem Hotel, warum keine Hunde mit in die Anlage gebracht werden sollten.
- Wenn Ihr den Tieren während Eures Aufenthaltes helfen wollt, dann nehmt Entwurmungen und Spot-On-Produkte gegen Flöhe und Zecken mit und versorgt die Tiere damit.
- Wer noch mehr tun will, kann sich vorab bei mir erkundigen, ob es in der Nähe seines Hotels einen guten Tierarzt gibt, bei dem Ihr dann während Eures Aufenthaltes den ein oder anderen Straßen-/Strandhund auf Eure Kosten kastrieren lasst – damit verhelft Ihr nicht nur dem einzelnen Tier zu einer viel besseren Lebensqualität, Ihr tragt tragt somit auch sehr zum Tierschutz in der Dominikanischen Republik bei.
Das Thema Ausreise nach Europa mit
einem dominikanischen Hund ist sehr schwierig...
Der Transport bedarf einer langen
Vorbereitungszeit, denn der Hund musst zuerst 2 x entwurmt werden (im
Abstand von 3 Wochen), danach erfolgt die Impfung gegen
Parvovirose/Staupe/Hepatitis/Zwingerhusten/Leptospirose mit einer so
genannten 6-fach-Kombi-Impfung. Diese Impfung muss innerhalb von 3
bis 6 Wochen wiederholt werden (Booster) um sicher zu stellen, dass
der Impfschutz optimal aufgebaut ist. Danach muss man nochmals mind.
3 Wochen warten um die nächste Impfung gegen Tollwut zu geben.
Frühestens 30 Tage nach der
Tollwutimpfung kann dann Blut abgenommen werden und dieses Blut muss
per Luftexpresspost in ein hier und in Europa anerkanntest Labor nach
Europa oder den USA geschickt werden, um den Tollwutantikörpertest
durchzuführen. Bis die Ergebnisse vorliegen dauert es dann auch noch
mal zwischen 3 und 6 Wochen. Sollte der Test negativ sein, muss die
ganze Prozedur wiederholt werden...
Für eine Ausfuhr muss dem Hund dann
noch einen Kennungschip implantiert werden und er braucht zusätzlich
zu dem Tollwuttest ein aktuelles Gesundheitszeugnis eines hiesigen
Tierarztes.
Man muss also mit ca. 6 Monaten
Vorbereitungszeit rechnen und die Kosten belaufen sich auf ca.
1.000,- Euro, zusätzlich kommt dann noch die Anschaffung einer
Flugbox (ca. 100,- Euro) und der Flug dazu (Preis je nach Gewicht und
Fluglinie unterschiedlich aber ca. um die 150,- bis 350,- Euro).
Außerdem sollte in den 6 Monaten Vorbereitungszeit der Hund besser
bei einer Pflegestelle untergebracht sein um den Impfplan auch
zeitgerecht einzuhalten und den Hund unter Kontrolle zu haben, damit
er am Ende nicht “verschwunden” ist – Kosten hierfür ca.
1.500,- Euro.
Da ein Hund nicht “unbegleitet”
nach Europa einreisen darf, muss entweder der neue Besitzer ihn
abholen kommen oder einen Flugpaten organisieren.
Da eine unkastrierte Hündin hier bis
zu 3 x im Jahr werfen kann, sollte man sie also dringend kastrieren
lassen (sonst würde auch keine Pflegestelle den Hund aufnehmen!) –
Kosten hierfür bei einem guten Tierarzt zum “Normalpreis” sind
100,- Euro. Macht summa summarum ca. 2.900,- Euro.
Ich möchte nicht, dass Ihr mich falsch versteht, denn jeder Hund ist einzigartig und etwas ganz besonderes – da ich tagtäglich mit diesen süßen Hunden arbeite, weiß ich was “Liebe auf den ersten Blick” hier heißt... Allerdings könnten z.B. wir mit der Asociación Amigos de Lucky für die 2.900,- Euro ca. 100 Straßen-/Strandhündinnen kastrieren und damit hier im Land eine langfristige Überpopulation vermeiden und diesen 100 Hündinnen ein sehr viel besseres Leben in ihrem natürlichen Umfeld ermöglichen. Und meint Ihr nicht auch, dass es in Deutschland viele tolle Hunde in den Tierheimen und Pflegestellen gibt, die auch eine Chance auf ein neues Leben haben sollten???
Zusätzlich ist die Umstellung für einen dominikanischen Hund nach Deutschland nicht einfach. Da wäre einerseits die Klimaumstellung, anderseits leben hier die Hunde sehr frei. Sie sind sehr sozial und haben immer Artgenossen um sich, kennen keinen Leinezwang und haben anfänglich sogar höchste Panik ein Halsband umgelegt zu bekommen. Sie kennen es nicht alleine eingesperrt in einer Wohnung zu sein, weil Ihr Besitzer arbeiten muss.
Katzen
Viele Touristen werden sich wundern,
warum es hier – zum Beispiel im Vergleich zu europäischen
Urlaubsorten – so wenig Katzen gibt. Das liegt daran, dass Katzen
bis vor kurzen für einige Dominikaner noch auf dem Speiseplan
standen... Ja, das finden wir Tierfreunde ganz schrecklich,
andererseits werden Inder auch nie verstehen warum wir Kühe essen,
die bei ihnen heilig sind. So hat eben jeder Kulturkreis eine andere
Auffassung von Nahrungsmitteln – dagegen lässt sich eigentlich
auch nichts sagen.
Langsam werden Katzen nun aber auch in
der Dominikanischen Republik als Haustier gehalten, zu mal die
Dominikaner entdeckt haben, dass sie gute Rattenfänger sind. So
kastrieren wir in letzter Zeit auch immer mehr weibliche Katzen, um
einer Überpopulation von Beginn an entgegen zu wirken.
Für Katzen gilt das gleiche wie für
Hunde – bitte nehmt sie nicht mit in die Hotelanlagen – wer weiß
sonst, was mit ihnen passiert...
Pferde
Wenn Ihr einen Ausflug mit Pferden plant, schaut Euch die Tiere vor Buchung des Ausfluges an! Achtet bitte auf folgendes:
- das Pferd befindet sich in einem gut genährten und gepflegten Zustand
- die Hufe sind in Ordnung (nicht zu lang oder mit Bruchstellen, sollte das Pferd Hufeisen haben, dass diese auch richtig sitzen)
- das Pferd hat keinerlei Verletzungen (um dies zu kontrollieren bitte das Pferd auch ohne Sattel begutachten, oft haben die Tiere hier offene Rücken, was mit dem Sattel gerne verheimlicht wird!)
- wie sehen Sattel und Zaumzeug aus – oft werden hier Sättel benutzt, die aus Drahtgestellen mit getrockneten Zuckerrohr-/Palmenfasern umwickelt sind, diese bieten keinerlei Schutz für den Pferderücken und werden meist mit einschneidenden Stricken festgebunden
- wie groß ist das Pferd – meist gibt es hier nur kleine Pferde die ein Gewicht bis max. 90 kg tragen können
- überprüft ob das Pferd Wasser bekommt – darauf wird hier oft verzichtet
- hat das Pferd, während es auf seine “Arbeit” wartet, die Möglichkeit im Schatten zu stehen
Sollte auch nur ein Punkt nicht erfüllt sein, verzichtet auf den Ausflug und meldet auch dies Eurem Reiseveranstalter. Wenn alles im Sinne des Tierschutzes in Ordnung ist, dann denkt bitte nur daran möglichst während der mittaglichen Hitze auf einen Ausritt zu verzichten, sondern eher die noch kühleren Morgen- oder Nachmittagsstunden zu nutzen. Auch für Euch ist das viel angenehmer...
Hummer/Lobster/Langusten
Für die Tiere gilt eine gesetzliche Schonzeit – zwischen April und Juli dürfen sie nicht gefangen und zum Verzehr angeboten werden. Viele Hotels/Restaurants setzten sich einfach über die Schonzeit hinweg. Boykottiert diese Missachtung und meldet auch dies dem Reiseveranstalter! Informiert auch andere Touristen über die Schonzeit.
Walbeobachtungen
Die Buckelwale in der Bucht von Samana
ziehen jährlich zwischen Januar und März zahlreiche Touristen an.
Es ist wirklich ein atemberaubendes Naturerlebnis diese friedlichen
Kolosse zu beobachten. Achtet bitte darauf, dass Ihr Ausflüge nur
mit lizenzierten Schiffen macht (fragt nach uns lasst Euch die Lizenz
zeigen!).
Für die Bucht von Samana wurden Regeln
aufgestellt, die den Schutz der Wale sicherstellen sollen. So dürfen
sich maximal ein großes zwei kleine Boote gleichzeitig in der Nähe
der Wale befinden. Von ausgewachsenen Walen muss ein Mindestabstand
von 50 Metern und von Wal-Kälbern ein Mindestabstand von 80 Metern
eingehalten werden. Ein Beobachtungsboot darf sich nicht länger als
30 Minuten in einer Gruppe von Walen aufhalten. Die
Fahrtgeschwindigkeit der Boote darf 5 Knoten nicht übersteigen. Das
Schwimmen mit Walen ist nicht gestattet (siehe
http://www.whalesamana.com/regulations.html). Achtet bitte darauf,
dass Euer Ausflugsboot diese Regeln einhält!!!
Ocean World Adventure Park Cofresi/Puerto Plata
Verzichtet auf den Besuch – solch eine Einrichtung bedarf keinen Kommentars...
Fotos mit Papageien und anderen Tieren
Es gibt immer wieder Angebote sich (für teuer Geld...) mit Papageien und anderen Tieren fotografieren zu lassen. Verzichtet bitte darauf.
Schnorcheln und Tauchen
Umweltbewusst zu tauchen und zu schnorcheln bedeutet, sich wie ein guter Gast in einer fremden Wohnung zu verhalten: nichts kaputt zu machen, die Bewohner nicht anzugreifen oder in ihrem Leben zu stören. Bestimmungen zum Arten- und Naturschutz sollten Euch als Taucher/Schnorchler heilig sein. Respektiert das Leben am und im Gewässer: Meidet Nistplätze genauso wie Ruhe- und Laichplätze von Tieren.
Hochseefischen
Wenn Ihr unbedingt zum Hochseefischen gehen wollt, dann fangt bitte nur so viel Fische, wie Ihr selber verzehren werdet. Die Fische nur als “Sport” zu fangen und sich dann mit dieser Trophäe fotografieren zu lassen, lässt sich in keinster Weise mit dem Tierschutz vereinbaren.
Schlangen/Vogelspinnen/Skorpione
Ja, es gibt sie – Nein, sie sind NICHT GIFTIG!
Es gibt drei sehr verbreitete Schlangenarten (obwohl sie auch schon vom Aussterben bedroht sind!)
- Culebra Verde – das sind kleine, lange, dünne, grüne Baumschlangen
- Boa Hispaniola – eine wunderschöne, regenbogenfarbige Würgeschlange – es heißt sie werden nur bis zu 2 Meter lang, aber auf unserem Grundstück lebt (natürlich frei!!!) seit Jahren ein Exemplar, welches nun auf stolze 3 Meter gewachsen ist... Vielleicht liegt das daran, das die armen Schlangen meistens sofort getötet werden wenn man sie erblickt, und es bisher kein Exemplar von ihnen es geschafft hat, zu voller Größe heran zu wachsen. Wir haben viele dieser Schlangen auf unserem Grundstück, da wir sie in unserer Umgebung dulden und ihnen keine Gefahr droht. Sie sind aber so scheu, dass man schon wirklich Glück haben muss sie zu beobachten.
- schwarze Erdschlange – nicht sehr groß und auch sehr scheu, halten sich oft unter Steinen auf
Die hiesigen Vogelspinnen sind absolut harmlos. Mein Mann ist im Dunkeln aus Versehen mal auf eine getreten und wurde von ihr gebissen – man kann es ihr nicht verdenken – was nicht schlimmer war als ein Wespenstich.
Skorpione – die meisten Skorpione sind keine “echten”, sie sehen nur dem Skorpion sehr ähnlich uns sind auch harmlos.
Souvenirs
Leider gibt es hier noch immer Souvenirs, die gegen den Artenschutz verstoßen. Bitte informiert Euch vor Eurem Urlaub darüber (z.B. unter http://www.artenschutz-online.de).
Bitte denkt immer daran, dass die wunderschöne Flora und Fauna der Dominikanischen Republik geschützt werden sollte. Verhaltet Euch im Sinne dieses Schutzes und weist andere Touristen darauf hin, sollten diese dagegen (auch unwissendlich) verstoßen. Denn unser Motto ist: Tierschutz in der Dominikanischen Republik - für ein besseres Miteinander zwischen Mensch und Tier!
Solltet Ihr Fragen haben, stehe ich Euch gerne zur Verfügung.
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit und
Mithilfe
Eure Miriam