Tierhilfe in der Dominikanischen Republik - für ein besseres Miteinander zwischen Mensch und Tier
Wenn Wunder so einfach sind...
Liebe Freunde, Spender und Helfer – kurz: liebe Amigos-de-Lucky-Familie!
Gemeinsam haben wir geholfen, gemeinsam haben wir vielen Tieren ein besseres Leben gegeben und Leben gerettet, gemeinsam haben wir das ein oder andere kleine “Wunder” vollbracht...
Zuerst wie immer die Zahlen und Fakten der Kastrations-Kampage vom Februar 2012:
- 256 Tiere kastriert (in 12 Arbeitstagen) – davon waren es 132 Hündinnen, 46 Rüden, 54 Katzen, 24 Kater – wie immer wurden alle Tiere auch gegen Parasiten behandelt
- 173 Welpen wurde ein qualvolles Leben auf der Straße erspart, welches meist schon in den ersten Monaten dann doch tödlich endet
- 7 weitere Operationen wie Augenentfernungen, Bein-/Nabelbrüche u.ä.
- 51 weitere Konsultationen/medizinische Behandlungen
- 5 Hunde wurden erfolgreich mit einer Chemotherapie gegen das Sticker-Sarkom (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Sticker-Sarkom) behandelt
- 11 herrenlose Tiere konnten an neue Besitzer vermittelt werden
- 1024 gefahrene Kilometer
- 2 zusätzliche Autos samt ihren tollen Helfern, die Patienten abgeholt und zurück gebracht haben
- 42 Waschmaschinenladungen mit Handtüchern, Decken, OP-Hemden usw. – ohne meine zuverlässige Miele-Waschmaschine wäre ich echt aufgeschmissen!
- 4 leckere Mittagessen, die von Helfern mit viel Liebe zubereitet wurden
- 2 wunderbare Abendessen, zu denen wir von den Restaurant-Besitzern eingeladen wurden (La Terrasse und Hotel Coyamar)
- 1 ganz entspannter freier Tag für Tierärztin Nina im Hotel Madrugada, der von der Eigentümerin gesponsert wurde
- 12 kg insgesamt an Körpergewicht verloren (Buschi, Nina und ich), was wir aber alle schon wieder drauf haben... ;-)
- 1 kaputter Krankenwagen (nämlich unserer...) der von einem LKW-Fahrer “übersehen” wurde...
- 0 Beißvorfälle!
Sanchez, oder wenn die Pelikane über unsere Köpfe zogen...
Im armen Fischerdörfchen Sanchez (25 km von Las Terrenas über eine kurvenreiche Bergstraße entfernt) schlugen wir unser OP-Zelt direkt am (leider sehr dreckigen) Strand des kleine Hafens auf. Strandhündin Mariposa fand das klasse und so schlief sie vom ersten Tag an nachts bei uns im Zelt. Fünf Tage hatten wir alle Hände voll zu tun: viele Besitzer brachten ihre Hunde und Katzen, die wilden Strandkatzen konnten wir mit Fallen fangen und auch die herrenlosen Strandhunde wurden von uns kastriert, allen voran Mariopsa und natürlich auch Negrita, deren Foto Ihr ja vom Spendenbarometer kennt. Keiner ihrer Welpen hatte überlebt – für Negrita bestimmt ein traumatisches Erlebnis – was uns nur wieder zeigte, wie wichtig die Kastrationen sind!!!
Morgens wurden wir von den Strandhunden freudig begrüßt, wussten sie doch, dass sie alle mehre Mahlzeiten von uns bekamen, damit sie die Operationen gut wegstecken und schnell zu Kräften kommen konnten. Aber nicht nur Hunde und Katzen waren ständig um uns, auch Pelikane, Reiher und Fregattvögel tummelten sich um unser Zelt – ein absolut besonderes Erlebnis.
Leider gab es auch Schwierigkeiten in Sanchez. Da waren zu einem die Besitzer der Hunde – gottesgläubige (katholische) Fischerfamilien – für die eine Kastration ihrer trächtigen Tiere nicht in Frage kam. Ich respektiere jede Glaubensrichtung, allerdings wenn der Glaube die Tiere leiden lässt, kann ich das nicht akzeptieren. Denn wo schon kein Futter für die Mutterhündin da ist, wie sollen dann die Welpen überleben??? Die Gefahr, dass diese Welpen qualvoll verhungern oder vergiftet, ausgesetzt und überfahren werden ist so groß, dass ich genügend Argumente fand, das Gott dies nicht gewollt haben könnte. Bei ganz hartnäckigen Fällen fielen mir dann “medizinische” Gründe ein, so dass am Ende die Besitzer beruhigt waren und einer Kastration zustimmten, zumal genau diese Hündinnen mit 8 bis 12 Embryos trächtig waren. Ich denke, Gott wird mir verzeihen...
Das andere Problem war noch größer – die Straßenhunde in Sanchez führen ein hartes Leben, was meist nur aus Schlägen und anderen schlechten Erfahrungen mit den Menschen besteht. Um zu Überleben trauen sie niemanden, lassen sich nicht anfassen, denn das könnte ihren Tod bedeuten und “Gringos” (also uns weißhäutige) kennen sie gar nicht. Selbst mit Futter und gutem Zureden konnten wir sie nicht näher als zwei Meter an uns heranlocken, keine Chance sie so zu fangen... Und selbst wenn einige der Hunde Besitzer hatten, von ihnen gab es keinerlei Hilfe, denn sie wollten ihre Tiere nicht anfassen. Ich selber hatte mich bei Kettenhund Rambo in eine brenzlige Situation gebracht, denn vom Besitzer kam zwar die Genehmigung den armen Kerl zu kastrieren, aber ich musste ihn von der Kette abmachen und ihn zu Fuß zum OP-Zelt bringen. Das machte Rambo (ein recht großer und kräftiger Hund...) sehr nervös – schließlich kennt er nur seinen Platz an der Kette – und aus Angst biss er um sich. Buschi, Tobias und unserer Arbeiter Jackie, konnten ihn dann schließlich mit einer dicken Decke über den Kopf überwältigen und ihn in Narkose legen. Demnächst werde ich kontrollieren, ob der Besitzer sein Versprechen gehalten hat, jetzt wo er kastriert ist, Rambo von der Kette zu lassen.
Trotz der schwierigen Bedingungen – auch der Hitze im OP-Zelt – waren wir in Sanchez sehr erfolgreich, denn 100 Tiere (84 davon weiblich) konnten kastriert werden und viele weitere entwurmt, medizinisch behandelt usw. Wir werden wiederkommen, denn das Elend dort ist so groß und die Anzahl der Tiere so hoch, dass sie dringend unsere Hilfe benötigen.
Las Terrenas, oder was sich durch unsere Arbeit alles positiv verändert hat...
Als ich hier mit meiner Arbeit anfing, hatte ich oft das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen. Zwar konnte ich dem einzelnen Tier durch die Kastration ein besseres Leben ermöglichen, aber um in den Köpfen der Menschen etwas zu ändern – und damit auf Dauer eine tierfreundlichere Umgebung zu schaffen – war der Anfang sehr schwer. Noch vor zwei Jahren, wenn ich ein frisch operiertes Tier zum Besitzer zurück brachte, gab es lange Diskussionen, den Hund doch wenigstens auf der Terrasse liegen zu lassen, damit er ein trockenes uns sauberes Plätzchen nach der OP hat. Und heute? Da komme ich mit dem Tier auf dem Arm ins (!!!) Haus, dort liegen Decke und Kopfkissen (!!!) als Krankenlager bereit, der Patient wird von der gesamten Familie freudig begrüßt und gestreichelt und mir laufen vor Rührung die Freudentränen über das Gesicht.
Früher war die Situation in Las Terrenas nicht anders als in Sanchez oder im Rest des Landes, heute dürften wir 80% der weiblichen Tiere in Las Terrenas kastriert haben und das zeigt sich überall sehr deutlich. Tiere sind Familienmitglieder geworden, denn nach der Kastration und den medizinischen Behandlungen werden sie gesünder und “schöner”, sie haben eine höhere Lebenserwartung und somit wird nicht ständig ein neues Tier angeschafft und es kommt zu einer engeren Bindung.
Am Anfang wurde ich – gerade von den hier lebenden Europäern – belächelt, denn ich würde hier NIE etwas ändern. Wie schön, dass sie Unrecht hatten... Und wenn ich Hunde sehe, die weit älter sind als 10 Jahre, die unzähligen Straßentiere die jetzt ein Zuhause haben, die vielen Hunde mit gelben Ohrmarken die gesund und richtig dick sind, Dominikaner die ihr Mittagessen mit genau diesen Tieren teilen, Autos und Motorräder, die nicht mehr auf das Tier zuhalten sondern ausweichen, Besitzer die mit ihren Hunden am Strand ausgelassen toben, die sich über Entwurmung und Futter ihrer Tiere Gedanken machen, Halsbänder und Hundebetten an unserem Markstand kaufen, wo früher jeder wegschaute, wenn er ein krankes, dünnes Tier auf der Straße sah (denn das war die Regel) und wir heute gleich mehrere Anrufe (gerade auch von Dominikanern) bekommen, mit der Bitte diesem Tier zu helfen, dann kann ich Euch versichern: Eure großzügigen Spenden und all unsere Arbeit haben sich zu 100% gelohnt. Heute ist unser Motto “Für ein besseres Miteinander zwischen Mensch und Tier” kein frommer Wunsch mehr, sondern eine wunderbare Realität!
Nachdem wir sieben Tage in Las Terrenas gearbeitet hatten (156 Kastrationen), fanden wir kaum mehr ein unkastriertes Tier auf der Straße. Wir werden weiter machen, damit dieser Zustand erhalten bleibt.
Unsere Helfer, oder manchmal gibt es Überraschungen...
Da Buschi mich diesmal mehr “draußen” – also bei der Aufklärungsarbeit etc. – unterstützen sollte, suchten wir für Nina eine Assistentin. Anna, selber Tierärztin, sollte diesen Job übernehmen. Nach einer Woche mussten wir Anna zurück nach Deutschland schicken, denn nicht jeder kann unter diesen schwierigen Bedingungen bei uns arbeiten und manchmal passt einfach die Einstellung für ein Projekt nicht überein. So war danach unser “Dream-Team” (Buschi als Ninas Assistent) wieder vereint.
Umso freudiger waren wir überrascht, dass sich ein junges Paar aus Köln während ihres Urlaubes nach Las Terrenas aufmachte um uns tatkräftig zu unterstützen. Teresa und Tobias hatten nicht nur einen ganz wunderbaren Umgang mit den Tieren, sie sahen auch sofort wo es Arbeit gab und waren sich für nichts zu schade. Auch unseren anderen Helfer wie Silvi, Jörg, Yesenia, Virginie, Melanie, Jill und Steve und einige weitere, haben wieder vollen Einsatz gezeigt – Danke Euch allen!
Was am Ende “übrig bleibt”, oder wie schnell man zu weiteren Tieren kommt...
Während der letzten Kampagne im Mai 2011 kam Salomon (siehe auch 1. NL, 8. NL, 14. NL, 15. NL und Patenschaften) zu uns. Anfang Januar dieses Jahres verlor er leider den Kampf gegen den Krebs. Der Zustand von Dauerpatientin Blanca (auch Krebs) hatte sich so dramatisch verschlechtert, dass es für sie keinerlei Hoffnung mehr auf Genesung gab (siehe auch 13. NL und Patenschaften). Nach Absprache mit Nina entschlossen wir uns schweren Herzens sie einzuschläfern. Noch heute trauern wir um diese beiden liebenswerten Geschöpfe und hätten ihnen ein längeres Leben gewünscht, aber manchmal sind die Fügungen des Schicksals eben anders. Eigentlich könnte man meinen, dass unsere verbliebenen 7 Hunde (plus 2 Hunde, die bei unserem Arbeiter mit auf unserem Grundstück leben, aber von uns versorgt werden) und 2 Katzen genug seien – weit gefehlt...
In Sanchez hatte Rüde Opi (im Spendenkalender unter “Opi 2”) eigentlich schon mit seinem Leben abgeschlossen. Er lag – ausgesetzt, verhungert und misshandelt – auf der Straße zusammengerollt und wartete nur auf den nahen Tod. So fanden ihn Silvi und Tobias, als sie auf der Suche nach Hunden durch Sanchez fuhren und brachten ihn in die Klinik. Opi hatte vorne keinerlei Zähne mehr, seine Augen waren völlig vereitert und kraftlos ergab er sich seinem Schicksal.
Hündin Omi kam von selber zu unserem OP-Zelt gelaufen, als wenn sie uns um Hilfe bitten würde und auch ihr Zustand ein einziges (auch zahnloses) Desaster.
Irgendwie liegen mir diese alten und so elenden Gestalten besonders am Herzen, denn einen süßen Welpen zu vermitteln ist noch einigermaßen einfach, aber wer nimmt schon so eine arme Kreatur bei sich auf? Wir natürlich...
Nach Kastration und medizinischer Versorgung, mit reichlich gutem Futter, Vitaminpaste usw. ist in nur zwei Wochen das kleine Wunder geschehen – aus Opi und Omi sind “richtige” Hunde geworden. Vor allem Opi versetzt uns in Staunen: lag er die erste Woche nur schlafend in seinem Hundebettchen, tobt er nun wie ein Welpe durch die Gegend und hat den Lebenswillen für zehn!
Dann schlich seit mehreren Monaten immer mal wieder Nachts ein schwarzer Kater über unser Grundstück und miaute kläglich. Da er so scheu war, konnten wir ihn nur mit einer Katzenfalle fangen. Er war völlig verhungert, da durch einen eitrigen Abszess an seiner Vorderpfote das Jagen von Ratten für ihn unmöglich war. Auch sonst war sein Zustand eher schlimm. Da er dringend weitere Medikamente brauchte, zog er vorerst in unser Gästebad ein (wofür hat man schließlich so was...). Da er wirklich Glück hatte von uns gefangen zu werden, taufte ich ihn Masel (jiddisch bzw. hebräisch für Glück). Jetzt müsste ich ihn eigentlich in “Kleiner Teufel” umtaufen, denn er (mittlerweile in unser Schlafzimmer umgezogen) hält uns die ganze Nacht auf Trab, will entweder spielen, fressen oder Unsinn machen.
Der Aufruhr, oder auch Schlangen haben ein Recht auf Hilfe...
Während der Arbeitsage in Las Terrenas, hörte ich von einem Hundebesitzer, dass ein Mann mehrere Schlangen (Boa Hispaniola, wunderschöne, regenbogenfarbige Würgeschlangen) im Abwasserkanal der Straße “bade”... Da Schlangen weder im Abwasserkanal noch in Menschenhand etwas zu suchen haben, bin ich natürlich gleich hin. Als ich fragte, was der Mann mit den Schlangen vorhabe und er mir sie dann zum Kauf anbot, hatte ich genug gehört um ihn auf das Artenschutzgesetz für die einheimischen, frei lebenden Tiere hinzuweisen. Da ihm klar wurde, dass er seinen finanziellen Gewinn damit vergessen könne, schlug die Stimmung schnell in Aggressivität um. Nichtsdestotrotz ging es mir primär erst mal um das Leben der armen Schlangen und so sammelte ich sie aus dem Kanal – ja, ich habe damit kein Problem! – und brachte sie in unsere Klinik. Eine “Gringa” die Schlangen anfasst ist natürlich eine Sensation und so wurde ich nicht nur von dem wütenden Mann, sondern auch von einem aufgebrachten Pöbel verfolgt. In der Klink war die Situation dann kurz vorm eskalieren und die Polizei rückte an. Nun denkt man sich, die Polizei sollte ja die Gesetze kennen – weit gefehlt – hier kann man froh sein, wenn Polizisten lesen und schreiben können...
Da der Schlangen-Mann mittlerweile mit einer Eisenstange auf mich los ging, übernahm Buschi und fuhr mit der Polizei und dem Mann zum “fiscal” (eine Art staatlicher Schlichtungsanwalt). Wie gut, dass der wenigstens die Gesetze kannte und so wurde beschlossen, dass Polizei, Buschi und der Schlangen-Mann gemeinsam in die Berge fahren, um dort die Schlangen auszusetzen. Als alle Beteiligten dann wieder bei uns in der Klinik waren um die Schlangen zu holen, bekamen die Polizei Angst – Angst vor den Schlangen die in ihr Auto sollten und Angst vor dem aufgebrachten Pöbel der sich immer noch vor unserer Klinik befand. Das alles hätte noch Stunden so weitergehen können, aber da wir ja “nebenbei” am kastrieren waren, entschied sich Buschi für die “einfache” Lösung und bezahlte dem Mann 50,- Euro (was ungefähr ein Wochenlohn ist...) und so waren wir nun offizielle Besitzer der Schlangen.
Abends setzten wir die Schlangen auf unserem Grundstück in die Freiheit aus.
Chihuahua, Bologneser, Chow-Chow, Rottweiler, Dobermann & Co., oder Fluch und Segen der Rassehunde...
Eines vorweg, ich bin kein “Gegner” von Rassehunden, aber leider bringt die Vorliebe für Rassehunde hier im Lande sehr viel Elend und Qualen für diese Tiere mit sich.
Gleich in den ersten Arbeitstagen in Sanchez zeigte sich, wie schlimm es werden kann. Zwei trächtige Chihuahua-Hündinnen wurden uns gebracht, beiden ging es gesundheitlich sehr schlecht und unsere Erfahrungen ließen Böses vermuten. Bei der Operation der ersten Hündin steckte der Welpe seit mehreren Tagen tot im Geburtskanal fest – er war viel zu riesig für diese kleine Hündin, sie hatte keine Chance ihn auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen. Die Operation glückte und wir nahmen die arme Hündin mit zu uns, da ihr geschwächter Zustand mehr als kritisch war. Trotzdem wir unser möglichstes getan haben, starb sie am nächsten Tag...
Bei der zweiten Hündin war es noch dramatischer, da auch dieser Welpe viel zu groß war, hatte die Hündin lange Zeit vergeblich versucht ihn aus ihrem schmalen Becken zu pressen. Schließlich gab die Gebärmutter nach, riss ein und der tote Welpe rutschte in die Bauchhöhle. Dort befand er sich zum Operationszeitpunkt offensichtlich schon seit einigen Tagen, denn beim Öffnen der Bauchhöhle kam uns reichlich grüne, nach Verwesung riechende Flüssigkeit entgegen. Selbst Nina, die bei 3.000 Kastrationen pro Jahr schon vieles Schreckliche gesehen hat, stockte bei diesem Anblick der Atem. Da diese Hündin keinerlei Chance auf ein Überleben hatte, haben wir sie noch während der Narkose eingeschläfert. Der Gedanke daran, welche langen und unglaublichen Qualen dieses kleine Wesen erleiden musste und wir ihr letzten Endes doch nicht mehr helfen konnten, machte uns alle sehr betroffen und traurig.
Auch in Las Terrenas hatten wir einen viel zu großen Welpen bei einer schwangeren und “überfälligen” Chi-Hündin, die selbst für ihre Rasse ausgesprochen winzig war. Da sie von Ihrer Besitzerin jedoch gerade noch rechtzeitig gebracht wurde, konnte Nina ihr das Leben retten, was an ein kleines Wunder grenzt...
Das Problem der Chihuahuas besteht vor allem darin, dass sie von viel zu großen Rüden gedeckt werden. Auch wenn die Besitzer meinen, sie könnten ihre Hündin während der Läufigkeit “kontrollieren”, so ein kleiner Hund passt überall durch, haut dann ab und im Rausch der Hormone ist es ihr egal von wem sie gedeckt wird. Oft endet das eben sehr qualvoll und tödlich für die Hündin und ihre Welpen.
Und dann gibt es die niedlichen “Wuschel-Hunde”, wie Bologneser, Malteser usw. – sie brauchen unbedingt regelmäßige Fellpflege, was aber keiner der Besitzer für wichtig erachtet. So sind sie dann irgendwann gar nicht mehr so niedlich, sondern nur noch ein dreckiges, verfilztes und stinkendes Knotenpaket und landen auf der Straße. Wir haben nach den OP’s stundenlang an ihnen rumgeschnitten um sämtlichen Filz zu entfernen...
Chow-Chow-Welpen sehen aus wie kleine Teddybären und werden gerne für die Kinder als “Kuscheltier-Ersatz” angeschafft. Doch wenn sie älter werden ergeben sich nicht nur die vorher erwähnten Fellpflegeprobleme, sondern auch, dass der Chow-Chow charakterlich eher zu den “schwierigen” Hunden gehört, denn er ist meist nur auf eine Person fixiert, sein Vertrauen muss man sich “erarbeiten”, er hat einen absoluten Dickschädel und gilt als “unbestechlich”. Da Hunde hier immer noch eher “nebenher” gehalten werden, ist ein Chow-Chow meist nicht die Richtige Wahl. Keiner der Chow-Chow-Besitzer war in der Lage seinen Hund so festzuhalten, dass wir ihn problemlos behandeln konnten und oft landen auch diese Hunde auf der Straße...
Rottweiler und Dobermänner werden hier meist völlig falsch ernährt – das Ergebnis sind entweder viel zu dicke oder viel zu dünne Hunde – und dann werden sie auch noch falsch gehalten (an der Kette, im winzigen Zwinger etc.). Da das Erbgut auf einer Insel begrenzt ist, gibt es fast keine Hunde dieser Rassen ohne Hüftgelenksdysplasie.
Zusätzlich sind all diese Rassen nicht für ein feucht-heißes Klima, wie es hier herrscht, geschaffen. Augen-, Haut-, Herz- und andere gesundheitliche Probleme sind vorprogrammiert und die Besitzer meist finanziell nicht in der Lage den Tieren zu helfen.
Als Vorteil dieser Rassen sehe ich allerdings, dass sie die Herzen der Menschen auch für ihre Artgenossen geöffnet haben. Ich kenne viele Dominikaner, die als “Ersthund” einen Rassehund hatten – der leider schnell verstarb – und sich danach für einen “Viralata” (auf deutsch “Dosendreher” – hiesige Bezeichnung für die Mischlinge von der Straße) entschieden haben.
Wir haben versucht auch möglichst viele der o.g. Rassehunde zu kastrieren, um eine weitere Verbreitung von Qual und Elend zu vermeiden. Allerdings haben wir uns den Straßenhunden und den Hunden der armen Bevölkerung verschrieben und wer für einen Rassewelpen umgerechnet zwischen 100,- und 400,- Euro ausgeben kann, sollte auch in der Lage sein einen hiesigen Tierarzt zu bezahlen...
Fazit, oder wir planen schon die nächste Kampagne...
Ich bin so wahnsinnig stolz auf Euch!!! Mit Eurer Großzügigkeit habt Ihr nicht nur die Februar-Kampange komplett finanziert, es sind darüber hinaus schon ein paar weitere Spenden eingegangen, sodass wir dieses Jahr noch zwei weitere Kampagnen auf die Beine stellen wollen. Nächstes Ziel ist La Yagua – an der Nordküste zwischen Rio San Juan und Gaspar Hernandez gelegen – wo wir eigentlich noch mit Nina hin wollten. Da aber die ganze Logistik wie Auf- und Abbau vom OP-Zelt, Hin- und Herfahren etc. immer viel Zeit verschlingt, hatten wir uns diesmal nur auf Sanchez und Las Terrenas konzentriert. Doch auch die Tiere von La Yagua liegen uns seit vielen Jahren am Herzen und obwohl wir dort schon mehrmals operiert haben, ist weiterhin viel zu tun. Geplant sind zwei Arbeitstage Ende März mit Romy, unserem dominikanischen Tierarzt.
Da Nina genauso “verrückt” ist wie wir, wollen wir im November erneut Sanchez und Las Terrenas machen und eventuell sogar in Santo Domingo arbeiten. Vielleicht bekommen wir dabei sogar Unterstützung von einem Tierarzt-Ehepaar aus Deutschland, die gerne eine Woche ihres Urlaubes mit Kastrationen verbringen wollen.
Alle Spender, die jetzt noch nicht im Spendenkalender eingetragen sind, werden “Ihre” Tiere dann ab Ende März auf unserer homepage sehen.
Im Februar hatte ich meinen 45. Geburtstag (mein “Geschenk” an diesem Tag waren 22 kastrierte Tiere in Sanchez) und eigentlich hatte ich ja überlegt (auch aus gesundheitlichen Gründen) ein wenig kürzer zu treten... Aber was soll’s – solange ich meine müden Knochen noch morgens aus dem Bett bringe, so lange werde ich mein Leben den Tieren widmen. Buschi – zwei Jahre jünger als ich – darf erst später mit dem Jammern anfangen, so ist eben, wenn man verheiratet ist... ;-)
Wieder sind wir so vielen ganz besonderen Tieren begegnet, haben an ihren Schicksalen teil nehmen dürfen, waren oft sehr gerührt und erstaunt, wie sie trotz aller schlechter Erfahrung mit den Menschen sich offen und vertrauensvoll gegenüber uns zeigten.
Ich danke Euch von ganzem Herzen für Eure immerwährende Hilfe, Eurer Treue gegenüber den dominikanischen Tieren und hoffe, dass Ihr nicht nur anhand des Spendenkalenders sehen könnt, dass jeder gespendete Cent direkt zum Wohl der Tiere eingesetzt wird.
Alles Liebe für Euch,
Eure Miriam
PS: Einen ganz besonderen Dank möchte Nina noch dem Pförtner von Condor ausrichten – er war ein echter Gentleman und hat Nina nicht nur bei den 110 kg Gepäck geholfen, sondern sie auch noch zum Flughafen begleitet :-))
Wenn Liebe uns (noch) stärker macht...
Liebe Freunde und Unterstützer,
irgendwie rennen die Tage und Wochen davon – wir haben schon den 1. Dezember – höchste Zeit um Euch auf den letzten Stand unserer Aktivitäten zu bringen...
Den September verbrachten wir mit der intensiven Pflege einiger schwieriger Fälle wie Salomon, Blanca oder weiteren verletzten Sumpfschildkröten, als mich die traurige Nachricht über einen Todesfall aus dem engsten Familienkreis erreichte. Zwei Tage später saß ich im Flieger nach Deutschland, um in Berlin nicht nur emotionale Unterstützung zu leisten, sondern auch alles vor Ort zu regeln.
Buschi (mein Mann) blieb allein mit all den Tieren (und den damit verbundenen Problemen...) in Las Terrenas zurück – Gott sei Dank durfte Patient Puschel (siehe 14. NL) zu unserer Freundin Nicole, die sich seitdem sehr liebevoll um den alten Stinker kümmert und ihm auf Dauer einen Alterswohnsitz bietet. Dank Puschels Paten ist seine (medizinische) Versorgung gesichert.
Fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünschen Mäuschen (stellvertretend für alle Tiere) und ich (noch mit bandagiertem Kopf) – hier werden die wunderschön rot blühenden Weihnachtssterne übrigens baumhoch...
Vier Wochen sollte unsere Trennung dauern, vier Wochen in denen Buschi u.a. um das Leben von Isabella (siehe Bericht hier und Patenschaften) kämpfen musste und diesen Kampf leider verlor... Isabelle starb, weil erneut so gedankenlos mit Unkrautvernichtungsmittel umgegangen wurde. Was mich am meisten daran ärgert – diese Gifte sind in Europa und den USA schon lange verboten und aus dem Verkehr gezogen. Warum werden sie dann von den Herstellern weiterhin in die Dritte-Welt-Länder verkauft und sind hier für jedes Kind frei zugänglich zu erwerben??? Sind die Menschen, die Tiere und die Natur hier eben nur drittklassig und daher zu entbehren, wenn sie an den Giften zu Grunde gehen??? Und kann man von Menschen – die weder lesen noch schreiben können – einen verantwortungsvollen Umgang mit den Toxinen erwarten??? Isabellas qualvoller Tod war so unnötig und wir trauern um diese liebevolle und süße Hündin.
Arme Isabella – ihr Leben war am Anfang schon schwer genug, wir hätten ihr so sehr ein langes und glückliches Leben in ihrer neuen Familie gewünscht... Dieses Foto entstand, als ich sie und ihre Töchter Chivi und Duchesa damals zur Kastration abgeholt habe.
Leider gab es auch zwei neue Staupe-Fälle, die so schwer waren, dass wir sie nicht mehr retten konnten. Das Leben kann manchmal grausam sein...
Als ich nach vier traurigen und anstrengenden Wochen aus Berlin zurück nach Las Terrenas kam, ereilte mich leider gleich der nächste Schicksalsschlag. Wahrscheinlich hatte ich mir von einer Vorsorgeuntersuchung, die ich in einer deutschen Klinik durchführen ließ, ein “Andenken” mitgebracht: Staphylococcus aureus – ein typischer Krankenhauskeim. Da mein Immunsystem zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz so stark war, erkrankte ich prompt.
Was mit einem kleinen Eiterpickelchen am Hinterkopf begann, artete zu einem riesigen Karbunkel aus – fragt nicht nach den Schmerzen... – und musste schließlich in einer Klinik in Santo Domingo operiert werden. Nach 10 Tagen und 4 Operationen (mit Vollnarkose) durfte ich wieder nach Hause. Da Buschi medizinisch so versiert ist, übernahm er meine Pflege und die Wundbehandlung.
Das ist jetzt zwei Wochen her und ich habe noch immer ein großes Loch im Kopf und den damit verbundenen Schmerzen. Bis zur völligen Heilung wird es lange dauern, aber ich sehe die Welt positiv (denn es hätte ja viel schlimmer kommen können), versuche noch gesünder zu leben (z.B. indem ich nach 32 Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe!!!), die Liebe von Buschi und den Tieren macht mich noch stärker, ich bin voller Tatendrang und schon wieder an der Planung für die nächste Kastrationsaktion... ;-)
Salomon und ich – krank
sein ist doof...
Mein Loch im Kopf hinter einer
Kompresse – wer es im “gruseligen” Detail sehen will, kann auf eigene Gefahr hier klicken...
Geplant ist im Februar/März 2012 mit Tierärztin Nina und einer Assistentin insgesamt zwei Wochen in Las Terrenas, La Yagua und in Sanchez zu arbeiten. Denn gerade die schrecklichen Bilder aus Sanchez (siehe 14. NL) lassen uns nicht los und selbst wenn wir dort mit ca. 100 Kastrationen nur einen Bruchteil der zu operierenden Hündinnen und Katzen schaffen werden, so ist doch ein Anfang gemacht – ein Anfang der Leben rettet...
Damit Ihr noch besser sehen könnt, was
mit Euren Spenden positives bewirkt werden kann, werden webmaster Christian und
ich uns die Mühe machen und nach jedem Arbeitstag Fotos der kastrierten und
behandelten Tiere in unserem Spendenkalender online stellen.
Alle Infos dazu findet Ihr hier: Spendenkalender
Auch bei den Patenschaften gibt es
noch einige (auch neu vorgestellte) Hunde, die dringend auf dauerhafte
finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Schon ab 10,- Euro monatlich könnt
Ihr ihnen ein besseres Leben ermöglichen.
Alle Infos dazu findet Ihr hier: Patenschaften
Oft werde ich gefragt, ob wir nicht
Flyer oder ähnliches für Euch haben, damit Ihr in Eurer Umgebung, z.B. auch bei
Tierärzten, etwas Werbung für die Belange der dominikanischen Tiere machen
könnt. Leider hatte ich bisher nicht die Zeit mich auch noch damit zu befassen,
aber Nina hat für den Tierärztepool/Arche Noah Kreta e.V. einen Flyer über
unsere letzte Kastrationsaktion gemacht, den ihr hier runterladen und bei Euch
ausdrucken könnt: Download Flyer Tierärztepool
Wer größere Mengen möchte, kann mir eine eMail
schicken, dann lasse ich Euch welche zukommen.
Ich kann gar nicht glauben, dass das Jahr sich nun dem Ende neigt – vor lauter Arbeit kommt es mir viel kürzer vor. Wenn ich auf die vergangenen 12 Monate zurückblicke, dann sehe ich
- viele gesunde, fröhliche und kastrierte Tiere
- Menschen (egal welcher Nationalität) die Courage zeigten und sich
- gemeinsam und vielseitig für die gute Sache engagiert haben
- das wir unserem Ziel, den dominikanischen Tieren ein gutes und artgerechtes Leben in ihrer natürlichen Umgebung zu bieten, sehr viel weiter sind
- und ich sehe viel Liebe auf allen Seiten...
Natürlich gab es auch negative Erlebnisse
- wenn wir trotz aller Mühen einige Tiere doch nicht retten konnten
- wenn doch wieder ein Tier ausgesetzt, misshandelt, vergiftet oder überfahren wurde
- wenn niemand eingriff um Leid und Elend zu verhindern
- und wenn sich Augen für immer schlossen und Stimmen für immer verstummten...
Ich danke Euch allen von ganzem Herzen, dass Ihr uns auch dieses Jahr die Treue gehalten und uns so wunderbar unterstützt habt. Verlebt ruhige und besinnliche Feiertage mit Euren Lieben und Euren Tieren und kommt gesund ins neue Jahr.
Herzlichst
Eure Miriam
Wir danken Euch für die Anteilnahme an unserem Leben und wünschen glückliche Feiertage!
Wenn Liebe uns zu Tränen rührt ...
Liebe Freunde, fleißige
Helfer und großzügige Spender,
manchmal ist es so einfach
zu Helfen und manchmal stößt man an Grenzen, Widerstände und vor allem auf so
viel Leid, dass es kaum noch zu ertragen ist... Und dann kommt noch eines dazu
– wir werden nicht jünger und man braucht etwas länger um seinen “Akku” wieder
aufzuladen. Zusätzlich bleiben nach einer Kastrationsaktion immer einige
Patienten bei uns “hängen”, so dass unser Hunderudel jetzt auf 16 angewachsen
ist. Daher entschuldigt bitte mein langes Schweigen.
Wie gewohnt, möchte ich Euch erst mal die Zahlen und Fakten der Kastrationsaktion im Mai/Juni 2011 bekannt geben:
- 216 Tiere kastriert (in 12 Arbeitstagen) – davon waren es 133 Hündinnen, 32 Rüden, 40 Katzen, 11 Kater – natürlich wurden alle Tiere auch wieder gegen Parasiten behandelt
- 14 weitere Operationen wie Amputationen, Nabelbrüche, Blasen-OP, Augenentfernungen u.ä.
- 68 weitere Konsultationen/medizinische Behandlungen
- 5 herrenlose Tiere konnten an neue Besitzer vermittelt werden
- 78 kg medizinisches Material wurde verbraucht – herzlichen Dank an die großzügige Spender/Unterstützer der Firmen B. Braun Vet Care GmbH,Martin-Luther-Krankenhaus/Paul Gerhardt Diakonie, Vétoquinol GmbH, cell pharm GmbH, Albrecht GmbH, Wahl GmbH, Bayer Health Care AnimalHealth Dom.Rep., WAHL Agrar-Fachmarkt, Wilhelm Voigt Apotheke Berlin-Köpenick und Tierarztpraxis Maurice Bob
- 798 gefahrene Kilometer
- 4 zusätzliche Autos samt ihren tollen Helfer, die Patienten abgeholt und zurück gebracht haben
- 39 Waschmaschinenladungen mit Handtüchern, OP-Hemden usw.
- 10 Tage tropischer, sinnflutartiger Dauerregen, so das wir teilweise bis zu den Knien im Wasser standen und aufpassen mussten, dass die Hundeboxennicht als Boot dienten und weg schwammen...
- 12 leckere Mittagessen, die von fleißigen Helfern mit viel Liebe zubereitet wurden
- 5 Tage Flohmarkstand mit Verkaufserlösen zugunsten der Tiere (Danke für all Eure tollen Sachspenden!)
- 1 geklauter Fotoapparat – nämlich meiner – so das die Fotoauswahl diesmal etwas dürftig ist...
Unsere Kastrationsaktion
stand diesmal unter keinem guten Stern obwohl wir – dank Eurer Hilfe – die
Finanzierung schon vorab sicher gestellt hatten.
Erstes Problem waren mal
wieder die Medikamente und das Material am Flughafen durch den Zoll zu
bekommen. Unser Rechtsanwalt und Vizepräsident der Asoc. Amigos de Lucky sollte
sich eigentlich schon Wochen vorher um die Genehmigungen kümmern –
EIGENTLICH... So verbleiben wieder einige Medikamente beim Zoll, Gott sei Dank
ließ sich dies aber durch die Hilfe von lieben Helfern wie Cecilia, Leo, Mary
und Taxifahrer Ferrer innerhalb weniger Tage klären.
Das nächste schwerwiegende Problem war die im Land
grassierende Staupe-Epidemie... Einige der betroffenen Hunde haben den Staupe-Virus
überlebt, doch einige mussten wir einschläfern – das war für Tierärztin Nina
(Schöllhorn vom Tierärztepool) und uns keine
leichte Aufgabe. Schließlich wollen wir mit unser Arbeit Leben retten, aber
manchmal muss man – wenn es keine Chance auf ein Überleben gibt – den leidenden
Tieren eben auf diese Art “helfen” damit ihre Schmerzen nicht länger andauern
und sie nicht noch weitere Hunde anstecken. Wir trauern um jede dieser kleinen
Seelen – vielleicht wartet nun ein besseres Leben auf Euch...
Oft dachten Nina und ich nur: “Manchmal ist es wie im Krieg...” – wer die Zustände hier kennt, kann dies vielleicht nachvollziehen.
Eigentlich hatten wir ja
gedacht, dass mit unseren zahlreichen Kastrationen in Las Terrenas (ca. 900)
nicht mehr so viele unkastrierte Weibchen “übrig” waren – weit gefehlt, schon
ab dem ersten Kastrationstag hatten wir alle Hände voll zu tun... Da Nina
diesmal ganz allein kam, wurde Buschi kurzerhand zum medizinischen Assistenten
und war somit für Venenkatheter legen, Narkose geben, Medikamente spritzen etc.
verantwortlich (Nina wollte ihn gleich für ihre weiteren Einsätze im Ausland abwerben
– ne ne, der bleibt schön hier...), ich war “Springer” d.h. ich habe mich um
alles mögliche wie Aufnahme der Tiere, Nachsorge, allgemeine Organisation
gekümmert etc., war Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Helfer und habe vor
allem die Aufklärungsarbeit bei den Besitzern übernommen. Denn durch das
Vertrauen, welches die Dominikanern mittlerweile in unsere Arbeit haben, hat
sich sehr viel zum Guten für die Tiere verändert.
So begannen unsere
Arbeitstage sehr früh und endeten oft erst in der Dunkelheit, manchmal lagen 18
anstrengende Stunden hinter uns, bis wir schließlich erschöpft in die Betten
fielen.
Und dann das Wetter... Es
gab nur zwei Zustände – entweder brütende Hitze oder sinnflutartiger Regen,
d.h. wir waren immer nass, sei es nun vom Schwitzen oder vom Regen.
In Las Terrenas konnten wir auf einem Grundstück mit einem
winzigen Häuschen (der OP-Raum für Nina) arbeiten, aber bei unseren
Außeneinsätzen waren wir auf unser OP-Zelt angewiesen, was bei dem Regen auch
nicht wirklich lustig war.
Nach fünf Tagen in Las Terrenas ging es nach Sanchez, einem armen Hafenstädtchen. Bei Ankunft warteten nur ein paar Rüden auf eine Kastration – alles schön und gut – aber viel wichtiger sind ja die Weibchen. So fuhr ich einfach zum Hafen runter und wurde sofort fündig. Etliche herrenlose Hündinnen und Katzen tummelten sich dort, teilweise in absolut fürchterlichen Zuständen. Was ganz erstaunlich war, die Leute dort hatten keinerlei Ahnung wie man männliche und weibliche Katzen voneinander unterscheidet. Also griff ich mir ein Pärchen und erklärte: bolas (Bällchen) ist gleich Männchen, keine bolas ist gleich Weibchen – so brachte eine Besitzerin dann ihre Katze, hielt sie hinten hoch und sagte stolz “keine bolas”. Dummerweise war die vermeintliche Katze ein bilateraler Kryptorchide, d.h. beide Hoden hatten sich nicht abgesenkt und lagen in der Leistengegend. Wir haben ihn aber trotzdem kastriert.
Die Arbeit in Sanchez hat
uns emotional besonders mitgenommen, da wir nur einen Bruchteil der dortigen
Tiere kastrieren konnten.
Allein in Sanchez könnten wir mit drei oder vier Tierärzten
wochenlang arbeiten...
Nach Sanchez stand Coson auf dem Programm. Witzigerweise arbeiteten wir dort in einer Kirche – öfter mal was Neues...
Danach ging es zwei Tage nach Barbacoa und einen Tag nach Aqua Sabrosa, wo unser Team schon überall sehnsüchtig erwartet wurde.
Die letzten beiden
Arbeitstage verbrachten wir in La Yagua – die Kosten für alle dort kastrierten
Tiere haben die kids4dogs, die Schülerfirma der
Förderschule Sulzbach/Murr, übernommen. Euch allen herzlichen Dank dafür!
(Hier
klicken und Ihr könnt den Extra-Bericht über La Yagua anschauen.)
Die “freien” Tage
zwischendurch haben wir übrigens auch gearbeitet, vorwiegend haben wir dabei
langwierige OPs wie eine Bein-Amputation oder Zahn-OPs vorgenommen.
Auf dem Weg zur Klinik
lief uns an einem freien Tag noch eine hochschwangere Hündin fast vor das Auto
– die haben wir natürlich gleich “eingesackt” und kastriert.
Auch hatten wir wieder
einige Hündinnen mit Sticker-Tumoren (Canine transmissible venereal tumor – ein
ansteckender Tumor der äußeren Geschlechtsorgane, der hier leider weit
verbreitet ist) die wir aber mit mehrmaliger Chemotherapie behandeln konnten.
Zusätzlich mussten wir uns
um einige Hunde mit starken Nasenbluten kümmern – Verdacht auf Ehrlichiose...
Dann gab es da noch ein
Pferd mit einer großen Wunde am Bein, auch das haben wir behandelt.
Wozu hat man denn schließlich freie Tage...
Was ich immer befürchtet hatte ist nun eingetroffen... Langsam gibt es auch eine Überpopulation der Katzen. Vor Jahren gehörten Katzen noch in die Kategorie “Lebensmittel”, sprich sie wurden gegessen. Heute werden sie immer mehr als Haustiere gehalten, mit dem Ergebnis: unerwünschter Nachwuchs wird ausgesetzt. Wir arbeiten daran, die Population nicht eskalieren zu lassen.
Wie notwendig und effektiv unsere Kastrations- und Aufklärungsarbeit ist, brauche ich wohl nicht mehr zu erklären. Was besonders wichtig ist, wir müssen diese Arbeit regelmäßig fortführen – daher planen wir zum Ende des Jahres eine weitere Aktion mit Tierärztin Nina. Und dann wären da ja noch all die Tiere aus Sanchez... Vielleicht finden wir – oder Ihr – großzügige Sponsoren, die die Kosten für solch eine Aktion übernehmen würden, dass wäre wunderbar!
Es erreichen mich immer
mehr eMails von erfreuten Touristen aus aller Welt, die den Unterschied
zwischen Las Terrenas und anderen dominikanischen Orten feststellen. So z.B. “I was in Las Terrenas and was very pleased
to see happy, healthy dogs thanks to the work you do. Keep doing what you're
doing.” (Ich war in Las Terrenas und
war sehr erfreut, dank Eurer Arbeit, glückliche gesunde Hunde zu sehen. Macht
weiter so.)
Wäre es nicht ein Traum, wenn es irgendwann allen Tieren in
der Dominikanischen Republik so gut gehen würde?
Danke an alle Spender, Helfer und Unterstützer – ohne Euch wäre unsere Arbeit nicht möglich – bleibt uns und den Tieren treu, damit wir gemeinsam weiterhin so erfolgreich arbeiten können.
Und nun möchte ich Euch noch ein paar Einzelschicksale vorstellen. Natürlich liegt uns jedes Tier am Herzen, aber manche Tiere oder Begebenheiten bleiben einem eben besonders in Erinnerung...
Es grüßen herzlich aus Las
Terrenas
Miriam & Buschi
Peppy und Leon – zwei arme Gesellen
Bei dieser
Kastrationsaktion hatten Nina und ich uns gewünscht, ein paar von den armen,
dürren, vernarbten und räudigen Straßenrüden zu kastrieren, damit auch sie bald
gesund und kräftig werden. Gleich am ersten Tag brachten Helferchen Pat und
Jörg einen Rüden (Peppy) an, der mit seinem Leben schon abgeschlossen hatte. Er
war in einem erbärmlichen Zustand und eher tot als lebendig.
Gegenüber unserer Klinik lief noch so ein dürres Exemplar
(Leon) vorbei und Patricia schnappte sich Halsband und Leine und brachte ihn zu
uns. Da wir in Las Terrenas ja 5 Tage zur Verfügung hatten, wurden die beiden
erst mal entwurmt und mit Futter und Vitaminpaste aufgepäppelt. Peppy suchte
sich eine Hundebox, legte sich dort hinein und schlief mehr oder weniger die
ersten 3 Tage durch. Leon suchte sich einen Schlafplatz im Krankenwagen – alle
beide machten keinerlei Anstalten abzuhauen ;-)
Nach ihrer Kastration konnten wir für Leon ein neues und liebevolles Zuhause bei Brenda, einer Holländerin, finden. Peppy blieb erst mal auf der Straße, wurde aber weiterhin regelmäßig gefüttert. Doch nach zwei Wochen ging es ihm auf einmal sehr schlecht – er torkelte wie betrunken über die Straße, konnte sein eines Hinterbein nicht mehr bewegen, hatte verstärkte Zukungen im Gesicht und war sehr apathisch. Da eine klare Diagnose nicht gestellt werden konnte (nach den ganzen Staupefällen wird man ja leicht hysterisch), kam er vorerst zur Beobachtung zu unser Freundin Nicole. Da sich sein Zustand aber nicht besserte, nahmen wir ihn dann doch zu uns hoch um ihn homöopathisch zu behandeln.
Heute lebt Peppy bei unserer Freundin und Mieterin Pat mit auf unserem Grundstück – er macht nun endlich seinem Namen alle Ehre: schwungvoll und fetzig springt er überall durch den Garten :-))
Jamonita und Dulci – zwei absolut süße Mäuse
Jamonita lebt beim Carwash (Autowasch-Center) und war scheu, dünn und räudig. Schweizer Touristen baten uns der kleinen Maus anzunehmen, was wir natürlich taten (Danke der Familie Füllemann für ihre großzügige Spende!). Nach ein paar Wochen mit gutem Futter und medizinischer Behandlung wurde aus Jamonita eine verschmuste und lebenslustige Schönheit, fehlte nur noch die Kastration. Als wir sie nach der OP wieder zum Carwash zurück brachten, nahmen sich die Leute dort ihrer an – sie ist jetzt der Carwash-Gemeinschafts-Hund und wird von allen gefüttert und geliebt.
Dulci hatte da nicht so
viel Glück. Sie wurde während der Kastrationsaktion in Las Terrenas ausgesetzt.
Da es (fast) keine elenden Straßenkreaturen mehr gibt, fällt so ein Hund gleich
allen Leuten auf: nur Haut und Knochen, keine Fell, übersät mit Wunden,
infiziert mit dem Papollomavirus (Canine Papillomatose) und trotzdem ein
aufgeschlossenes, liebevolles Wesen.
Auch Dulci bleib wie Peppy und Leon in unserer Klinik – ihr
bevorzugter Schlafplatz war das winzige Bad, welches wir auf dem Gelände
hatten. Leider war die erste Pflegestelle für sie nicht so gut, ihr Zustand
besserte sich kaum – doch vor ein paar Tagen haben wir Brenda (die Besitzerin
von Leon) überreden können, Dulci übergangsweise aufzunehmen, denn solange
Dulci mit den Warzen übersäht ist, wird es schwierig sie zu vermitteln...
Salomon und Puschel – kranke, alte Herren im Ruhestand
Am ersten Tag der Kastrationsaktion brachten die Dominikaner vom Fluss Rüden Salomon (siehe auch Berichte vom 05.08.2008 und 11.02.2010) zu uns in die Klinik. Sein Gesundheitszustand hatte sich verschlechtert, er hatte eine blutende Wunde am Rücken – die einfach nicht verheilen wollte – war abgemagert und seine gesamte Haut war in einem katastrophalen Zustand. Da mir Salomon sehr am Herzen liegt und die Leute Angst hatten, das jemand Salomon aus Ekel vergiftet, war die Entscheidung schnell getroffen: Salomon kommt mit zu uns...
Salomon ist kein Hund – er
ist ein Außerirdischer! Ich kenne tausende von Hunden, aber keiner ist so wie
er. Nicht nur, dass er meint unser Haus sei ein Selbstbedienungsladen (er
klettert auf den Küchentresen um Essen zu stibitzen oder macht die
Küchenschränke auf, um an Lebensmittel zu kommen), er schaut einem mit seinen
weisen Augen auch allwissend an und natürlich versteht er jedes Wort was man
ihm sagt.
Leider entwickelte sich die stark blutende Wunde zu einem
großen Tumor. Nachdem seine Haut nicht mehr ganz so trocken und pergamentartig
war, entschlossen wir uns zu einer OP. Doch der Tumor ist bösartig und wächst
schon wieder, auch an anderen Stellen geht es los. Unsere homöopathische
Tierärztin gibt sich alle Mühe sein Leben zu retten und wir geben Salomon all
unsere Liebe. Noch hat er seine Lebensfreude und anscheinend keine Schmerzen,
hoffen wir, dass es noch länger so bleibt...
Puschel, der alte
Straßen-Chow-Chow (siehe auch Bericht vom 06.12.2009
und Patenschaften) hatte auf einmal ein
riesiges Loch in der Seite! Da er täglich behandelt werden musste und der
Straßendreck verheerend für seine Wunde war, fand auch er den Weg zu uns...
Da Puschel ja bei einer
“Ferreteria” (eine Art Baustoffhandel) lebt und dort gerne auf dem Kies liegt,
war die tiefe Wunde voller Kieselsteinchen – einen Großteil konnten wir
entfernen, aber einige wanderten nach unten in den Bauchraum ab und es bildeten
sich zwei neue Abszesse, erst als diese aufgingen waren alle Steine raus...
Leider ist Puschel in seinem Alter nicht mehr lernfähig –
zusätzlich ist er ja auch noch ein typischer Chow-Chow – und hat es sich in den
Kopf gesetzt unsere Katzen, Enten, Hühner, Gänse und Kaninchen zu fressen.
Obwohl er mehrmals in seinem Leben angefahren wurde, seine Beine schief und
krumm sind und er sich auf der Straße fast kaum noch bewegt hat – hier legt er
Spitzengeschwindigkeiten hin um zu jagen. Also muss der arme Kerl bei uns an
einer langen Laufleine gehalten werden. Leider hat sich noch niemand gefunden,
der Puschel für seine letzte Zeit zu sich nimmt...
Sol und ihre Welpen – manchmal kann man nur noch weinen
In Aqua Sabrosa sind die Leute sehr sehr arm, da ist es verständlich, wenn die Hunde dünn sind. Aber was wir dann sehen mussten, hat Nina, Buschi und mich aufs Tiefste erschüttert. Man kann es auf dem Foto nicht gut erkennen, aber Hündin Sol war absolut abgemagert, so dürr sind selbst die dünnsten Straßenhunde von Las Terrenas nicht!!! Und dann hatte sie auch noch zwei Welpen, wobei der kleinere von ihnen sehr apathisch war, so dass wir ihm kaum Überlebenschancen gaben. Wir haben Sol trotz des schlechten Gesundheitszustands kastriert, denn eine weitere Schwangerschaft hätte sie bestimmt nicht verkraftet. Zusätzlich wurde alles an Vitaminen, Elektrolyten, Aufbaumittel und Futter für Sol und ihre Welpen aufgefahren, damit sie sich erholen konnten.
Als ich auf die Suche nach
der Besitzerin ging, ist mir echt die Hutschnur durchgebrannt... Da sitzt sie
träge da, ist selber total übergewichtig (will sagen FETT) und stopft sich mit
fettigen Fingern ein ganzes Grillhuhn in den Rachen. Ich wurde dann sehr laut
und meinte, es wäre besser wenn sie nur 1/4 Huhn essen würde und 3/4 ihrem Hund
geben würden, denn sie bräuchte dringend eine Diät und ihr Hund sei kurz vor
dem Hungertod!!!
Eine Freundin von uns schickt nun jede Woche eine Tüte
Trockenfutter hin, aber ob Sol davon auch was abbekommt??? Wir werden auf jeden
Fall versuchen eine neue Familie für sie zu finden. Ihre zwei Welpen haben es
nicht geschafft...
Lucky und der Bulle – eine Begegnung der besonderen Art
Lucky war einer von 8
Welpen einer Strandhündin, die wir bei uns großgezogen und anschließen
vermittelt haben. Sein Besitzer ist ein ganz lieber Dominikaner aus Barbacoa,
der uns auch bei der Organisation der dortigen Kastrationsaktion sehr geholfen
hat. Daher haben wir auch Lucky kastriert. Beim Setzen der Ohrmarke hat Buschi
eine Arterie getroffen und es hörte nicht mehr auf zu bluten. Wir haben ihm
dann einen Druckverband angelegt und seinen Besitzer darum gebeten uns zu
informieren, sollte es nicht besser werden.
Am nächsten morgen fing es wieder an zu bluten, so dass Nina
und ich Lucky auf unserem Weg nach Aqua Sabrosa ins Auto luden um ihn erneut
medizinisch zu versorgen und unter Kontrolle zu haben. Da lag Lucky nun mit
seinem Kopfverband vor unserem OP-Zelt und dachte an nichts böses, als auf
einmal ein Bulle des Weges kam um sich einerseits den “Turban-Hund” näher
anzusehen und anderseits zu kontrollieren ob wir auch fleißig arbeiten. Als
Buschi dann aus dem OP-Zelt spähte, hat sich der Bulle schnell verzogen – nicht
dass er auch noch kastriert wird ;-)
Orchidea – was Liebe und Verständnis ausmachen
In Sanchez brachte uns Dominikanerin Maria ihre Hündin zum kastrieren.
Orchidea war sehr gepflegt und gut genährt, allerdings hatte auch sie einen
Sticker-Tumor. Die erste Chemotherapie bekam Orchidea am Tag der Kastration,
eine Woche später fuhren Nina und ich nach Sanchez um die zweite Chemo
vorzunehmen. Normalerweise helfe ich Nina dann den Venenkatheter zu legen,
indem ich den Hund halte und beruhige, denn die meisten Hunde haben dabei Angst
bzw. piekt die Nadel eben und wer mag das schon. Damit der Katheter aber sauber
eingeschoben werden kann und dann auch nicht gleich verrutscht, braucht man
doch etwas liebevolle Kraft den Hund zu halten. Bei Orchidea wurde ich
arbeitslos... Maria ging so toll mit ihrer Hündin um, hielt sie fest, sprach
zärtlich in ihr Ohr, so dass Nina ruckzuck mit der Behandlung fertig war. Eine
weitere Woche später bekam Orchidea ihre dritte Chemo von Buschi und wieder
lief alles – Dank Marias Hilfe – problemlos ab.
Das sind Momente die uns große
Freude machen!
Manuschka und die andren Samtpfoten
Wie schon erwähnt nimmt die Katzenpopulation dramatisch zu und immer
mehr Katzenwelpen werden ausgesetzt. Als wir nach La Yagua fuhren um dort zwei
Tage zu operieren – es regnete mal wieder in Strömen – sah Buschi unterwegs so
einen kleinen verstoßenden und pitschnassen Krümel. Er zögerte nicht lange und
nahm die Kleine mit. Am zweiten OP-Tag wurde sie kastriert und unsere
haitianischen Arbeiter kümmern sich seit dem liebevoll um sie und gaben ihr den
schönen Namen Manuschka.
Es erstaunt uns immer wieder,
wie zutraulich und gelassen die meisten Katzen hier sind – zwischen all den
Hunden laufen sie umher, oft bringen Besitzer sie einfach nur auf dem Arm zu
uns in die Klinik und Spritzen lassen sie geduldig über sich ergehen, manchmal
schnurren sie sogar dabei...
Die Kinder und Hunde aus La Yagua
Bei der Kastrationsaktion in La Yagua brachten viele Kinder ihre Tiere
zu uns, oft wurden sie von ihren Freunden begleitet, denn so eine Aktion ist
für alle Kinder immer sehr interessant und gibt mir die Chance, den Kindern den
liebevollen Umgang mit den Tieren zu zeigen und “erzieherisch” etwas auf sie
einzuwirken...
Besonders hat mich folgende Geschichte sehr berührt:
Die Besitzerin einer kleinen
Hündin hatte keine Zeit während der Kastration zu warten, was kein Problem
darstellte, da ich ihr später die Hündin zu ihr nach Hause bringen würde.
Chiquita war nicht ängstlich und so wartete sie geduldig in einer Box bis sie
an der Reihe war. Nur nach der OP fing sie an kläglich zu wimmern, wusste sie
doch nicht, was mit ihr passiert war. Damit Chiquita die noch wartenden Hunde
nicht unruhig macht, nahm ich sie aus der Box und suchte mir einen Jungen, der
selber kein Tier gebracht hat und “frei” war, sich um die Kleine zu kümmern. Er
nahm Chiquita liebevoll in die Arme, wiegte sie wie ein Baby und sang ihr ein
Liedchen vor – nach 10 Minuten beruhigte sich Chiquita und schlief in seinen
Armen ein. Mir sind beim Anblick vor Rührung und Freude die Tränen gekommen...
Was aus Calypso wurde
Viele fragen sich bestimmt, was aus unserem Falken Calypso wurde, den
ich Euch im letzten Rundschreiben vorgestellt hatte.
Calypso flog immer weiter von unserem Grundstück fort, kam aber jeden
Tag mehrmals zurück um sich sein Futter abzuholen. Dann blieb er auf einmal
zwei Tage verschwunden – wir hofften, dass er nun allein in der Natur zurecht
kam. Am dritten Tag hörten wir auf einmal das Gekreische von zwei Falken,
danach gab es einen Rumms auf unserer Terrasse – Calypso war gegen das
Terrassenfenster geflogen, da er von einen anderen männlichen und großen Falken
gejagt wurde!!! Ich wurde völlig panisch, denn es sah gar nicht gut für den
Kleinen aus, er stand unter Schock und wir hatten den Verdacht auf eine schwere
Gehirnerschütterung und einen ausgekugelten Flügel. Sofort riefen wir unsere
homöopathische Tierärztin an und verabreichten Calypso ein Mittel. Den ersten
Tag bangten wir verzweifelt um sein Leben. Er konnte sich nicht mehr bewegen,
saß nur am Boden im Heu des Käfigs und wollte nicht fressen. Am zweiten Tag
besserte sich sein Zustand, er fing wieder an Nahrung zu sich zu nehmen, wurde
etwas lebhafter, war aber noch nicht fähig auf die Äste im Käfig zu hüpfen.
Nach weiteren drei Tagen war er kräftig genug um die ersten Flugversuche
zu wagen. Zwar hing sein einer Flügel immer noch etwas schief von der Schulter,
aber im Käfig wollte er auch nicht mehr bleiben.
Seine Flugrunden wurden nach und nach größer, er schlief wieder draußen
auf einem Baum und genoss die Freiheit. Eines Tages hörte ich erneut das
Geschrei eines anderen Falken, rannte in den Garten und siehe da – der große
Falke war zurückgekehrt und jagte Calypso in wilden Luftmanövern zwischen den
Bäumen herum. Vor lauter Panik flüchtete sich mein kleiner Calypso auf meinen
Kopf, sein Verfolger setzte sich auf einen Baum in unserer Nähe und beobachte
uns mit Argusaugen. Einen wilden Falken so nah zu sehen, ist schon ein
besonderes Erlebnis.
Jeden Tag kam Hurrican – so hatte ich den Großen getauft – zurück und
flog seine halsbrecherischen Manöver durch unseren Garten. Langsam beschlich
mich das Gefühl, dass Hurrican Calypso gar nicht jagte, sondern ihm alle Kniffe
des Fliegens beibringen wollte. Und dann kam die nächste Überraschung: nicht
nur Hurrican kam in unseren Garten, sondern brachte auch ein ausgewachsenes
Weibchen und eine kleineres Männchen mit, was in etwa das Gleiche Alter wie
Calypso hatte. Unter großen Rufen und Kreischen flogen nun alle vier Falken
gemeinsam umher.
Haltet mich für verrückt, aber ich hatte den Eindruck, dass es sich um
Calypsos Eltern und seinen Bruder handelte, die Calypso wieder in den Schoß der
Familie zurückführen wollten...
Da Calypso zwar wieder sehr gut fliegen konnte, aber es immer noch nicht
geschafft hatte selber Beute zu erlegen (im Gegenteil, vor einer kleinen
lebenden Ratte hatte er höchste Panik...) hatte ich doch arge Bedenken, ob er
je wieder alleine in der Natur zurrecht kam.
Und dann war er wieder für zwei Tage verschwunden – mein Mutterherz war
voller Sorgen und Kummer – bis er auf seinem “Futterast” zurückkehrte. Da saß
er nun, verschmähte mein angebotenes Futter und ich sah, dass er Blut am Bein
hatte. Das Blut stammte aber nicht aus einer Wunde – Calypso war völlig in
Ordnung – er muss wohl Beute gemacht haben!!! Es vergingen 10 Minuten, da
landeten auch die anderen drei Falken ganz in der Nähe. Calypso ließ noch
einmal sein “Mama-Gegurre” ertönen, welches er immer machte um mit mir zu
schmusen, schwang sich in die Luft, gesellte sich zu den anderen dreien und
gemeinsam segelten sie davon. Das war sein Abschied.
Manchmal sehen wir ihn hoch
über unserem Garten kreisen, oder sich auf dem großen Bambus niederlassen – dann
ruft er nach mir und fliegt wieder davon. Nach all dem Schrecklichen was ihm
zugestoßen ist, hat er es geschafft wieder eins mit der Natur zu werden und
sich selbst zu ernähren – ein wunderschöner Erfolg und trotzdem kullert ab und
zu eine Träne über meine Wange, weil ich den kleinen Kerl so sehr vermisse...
Kati – die blinde Katze aus Punta Cana
Immer wieder bekomme ich verzweifelte eMails von Touristen die Urlaub in
Punta Cana machen und dort ein Problem mit einem Tier haben. Bitte versteht,
dass ich nicht überall helfen kann, zumal Las Terrenas und Punta Cana ungefähr
so ist, als würde jemand aus Garmisch-Partenkirchen jemanden in Flensburg um
Hilfe bitten...
Für diesen Notfall konnten wir aber trotzdem eine Lösung finden. Mehrere
Touristen berichteten von einer Katze des Hotels Catalonia Bavaro, die statt
Augen nur noch rote, entzündete Augenhöhlen hatte... Nach vielen Telefonaten
fand ich unsere Freundin Liane aus La Romana (was auch noch weit weg ist...),
die bereit war, die Fahrt nach Bavaro zu machen und die Katze aus dem Hotel
abzuholen. Leider – und das erleben wir immer wieder – sind diese
All-Inclusive-Hotels nicht bereit, Leute von außen in die Hotels zu lassen,
meist wird der Wachschutz dort sogar recht aggressiv...
Liane ließ davon nicht abhalten und ging auf die Suche nach der Katze.
Gott sei Dank war sie durch ihre Blindheit nicht so scheu und da sie schon von
Touristen gefüttert wurde, ließ sie sich problemlos einfangen. Liane sah noch
weitere Katzen mit den gleichen Symptomen, doch diese waren nicht zu fangen...
Liane brachte die Katze dann in La Romana zu mehreren Tierärzten, denn
ich hatte ihr im Vorfeld erklärt, dass die Augen unbedingt operiert werden
müssen. Nun gehört das hier nicht zu den häufig vorkommenden Operationen und so
war nur eine einzige Tierärztin bereit die OP durchzuführen. Kati – so wurde
die Katze von Liane getauft – bekam erst einmal Antibiotika (sowohl Tabletten
als auch Augentropfen), damit die Entzündung weggeht, damit man anschließend
die Augenlieder zunähen kann.
Wer sich jetzt fragt, woher diese Erkrankung kommt – wieder ist es das
leidige Thema mit dem sorglosen Umgang von Pestiziden, Insektiziden und anderen
toxischen Giften, die hier fröhlich in der Gegend versprüht werden.
Nächstes Problem – Kati war schwanger und die Tierärztin nicht bereit in
diesem Zustand eine Kastration vorzunehmen. Ist eine Abtreibung schlimmer als
wenn die Katzenbabys danach auf der Straße landen und dort qualvoll zu Grunde
gehen???
Liane und ich beschlossen dann,
die Kastration vor die Augen-OP zu legen und Kati von einem anderen Tierarzt
kastrieren zu lassen – bescheuert die arme Katze zweimal einer Narkose auszusetzen,
von den doppelten Tierarztkosten mal ganz zu schweigen, aber leider nicht
anders möglich.
Laut Aussage der (Augen)Tierärztin, seien noch 4 Wochen bis zur Geburt. Eine Stunde bevor Liane zur Kastration wollte, bekam Kati ihre Babys – eines wurde schon tot geboren, die anderen 4 lebten nur 2 Minuten, durch die Schädigung der Toxine hatten diesen Katzen keine Überlebenschance. Vielleicht war es in diesem Fall “gut”, denn wie hätte sich die blinde Kati um ihre Babys kümmern sollen und wer hätte sich der 5 Katzen anschließend angenommen???
Vor ein paar Tagen wurden nun die Augen operiert, die Kastration folgt demnächst. Eigentlich war Liane auf der Suche nach einer Familie, die sich dieser lieben Katze annimmt – denn zurück ist das Giftversprühende Hotel? niemals! – doch Kati hat Lianes Herz im Sturm erobert und darf nun bei ihr bleiben.
Edith – Schock, Trauer und Wut
Und nun noch etwas, was mit den Tieren zwar nicht unbedingt so viel zu
tun, uns aber sehr schockiert hat und vielleicht auch mein langes Schweigen
etwas erklärt...
Unsere Schweizer Freundin Edith hat uns während der Kastrationsaktion in
Las Terrenas sehr geholfen. Sie war eine große Tierfreundin, hatte selber 6
Katzen und 4 Hunde. Leider hatte ihr Rüde sich mit Staupe infiziert und für ihn
gab es keine Rettung mehr, so dass Nina den armen Kerl einschläfern musste.
Auch einem von Ediths Katern ging es sehr schlecht, er hatte eine
Harnwegverstopfung und konnte seine Blase nicht mehr entleeren. Drei Tage lang
brachte Edith ihn zu uns in die Klinik, drei Tage lang musste Nina die
Verstopfung beseitigen – doch da sie immer wiederkehrte, gab es auch für ihn
keine Hoffnung mehr. Solche Erlebnisse schweißen uns mit den Tierbesitzern
natürlich noch enger zusammen, man leidet gemeinsam.
Bevor wir nach La Yagua fuhren, trafen wir uns mit allen Helfern der
Aktion zu einem kleinen Umtrunk, auch um die gemeinsamen – nicht immer schönen
– Erfahrungen während der Arbeit zu besprechen und zu verarbeiten. Edith
unterhielt sich lange mit Nina und freute sich schon, bei der nächsten Aktion
wieder aktiv helfen zu können.
Eine Woche später wurde sie tot in ihrem Haus aufgefunden, ihr Mörder
hatte sie stundenlang gequält.
Bis heute haben wir dies noch nicht wirklich verarbeitet, versuchen
Ediths Tieren so gut es geht zu helfen und hoffen für Edith, dass sie nun an
einem Ort ist, wo sie mit ihren geliebten Tieren wieder zusammen sein kann.
Für wie viel Liebe ist Platz in einem Herzen?
Liebe Freunde der dominikanischen Tiere,
manchmal frage ich mich, für wie viel Liebe in meinem Herzen noch Platz ist – es ist immer noch Platz für ein neues Schicksal, ein weites armes Wesen, ein Straßenhund der mich mit großen Augen anschaut... In über sieben Jahren gingen ca. 3.500 Tiere durch meine Hände, einige verweilten länger bei mir, andere habe ich nur einmalig behandelt oder gefüttert. Doch alle diese Tiere haben eines gemeinsam – sie haben mein Herz mit Liebe erfüllt, meine Gedanken und Gefühle beeinflusst. Und an jedes weitere Tier, was meinen Leben kreuzt, hänge ich erneut mein Herz, so auch an
Eulalia, die Hispaniola-Schleiereule (Tyto glaucops)
Heilig Abend – für uns ein Arbeitstag an unserem Verkaufs- und Infostand – wurde zum Tag der Eule. Ein Wilderer hatte eine Schleiereule zum Verkauf mitgebracht. Das arme Geschöpf war an den Beinen gefesselt (die Stricke hatten schon tiefe Wunden hinterlassen!), das Tageslicht und die Menschenmenge machte das nachtaktive, scheue und total unterernährte Tier völlig panisch. Natürlich kam es zu einem Tumult, mehr oder weniger sogar zu Handgreiflichkeiten, doch schließlich konnten wir die Eule dem Wilderer abnehmen und Buschi für schnell mit ihr zu uns nach Hause. Ich versuchte derweil der aufgeregten Menschenmenge zu erklären, warum die Wildtiere so wichtig für das ökologische System sind und das sie nicht in die Hände von Menschen gehören sondern frei leben sollen. Auch dass seit März 2009 ein Jagdverbot für Wildtiere gilt (“Jede Tätigkeit, die zu Tod, Belästigung, Verstümmelung oder Gefangennahme von wilden Tieren führt, wird geahndet”). Als sich alle verzogen hatte, kam ein alter Mann – bestimmt um die 90 Jahre – zu mir, nahm mich in die Arme, drückte mich und sagte: “Ich danke Dir für den Respekt an unserer Natur, leider haben meine Mitmenschen diesen Respekt verloren.”
Eulalia wurde von uns versorgt – Abends im Dunkeln fütterten wir sie mit roher Hühnerleber, die sie gierig fraß und sie bekam homöopathische Mittel, da sie schon auffällige Verhaltensstörungen zeigte und um die Genesung zu beschleunigen.
Sie nahm gut an Gewicht zu, wurde wieder wehrhaft, attackierte uns und das Futter (ein gutes Zeichen!) und fing an in ihrer Voliere von Ast zu Ast zu fliegen. Nach 3 Wochen war sie stark genug um wieder in die Freiheit entlassen zu werden, nach kurzer Rast auf einer unserer Palmen, schwang sie sich in den Abendhimmel auf – leb wohl Eulalia, allezeit guten Flug und Waidmanns Heil!
Frodo, der Zwerg-Pinscher-Chihuahua-Welpe
In der ersten Januarwoche bekam ich einen Anruf einer deutschen Touristin. Ihre Tochter hatte sich in einen Welpen verliebt, den sie dann gekauft und nun mit nach Deutschland nehmen wollten. Leider war es nicht möglich mit den vorhanden Papieren/Impfungen den Hund einzuführen, zumal er das Mindestalter noch nicht erreicht hatte. Es wurde aber eine andere Möglichkeit gefunden, nämlich über die Einreise nach Frankreich, den Hund zehn Tage später über Paris ausfliegen zu lassen. Da Frodos Gesundheitszustand auch nicht der beste war, kam er für die Zwischenzeit zu uns. So winzig wie der kleine Kerl auch war, er hatte Charakter für zehn große... Sein bevorzugter Spielkamerad war unser Doggenmix Onyx.
Für die Reise ins kalte Frankreich bzw. Deutschland bastelte ich ihm aus einer Socke einen Mantel. Seine Besitzerin hat mir später erzählt, das Frodo lieber die Socke trägt als den extra für ihn angeschafften Chihuahua-Mantel ;-)
Auch Frodo hat mein Herz im Sturm erobert – wenn wir mal wieder in Deutschland sind, werden wir ihn auf jeden Fall besuchen.
Emma, die Antillen-Schmuckschildkröte (Trachemys stejnegeri – gehört zu den Sumpfschildkröten)
Wieder ein einheimisches Wildtier, was wir Wilderern abnehmen mussten. Buschi fand Emma an der Straße, wo sie an einem Draht, den man ihr durch den Panzer gebohrt hatte, kopfüber, in der prallen Sonne an einem Ast hing und zum Verkauf angeboten wurde. Zusätzlich zu dem durchbohrten Loch hatte man ihr seitlich den Panzer verletzt und sie blutete stark.
Auch Emma bekam homöopathische Mittel, welche nicht nur die Blutung schnell stoppe, sondern auch die Heilung des Panzers förderten. Damit wir ein Infektionsrisiko ausschließen konnten, mussten wir Emma für ein paar Tage beobachten. Nun ist unser Haushalt zwar auf viele Tierarten (wir haben Hunde, Katzen, Pferde, Kaninchen, Enten, Gänse und Hühner) eingestellt, aber solche Exoten wie Schleiereulen oder Sumpfschildkröten stellen uns doch vor neue Herausforderungen... Emma kam in unseren hölzernen Badezuber (den wir aus Zeitmangel kaum mehr nutzen), wo sie einerseits im Wasser abtauchen konnte, andererseits aber auch die Möglichkeit hatte sich auf die für sie reingelegten Steine im Trockenen aufzuhalten. Kam nun noch die Frage: was füttern??? Wir boten ihr verschieden Fleischsorten an, welche sie auch gerne verzehrte und um den Speiseplan abwechslungsreicher zu gestalten gingen wir zu einer benachbarten Kuhtränke in der wir Kaulquappen für sie fingen. Da wir das Wasser im Badezuber länger nicht mehr gewechselt hatten, sorgten die Algen für die vegetarische Ernährung.
Nun wollten wir ja eigentlich den Januar dafür nutzen um mal etwas auszuspannen. Geplant waren 3 Wochen auf unserer Finca weiter im Norden zu verbringen, was sich durch die Pflege von Eulalia eh schon verschoben und verkürzt hatte. Also packten wir nicht nur 10 unserer 12 Hunde und unsere 2 Katzen ins Auto, sondern auch Emma kam mit zur Finca. Dort durfte sie sich noch 2 Tage in der ehemaligen Pferdetränke an Kaulquappen dick fressen und dann setzten wir sie im sumpfigen Teil unseres Grundstückes aus, wo sie selber entscheiden konnte wo sie hingeht, z.B. weiter zum Fluss runter. Selbst an solch ein relativ ungeselliges Tier hängt man sein Herz...
Calypso, der Buntfalke (Falco sparverius)
Wieder ein Nestraub, wieder ein Wilderer der mit Grausamkeit an Tieren Geld verdient und für uns wieder eine neue Erfahrung... Zwei Schleiereulen hatten wir ja nun schon erfolgreich aufgezogen und ausgewildert, aber so ein kleiner Falke ist dann noch einmal etwas ganz Besonderes. Calypsos größtes Problem war die Art, wie der Wilderer einen seinen Flügel “gestutzt” hatte – nämlich der untere Teil des rechten Flügels wurde samt Federkielen quer abgeschnitten!!! Kaum dass wir Calypso etwas aufgepäppelt hatten, begann ich mit ihm Flugübungen zu machen, den trotz der Verstümmelung musste er lernen damit zu fliegen. Beim ersten Versuch plumpste er einfach nur ins Gras, danach versuchte er schon mit den Flügeln zu arbeiten, am dritten Tag bekam er Aufwind uns segelte über unseren Zaun hinaus und verschwand im Dschungel...
Von da an durfte Buschi Calypso täglich von diversen Bäumen in der Umgebung runterholen – teilweise mussten wir dazu Äste absägen – denn auf einen Baum zu fliegen war eine Sache, aber wieder runter eine andere... Nach einer Woche zeigte uns Calypso dann aber, welch ein Flugtalent er ist und ab da an ließen wir ihm seine Freiheit.
Nun ist Freiheit ja ganz schön – ein 5-Sterne-Restaurant aber noch schöner ;-)
Calypso – einfach wunderschön!!!
Calypso kommt weiterhin jeden Tag zu mir geflogen um sich etwas Futter abzuholen, er ist gut gewachsen, seine Landungen sind punktgenau, er weiß, wie man als stolzer Greifvogel seine Krallen benutzt und doch ist die Nähe zu “Mama” noch tröstlich. Wir sind sehr stolz auf seine tollen Fortschritte und eines Tages wird er sich völlig von uns abnabeln, sich ein hübsches Weibchen suchen und hoffentlich den Fortbestand dieser majestätischen Vögel sichern. Er wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen....
Viele weitere Patienten haben wir in den vergangenen 4 Monaten behandelt, eine weitere Kastrations-Aktion durchgeführt und für ein paar Hunde ein neues Zuhause gefunden. Meistens konnten wir helfen und die Tiere wurden wieder gesund, leider haben wir drei Hunde durch Staupe verloren und auch unser lieber Ganter Dagobert starb an einem Virus. Bei Dauerpatientin Blanca hatten wir arge Bedenken (sie kämpfte mit einer sehr tiefen, von Maden befallenen infektiösen Wunde), doch sie hat es geschafft. Pfleghund Onyx – er wird erst im Mai kastriert – befindet sich im Liebesrausch zu Pfleghündin Spotty (auch noch unkastriert...), die sich bis zu ihrer Ausreise in zwei Monaten nach Deutschland bei uns aufhält (Hund Nr. 13!!!). Bei unser Dauerpatientin Mäuschen geht es mal auf mal ab – sie ist aber sehr lebensfroh und auf der Finca rennt (!!!) sie trotz ihrer Behinderung hinter unseren Pferden her...
Übrigens würden sich Mäuschen und Onyx wieder über einen neuen Paten freuen!
Zwischenzeitlich hatten wir sehr liebe Tierfreunde aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu Besuch. Sie kamen nicht nur mit allerlei tollen Medikamenten, sondern auch mit Sachspenden wie Halsbänder etc. und zeigten reges Interesse an unserer Arbeit. Danke Euch allen!
Seit Wochen hält uns die Planung für die nächste große Kastrationsaktion auf Trab. Dank der Großzügigkeit einiger Firmen und Spender und nach der tollen Reaktion auf unseren Spendenaufruf vergangener Woche, fehlen momentan nur noch 1.694,- Euro. Ich weiß, dass auch in Euren Herzen sehr viel Liebe Platz hat – Liebe für die dominikanischen Tiere in Not – mit Eurer Spende findet diese Liebe ihr Ziel direkt bei den Hunden, Katzen, Vögeln, Schildkröten und und und....
Ich danke allen Beteiligten, dass wir diese wunderbare Arbeit realisieren können, auch Ihr habt Euch damit ein Platz in meinem Herzen erobert. Danke.
Eure Miriam

Ein Jahr der Hoffnung geht zu Ende...
Liebe Tierfreunde, Paten, großzügige Spender und fleißige Helfer,
das
Jahr neigt sich dem Ende und es ist Zeit Bilanz zu ziehen – eine Bilanz mit der
wir uns als so winziger Verein hinter den großen Vereinen nicht verstecken
müssen, im Gegenteil!
Kastrationen
In den vergangenen 12 Monaten (ich rechne dabei die letzten 11 Arbeitstage im Dezember mit ein) konnten wir insgesamt 740 Tiere kastrieren:
- 550 Hündinnen
- 80 Rüden
- 86 weibliche Katzen
- 20 Kater
- 4 Kaninchen-Böckchen
- 337 Abtreibungen während der Kastration
Sonstige Operationen und medizinische Behandlungen
- 81
sonstige Operationen
- 1264
sonstige medizinische Behandlungen
Futter
- ca. 1,3 Tonnen Futter an Straßenhunde/bedürftige Tiere verfüttert
Einnahmen/Ausgaben 2010 (um es transparenter zu gestalten, habe ich die Einnahmen in US$ oder RD$-Peso in Euro umgerechnet)
- 8.875,29 € Spendeneinnahmen
- 1.000,- € Preisgeld von TASSO (Goldene Pfote 2010)
- 15.616,94 € Ausgaben für Kastrationen, Medikamente, OP-Material
- 1.248,- € für Futter
Bleibt leider ein Defizit von 6.989,65 € für 2010 und das Defizit des Vorjahres von ca. 9.550,- € für z.B. die Anschaffung unserer mobilen Tierklinik, Spendencontainerverschiffung etc., welches wir aus eigener Tasche bezahlt haben... Wir geben die Hoffung nicht auf, dass in 2011 ein paar mehr Spendengelder eingehen :-))
Was man nie vergessen darf: hinter diesen ganzen nüchternen Zahlen verbirgt sich jedes Mal ein Einzelschicksal. Jedes Tier was “durch unsere Hände geht” wird als Individuum behandelt – wir leiden und freuen uns mit ihm, schenken ihm unsere Liebe und Zuneigung, bangen um seine Genesung und trauern, wenn wir es nicht retten konnten. Was das Jahr 2010 uns an körperlichen und emotionalen Belastungen abverlangt hat war immens...
Ich möchte an dieser Stelle besonders meinem Mann Buschi danken – ohne dessen Hilfe, Geduld und Hingabe hätte ich das alles nie bewältigen können. Das unsere Ehe immer noch funktioniert ist vor allem ihm – meinem Fels in der Brandung – zu verdanken. Doch auch ohne unsere tollen Tierärzte, unsere ehrenamtlichen Helfern vor Ort, den unermüdlichen Helfern für Arbeiten wie unsere Homepage und Übersetzungen, den großzügigen Spendern (nicht nur monetärer Art, sondern auch was Sachspenden betrifft) und all die lieben Menschen, die an unsere Sache glauben und uns mental unterstützen – ja ohne Euch alle, hätten wir diesen Erfolg nie Zustande gebracht. Euch gilt mein Dank und die Hoffnung auch das nächste Jahr mit Eurer Unterstützung rechnen zu dürfen.
Solch eine Jahresbilanz sollte man nicht ohne einen Blick in die Zukunft
enden lassen. Daher kann ich Euch die freudige Nachricht übermitteln, dass wir
für März 2011 die nächste große
Kastrationsaktion in Zusammenarbeit mit Tierärztepool und unseren dominikanischen Tierärzten Angel und Romy (Angels Assistenzarzt,
der bei den letzten beiden monatlichen Aktionen schon geholfen hat und im März
mit seinem Studium fertig sein wird) planen.
Ziel ist es in ca. 11 Arbeitstagen weitere
270 Tiere zu kastrieren.
Bei
dieser Aktion werden wir mit unserer mobilen Tierklinik auch in einige
umliegende, sehr arme Dörfer fahren um direkt vor Ort zu operieren, kranke
Tiere zu versorgen und Aufklärungsarbeit zu leisten.
Da unsere eigenen finanziellen Mittel leider erschöpft sind, brauchen wir Eure Unterstützung in Form von:
- Geldspenden
- Patenschaften übernehmen oder verschenken – demnächst werden wir auch Kastrations-Patenschaften anbieten (für eine Hündin 25,- €, für eine Katze 20,- €, für einen Rüden 15,- €, für einen Kater 10,- €)
- Ihr z.B. einen Flohmarkt zugunsten dieser Aktion veranstaltet, oder bei eBay Eure Sachen im Namen der dominikanischen Tiere versteigert
- Ihr vielleicht die ein oder andere Firma (bei der Ihr angestellt oder mit der Ihr befreundet seid) als Sponsor für diese Aktion gewinnt (Spendenbeleg ist möglich)
- und vieles mehr
Ich werde im neuen Jahr nochmals ganz speziell auf die Aktion eingehen. Patenschaften (auch die Kastrations-Patenschaften) könnt Ihr ab sofort oder z.B. als Weihnachtsgeschenk für Eure Freunde/Familie übernehmen. Wer daran Interesse hat, eMail an info@amigos-de-lucky.org genügt.
Mit den folgenden Bilder möchte ich meinen Jahresrückblick beenden – jeder
Monat wird mit einem Foto dokumentiert, das Euch hoffentlich einen kleinen
Einblick in unsere Arbeit ermöglicht.
Und
bevor ich es vergesse, ich habe noch ein
kleines Weihnachtsgeschenk für Euch... Buschi und ich haben uns
entschieden, Mäuschen für immer zu behalten. Ihre Hirnschädigung wird zwar
besser, aber sie wird wohl für den Rest ihres Lebens ein Pflegefall bleiben.
Sie braucht viel Zeit, Liebe, Verständnis, Pflege und medizinische Versorgung –
dies wollen wir Mäuschen in Eurem Namen schenken.
Ich wünsche Euch ruhige Feiertage, Zeit um sie mit Euren Lieben zu verbringen und vielleicht ein paar besinnliche Gedanken, wie wir den Tieren dieser Welt helfen können. Danke für Eure Unterstützung.
Herzliche Grüße Eure
Miriam
Januar - Prieto (von uns auf Warzenschwein umbenannt) wurde von Kindern während unserer Kastrationsaktion in unsere Klinik gebracht. Er hatte Canine Papillomatose (Papilloma-Virus), eine Viruserkrankung die hier relativ häufig ist – aber in solch einem Ausmaß hatten wir das alle noch nie gesehen! Seine gesamte Mundhöhle uns sein Rachenraum waren so voller Warzen, dass er seit Tagen nichts mehr fressen konnte und hatte starke Atemnot hatte. Zusätzlich hatten die Warzen zwischen seinen Ballen eine starke Entzündung hervorgerufen. Jeden zweiten Tag wurde er von uns behandelt. Ohne unsere Hilfe wäre er gestorben. Heute geht es ihm wunderbar, er ist wieder dick und rund und völlig gesund.
Februar – Die kleine Straßenhündin Humpi (siehe Bericht hier) wurde nach ihrem Unfall von uns gepflegt und wir konnten eine liebevolle Familie für sie finden. Heute lebt sie mit ihrem Kumpel Bonzo glücklich und zufrieden – vielleicht lässt sie dieses Glück die Qualen ihrer ersten Lebensmonate auf der Straße vergessen...
März – Alle unsere eigenen Tiere stammen von der Straße,
so auch Lucky und Findus. Findus – damals gerade mal eine Hand voll, völlig
verhungert und kurz davor auf der Straße von einem Auto überfahren zu werden –
fand in unseren Hunden liebevolle Partner zum Kuscheln und Spielen. Wie
friedlich die verschiedenen Tierarten hier zusammenleben erstaunt uns immer
wieder aufs Neue.
Diese Toleranz und Liebe, sowie das gegenseitige Vertrauen sollten wir
uns als Beispiel nehmen – wir können von den Tieren so viel lernen...
April – Im April wurde Hündin Isabella mit ihren Welpen in einem verlassenen Hotel gefunden (siehe Bericht hier). Damals schaute die kleine Chivi noch in eine ungewisse Zukunft. Sollte ihr junges Leben auf der Straße enden, ungeliebt und – wie so viele ihrer Leidensgenossinnen – ständig schwanger? Auch für Chivi konnten wir eine Familie finden, sie wurde kastriert, medizinisch versorgt und bekommt regelmäßig Futter von uns, da ihre Besitzer sehr arm sind.
Mai – Straßenhund Ivo (siehe Bericht hier)
wurde im Dezember 2009 von uns kastriert und medizinische versorgt. Das harte
Straßenleben hatte ihn gezeichnet und als Nahrungsquelle stand ihm nur der
Abfall zur Verfügung.
Als ich Ivo im Mai auf der Straße traf, sah er toll aus und war sehr
fröhlich. Ich ging ihm nach und konnte beobachten, wie er an verschiedenen
Stellen, z.B. bei einem Colmado (kleiner Supermarkt) Futter von den
Dominikanern bekam. Nicht nur das Verständnis der Bevölkerung gegenüber den
Tieren hat sich durch unsere Arbeit verbessert, sonder weil die Hunde auch in
einem viel besseren Gesundheitszustand sind, ekeln sich die Dominikaner nicht
mehr vor ihnen oder haben Angst vor ansteckenden Krankheiten.
Juni – Gemeinsam mit Tierarzt Angel beschlossen wir nun monatlich eine kleine Kastrationsaktion zu machen. Nur wenn wir regelmäßig operieren, können wir dem ungewollten Nachwuchs – der dann meist auf der Straße landet – vorbeugen. Zu vielen Tieren von Dominikanern haben wir gar keinen Zugang, da sie irgendwo verschachtelt im Häuserwirrwarr von Las Terrenas leben. Da sich die meisten aber keine Kastration für Ihr Tier leisten können, ist unsere Hilfe auf für sie so wichtig.
Juli – Flusshündin Mäuschen (siehe Bericht hier und hier) kommt zu uns. Anfangs stehen ihre Überlebenschancen gar nicht gut, aber als das Schlimmste vorbei ist, lernt sie langsam wieder zu laufen. Heute erkundet sie, wenn auch immer noch etwas wacklig, unser ganzes (Berg!)Grundstück. Sie hat uns gezeigt, wie stark ihr Überlebenswille ist und dass man auch mit einem Handikap sehr viel Lebensfreude haben kann.
August – Trotz unserer unermüdlichen Kastrations- und Aufklärungsarbeit finden wir immer mal wieder Welpen auf der Straße. So lief auch dieses kleine verhungerte Wesen völlig verwirrt durch Las Terrenas und wäre fast unter die Räder eines Autos gekommen. Natürlich wurde sie als Pflegehund aufgenommen. Doch schon nach drei Tagen meldeten sich die Besitzer – die Kleine war unter dem Zaun entwischt und fand dann wohl nicht mehr den Weg nach Hause. Wie gut das diese Geschichte ein Happy End gefunden hat...
September – Als Straßenhund “Katastrophe” (siehe Bericht hier) zu uns kam, waren wir über seinen schrecklichen Zustand mehr als geschockt. Nach vier Tage unermüdlichem Kampf – was für meinen Mann und mich auch hieß, das wir uns schichtweise abwechselnd rund um die Uhr um den armen Kerl kümmern mussten – schlief er friedlich in unseren Armen ein, für immer... Noch heute kämpfen wir mit den Tränen, wenn wir an ihn denken, wir hätten ihm so gerne ein neues Leben geschenkt. Das gelang uns aber bei Negrita – als wir sie im September fanden, war sie auch nur Haut und Knochen und hatte starke Räude. Sie wurde von uns behandelt, mit gutem Futter versorgt und schließlich kastriert. Heute ist sie ein wunderschöner, gesunder Hund. Als sie noch krank war, wurde sie von ihren Besitzern – aus Angst vor Ansteckung – nicht angefasst. Jetzt ist sie ein vollwertiges Familienmitglied Schmuseeinheiten inklusive...
Oktober – Straßenhund Onyx, der noch im September zu uns kam (siehe Bericht hier) konnten wir Gott sei Dank helfen wieder gesund zu werden. Seiner Pflege widmeten wir uns voll und ganz und das Ergebnis spricht für sich... Er ist noch immer bei uns, da wir bis heute keine geeignete Familie für ihn finden konnten. Und wieder entdeckte ich eine noch unkastrierte kleine Straßenhündin. Sie wurde von und mit Futter versorgt und etwas zutraulicher, so dass wir sie Anfang Dezember kastrieren konnten.
November – Durch Zufall fand ich unter einer Treppe eine Straßenhündin mit ihren 8 Welpen. Auch sie bekam nun regelmäßig Futter, damit sie genügend Milch hat, um ihre Welpen durchzubekommen. Seit dem versuche ich Familien zu finden, die bereit sind, die Babys zu adoptieren – kein einfaches Unterfangen... Jeden Samstag veranstalten wir einen Verkaufs- und Informationsstand, um ein paar Spendengelder in unsere (leere) Kasse zu bekommen. Dazu ging ich bei ebay auf mühsame und zeitraubende Schnäppchensuche und ließ die Sachen dann hier her schicken. Zusätzlich haben wir einen Schaukasten aufgestellt, um die zur Adoption stehenden Straßenhunde besser vermitteln zu können.
Dezember – Das Jahr soll mit folgender glücklichen
Geschichte enden: Ich war bei einer Schweizer Freundin um ihren Kater zu
behandeln und sie erzählte mir, dass sie und ihr Freund sich überlegen nicht
einen Hund zu adoptieren, was natürlich Musik in meinen Ohren war und ich
gleich an einen der 8 Straßenwelpen dachte. Kaum stieg ich danach ins Auto,
erreichte mich ein verzweifelter Anruf. Freunde hatten an diesem kalten und
regnerischen Tag einen winzigen Welpen am Strand gefunden. Trotz intensiver
Suche war von der Mutter oder seinen Geschwistern keine Spur zu finden – also
musste ich davon ausgehen, dass der Kleine ausgesetzt wurde. Dabei war er
gerade mal zwei Wochen alt und hätte noch dringend die Muttermilch gebraucht.
Ich überlegte wer sich die Zeit nehmen würde, das Findelkind mit der Flasche
groß zu ziehen und kam auf die Idee die Schweizerin zu fragen, in wie weit die
Überlegung der Adoption zur sofortigen Realität werden könnte, da ich nun ja
einen absoluten Notfall hatte. So wurde aus dem kleinen namenlosen Baby nun
“Whisky”, denn sofort hatte meine Freundin sich bereit erklärt ihn aufzunehmen.
Und da Whisky schon mal das Baumschmücken übernommen hat, verbleibt mir
nur noch Euch fröhliche Weihnachten und einen gesunden Rutsch ins neue Jahr zu
wünschen!
Tränen der Freude, der Trauer und der Hoffnung ...
Liebe Freunde,
der letzte Monat war mal wieder eine Achterbahnfahrt der Emotionen... Der Tod des armen Straßenhundes “Katastrophe” hat uns sehr mitgenommen. Sicher, wir können nicht alle Tiere retten und jeder Tierschützer rät einem, man sollte so etwas nicht so nah an sich heranlassen, aber für mich ist jeder Verlust eines Tieren eine einzige Tragödie und bricht mir das Herz :-((
Dann bekamen wir die erfreuliche Nachricht, auf die Shortlist für die Goldene Pfote gelangt zu sein und die Abstimmungsphase war für uns der reinste Krimi. Tierfreund Winni klickte sich Tag und Nacht die Finger wund, damit wir gegen so gewaltige Mitbewerber wenigstens eine kleine Chance haben sollten, doch nach ein paar Tagen wurde das Abstimmungsergebnis korrigiert und die Mehrfachstimmen gestrichen. Nach Beendigung des Voting wählte die Jury uns auf den 4. Platz und wir waren sehr enttäuscht - wieder war eine Hoffnung zerstört. Gerade als ich Euch per eMail darüber informieren wollte, bekamen wir einen Anruf von TASSO: der 3. Platz hatte seine Bewerbung zurückgezogen und wir rutschten auf und gehörten nun doch zu den Gewinnern. Und wieder flossen Tränen, doch diesmal welche der Freude und des Glücks!!! Da wir zur Preisverleihung in Pfullingen nicht persönlich anwesend seien konnten, schickte ich diese kurze Danksagung an TASSO.
Gleich am nächsten Tag hatten wir unsere monatliche Kastrationsaktion, die diesmal in einer sehr “noblen” Umgebung stattfand. Wir durften im 1. Stock einer privaten Human-Klinik arbeiten, denn der Chef dieser Klinik ist von unserer Arbeit so angetan, dass er dies unterstützen möchte. Und da bei den hiesigen Temperaturen das Operieren in unser mobilen Tierambulanz doch recht schweißtreibend ist, nahmen wir das großzügige Angebot gerne an. Diese Unterstützung ist etwas ganz Besonderes, denn die Dominikaner lassen normalerweise “dreckige” Tiere nicht in die Nähe so einer Einrichtung...
10 Hündinnen und 4 weibliche Katzen (einige davon schwanger) konnten diesmal kastriert und diverse sonstige medizinische Behandlungen vorgenommen werden.
Danke an unsere ehrenamtlichen Helfer, die einige Tiere abgeholt haben
oder sich in der Aufwachphase um sie gekümmert haben.
Und ganz besonderen Dank an die Schweizer Alex und Sabrina, die nicht
nur die Patenschaft für Mäuschen übernommen haben, sondern auch diese
Kastrationsaktion KOMPLETT finanziert haben – Ihr seid wunderbar!!!
Während der Kastrationsaktion entdeckte ich auf der gegenüberliegenden
Straßenseite eine herumstreunende Hündin, die wir natürlich gleich
kastrieren wollten. So ging ich also sofort zu ihr, lockte sie mit etwas
Fressen an und legte ihr eine Leine um – dies alles verlief völlig
problemlos. Bei der Kontrolle ihres Bauches stellt ich fest, dass sie
schon kastriert wurde...
Zu sehen, wie viele Hunde wir schon kastriert haben macht mich sehr
glücklich! Die Situation in Las Terrenas hat sich dadurch für die Tiere
stark verbessert, aber auch die Menschen profitieren davon – endlich gibt
es ein besseres Miteinander zwischen Mensch und Tier!
Um weiter etwas Geld in unsere Spendenkassen zu bekommen, haben wir nun jeden Samstag eine kleinen Verkaufs- und Informationsstand. Verkauft wird Hundefutter, welches wir aus Deutschland per Container importiert haben (1.000 Dank an Urs der dies ermöglicht hat, an Sascha von BPS Beutler und besonderen Dank an Xaver von Cayena Service) sowie Tierzubehör, welches wir entweder großzügigen Spendern verdanken haben oder selber in Deutschland erworben haben. Unsere französische Freundin Tamalou betreut diesen Stand und wird tatkräftig von einigen dominikanischen Kindern darin unterstützt.
Was mich ganz besonders freut, ist das rege Interesse an unseren Patenschaften – für Dauerpatientin Mäuschen gab es sogar drei Anfragen, sie ist aber auch wirklich ganz besonders süß :-)) Bitte schaut öfters mal auf der Patenschaftsseite vorbei, sie wird ständig mit neuen Notfällen aktualisiert. Bei uns gibt es keinerlei Mindestbeiträge für die Paten oder Spender, denn für uns sind auch schon 5,- Euro eine Hilfe.
Und nun zu unseren neuesten Patienten. Die Geschichte von Onyx könnt Ihr hier lesen. In den letzten drei Wochen hat er sich schon richtig gut erholt – bis zu seiner vollständigen Genesung wird er noch bei uns bleiben und wir sind schon jetzt auf der Suche nach einem liebevollen Zuhause. Onyx ist ein toller Wachhund und gleichzeitig ein total verschmustes Riesenbaby.
Drei Tage nach Onyx bekamen wir Dino – hier geht es zu Dinos Geschichte. Dino bleibt bei uns, denn mit seiner Behinderung wird sich niemand finden, der ihn aufnimmt.
Der gelähmte Welpe, den wir letzten Monat als Patienten aufnehmen mussten, konnte nach knapp zwei Wochen als geheilt wieder zurück zu seinem Besitzer. Wahrscheinlich hatte er Drogen gefressen – ja, auch das gibt es hier leider... – und die Drogen hatten die Lähmung ausgelöst. Wir haben den Zwerg entgiftet und mit ihm Reha-Übungen gemacht.
Und dann verloren wir leider noch eine Patientin – Lila, die angefahrene Straßenhündin, die bei unserer Freundin Nicole gepflegt wurde. Am Vortag ging es ihr noch gut, sie war mit Nicole im Auto unterwegs (was Lila liebte), hat gut gefressen, abends als “Betthupferl” ihre Portion Joghurt bekommen (auch das liebte sie sehr) und ist dann eingeschlafen. Aus diesem Schlaf ist sie nicht mehr erwacht, es ging also schnell und schmerzlos, was für Lila bestimmt das beste so war.
Wir sind alle sehr traurig und geschockt deswegen, denn eigentlich hatten wir große Hoffnung, dass Lila überlebt. Vielleicht hätte sie nie mehr richtig laufen können, aber sie hatte uns immer ihren Lebenswillen vermittelt und störte sich eigentlich nicht an ihrer Behinderung. Buschi wollte Ihr jetzt einen Rollwagen bauen und hatte sogar schon die Reifen bestellt, da es sie hier in Las Terrenas nicht gab. Leb wohl liebe Lila, Du hast unser Leben bereichert.
Nicht immer können wir gewinnen – aber wir werden immer all unsere Kraft und Liebe den Tieren widmen, denn sie haben es verdient.
In diesem Sinne grüße ich herzlich aus Las Terrenas
Miriam
Wenn die Hoffnung Früchte trägt ...
Liebe Freunde der dominikanischen Tiere,
endlich ist es soweit – der fleißige Christian hat sich unserer Webseite angenommen und nun könnt Ihr alle Neuigkeiten und Bilder im Netz mitverfolgen. Jetzt brauchen wir “nur noch” Übersetzer für die Sprachen Spanisch, Englisch und Französisch die sich die Zeit nehmen die ganzen Texte zu übersetzten und wir könnten international durchstarten. Vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch dazu eine gute Idee...
Aber nicht nur Christian war fleißig, auch wir haben in der vergangenen Zeit wieder viel Gutes erreichen können, z.B. unsere monatlichen Kastrationsaktionen mit Dr. vet. Angel De La Cruz aus Sosua. Das war am 31.07. und 04.09. der Fall, wo wir 20 Hündinnen, 3 Katzen, 3 Rüden und 1 Kater kastriert sowie diverse andere medizinischen Versorgungen in unserer mobilen Tierklinik vorgenommen haben. Das Schöne daran ist nicht nur, dass wir in Zukunft viel Tierelend vermeiden können, sondern dass die Dominikaner immer mehr Interesse an ihren Tieren zeigen. Alle Hunde die uns von Besitzern gebracht wurden, waren in Top-Form: gut genährt, gepflegtes Fell, teilweise mit Flohhalsbändern ausgestattet, mit Impfpässen und alle hatten Namen (wie z.B. Coffee und Weizen(bier)) und ihre Besitzer sind sehr liebevoll mit ihnen umgegangen. Zum Teil blieben sie während der ganzen Zeit da und kümmerten sich in der Aufwachphase rührend auch um die anderen Hunde. Es wurde viel gestreichelt und Trost zugesprochen. Zu sehen, wie unsere Aufklärungsarbeit hier endlich Früchte trägt macht uns besonders glücklich, denn im Rest des Landes ist das noch längst nicht der Fall. Ihr seht also, es gibt noch sehr viel mehr zu tun...
Bei der Kastrationsaktion Ende Juli brachte uns Tamalou eine Straßenhündin mit vier Welpen, die erst ein paar Tage alt waren. Leider mussten wir zwei der Welpen einschläfern, für sie gab es keine Rettung mehr, denn die winzigen Körper waren komplett von Maden zerfressen, Herzschlag, Temperatur und Atmung hatten schon fast aufgehört. Damit die Hündin nach der Kastration ihre zwei verbliebenen Welpen aber in Ruhe aufziehen konnte und genügend Futter bekam um Milch zu produzieren, nahm Tamalou sie anschließend zur Pflege bei sich auf. Zwei Wochen später bekam ich von Tamalou einen verzweifelten Anruf, sie hatte ein verwaistes Katzenbaby gefunden und brauchte dringend meine Hilfe. Trotz Fläschchen mit Aufzuchtsmilch, Massagen, Wärmflasche und liebevoller Zuwendung war das Katzenbaby sehr unleidlich und maunzte kläglich. Als Straßenhündin Mia auf Tamalous Terrasse ihre Welpen säugte, wagte ich ein Experiment. Mia wurde beschwichtigt und gestreichelt und ich setzte ihr das Katzenbaby an eine ihrer Zitzen worauf es auch sofort gierig zu saugen begann. Mia befand nach 5 Minuten, dass von dem kleinen Ding keine Gefahr für ihre Welpen oder sich ausging und ließ das Baby gewähren. Eine Stunde später, die Hundewelpen waren schon längst eingeschlafen, saugte das kleine Fellknäuel noch immer an seiner Ersatzmutter und erst als es pappsatt war, schlief es glücklich und zufrieden ein. Muttermilch und ihre Wärme lässt sich eben durch nichts ersetzten... Allen Vieren geht es jetzt prima und sie wurden gerade zu liebevollen Familien vermittelt.
Von den gelähmten Patienten Knödel und
Teddy hatte ich Euch ja schon im letzten Rundschreiben berichtet. Leider gibt
es vier weitere schwere Fälle...
Mäuschen ist eine der Flusshunde, die wir
im Dezember 2009 kastriert haben. Bei starken Regenfällen im Juli wurde
Mäuschen vom Wasser des angeschwollenen Fluss mitgerissen, gegen eine Stein
geschleudert und blieb dann hinter einer Brücke hängen wo sie nicht mehr vor
und zurückkam und dem Ertrinkungstod nahe war. Sie schluckte sie nicht nur
Unmengen von Wasser, sondern zusätzlich geriet ihr auch sämtlicher antreibender
Müll ins Maul, u.a. eine große Glasscherbe. Ein beherzter Dominikaner rette sie
mehr tot als lebendig endlich aus ihrer verzweifelten Lage und ich wurde
darüber informiert. Natürlich nahm ich sie sofort mit zu uns – sie hatte einen
schweren Schock, die Wirbelsäule war stark geprellt, die Glasscherbe hatte ihr
heftige innere Verletzungen zugefügt und durch den Sauerstoffmangel hatte sie
einen Hirnschaden. Jeder der mich kennt weiß, dass ich nicht aufgebe, solange
das Tier noch einen eigenen Lebenswillen hat und eine kleine Chance auf
Genesung besteht. Zwei Wochen kämpften wir, mit Hilfe unserer homöopathischen
Tierärztin in Deutschland, um Mäuschens Leben, die Glasscherbe hatte sie Gott
sei Dank recht schnell erbrochen so dass wenigstens die inneren Blutungen
gestoppt werden konnten.
Seitdem erholt sie sich nach und nach und lernt gerade wieder laufen. Bis sie wieder
völlig hergestellt ist, wird aber noch eine Weile vergehen und ob sie je wieder
zurück an den Fluss kann ist fraglich, denn sie hat nach wie vor panische Angst
vor Wasser, verständlich bei dem was sie durchgemacht hat. So bleibt sie also
vorerst einer unserer “stationären Langzeitpatienten”...
Straßenhündin Lila wurde im Mai 2009 von uns kastriert. Anfang Juli wurde sie von einem Motorrad angefahren, was allerdings ihr eigenes Verschulden war. Unsere Freundin Nicole nahm Lila bei sich auf und von uns wurde sie medizinisch versorgt. Auch bei Lila liegt eine Lähmung der Hinterbeine vor. Was die ganze Sache aber noch erschwerte, war ein großes tiefes stark blutendes Loch, was sich auf einmal an der Hüfte von innen nach außen bildete. So kämpfen wir täglich auch um Lilas Leben...
Und während ich das hier geschrieben
habe, kam ein Dominikaner zu uns, der mir seinen gelähmten Welpen brachte – Grund
der Lähmung ??? Totzdem werden wir versuchen ihm zu helfen.
Kaum
hatte ich diesen kleinen Kerl als Patient bei uns stationär aufgenommen,
erreichte mich ein Anruf, dass ein vor kurzem angefahrener Straßenrüde
gesichtet wurde und sich auf der Hauptstraße von Las Terrenas unter einigen
Kisten versteckt hatte. Unser Freund Dan war so lieb und brachte mir den Hund,
da ich vor lauter Patienten nicht in Dorf fahren konnte. Ich hatte ja einiges
erwartet, aber was ich dann sehen musste, war eine einzige Katastrophe!!!
Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich Euch diesen Anblick zumuten kann, aber weil wir dringend finanzielle Hilfe für Medikamente, gutes Futter und eine eventuelle Operation für ihn benötigen und damit Ihr versteht, mit welchen schweren Schicksalen wir hier täglich zu kämpfen haben, werde ich die Fotos von ihm veröffentlichen. Tierschutzarbeit besteht eben leider nicht nur aus “schönen” Momenten – sie ist sehr hart und bringt einen – auch emotional – an seine absoluten Grenzen.
“Katastrophe” - so haben wir den armen Kerl getauft – kann vielleicht überleben. Es wird sehr viel Zeit brauchen und eventuell werden wir das Bein amputieren lassen müssen, aber wir werden die Hoffnung nicht aufgeben und alles was in unserer Macht steht dafür tun, dass er wieder gesund wird. Vorerst gilt es die Infektion zu bekämpfen und ihn wieder aufzupäppeln, denn in diesem schrecklich verhungerten Zustand hat er natürlich nichts dagegen zu setzten.
Daher habe ich das Projekt “Patenschaften” ins Leben gerufen. Hier findet Ihr Tiere, teilweise Straßenhunde, Tiere von armen Dominikanern die nicht genügend Geld für Futter haben oder auch einige Langzeitpatienten deren Versorgung wir nur sichern können, wenn die Kosten für sie übernommen werden. Alle Infos dazu findet Ihr hier
Eines möchte ich Euch noch kurz erzählen. Katastrophe hat trotz aller schlechten Erfahrungen die er mit Menschen machen musste und trotz seiner Schmerzen mich mit hoffnungsvollen Augen angeblickt, mit dem Schwanz gewedelt und mir seine Pfote in die Hand gelegt. Tiere können die schlimmsten Erfahrungen verzeihen und behalten ihr Vertrauen an eine bessere Welt – wir alle können so viel von ihnen lernen...
Danke für Eure Aufmerksamkeit, Eure Hilfe und Euer Engagement, bitte lasst die dominikanischen Tiere nicht im Stich, sie brauchen Euch.
Es grüßt herzlich
Miriam
PS: Da das Schreiben und Bildbearbeiten ja immer etwas dauert, ändern sich manchmal die Ereignisse noch bevor sie veröffentlich werden konnten. So auch im Fall von “Katastrophe”. Der arme Kerl hat es leider nicht geschafft, er starb friedlich und ohne Schmerzen in unseren Armen. Auch wenn wir den Kampf verloren haben, so konnten wir ihm doch wenigstens für seine letzten Lebensstunden etwas Liebe, Wärme und Geborgenheit geben. Wir trauern sehr um das süße, liebe und so tapfere Kerlchen.
Neue Wege zu noch mehr Hoffnung
Liebe Tierfreunde,
länger musstet Ihr auf ein neues Rundschreiben warten, aber es gab einfach zu viele Patienten, die versorgt werden mussten und da bleibt die administrative Arbeit eben schon mal liegen...
Seit unserer großen Kastrationsaktion hat sich bei der Bevölkerung wirklich viel verändert. Sobald ich durch Las Terrenas und Umgebung fahre, halten mich die Leute an und bitten darum, ihre Tiere zu begutachten. Oft sind es nur Kleinigkeiten die die Tiere brauchen wie Entwurmungen, Mittel gegen Hautparasiten oder einfach nur Erläuterungen über die richtige Ernährung. Leider sind aber auch immer wieder mal schwerwiegende Fälle dabei. Zusätzlich gibt es weiterhin viele Hündinnen, die wir noch nicht kastriert haben.
So wurde ich Ostern von Touristen angerufen, die am Strand eine Hündin samt ihren sieben Welpen in einem leer stehenden Hotel entdeckten – die Hundefamilie lebte dort zwischen Müll und Schutt... Unsere Freundin Marina und ich machten erst ein mal gründlich sauber, stellten Wasser- und Futternäpfe auf, versorgten alle Hunde mit Entwurmung und Futter. Marina wohnt gleich in der Nähe und konnte so die hungrigen Mäuse 2 x täglich füttern. Und natürlich begaben wir uns auf die Suche um geeignete Familien zu finden, damit alle ein neues Zuhause bekämen. Die vier kleinen Rüden wurden sehr schnell abgeholt, blieben also noch die drei kleinen Weibchen und Mutter Isabella. Für sie fand ich bei uns unten im Dorf neue Familien – sehr arme aber tierfreundliche Menschen. Damit alle Hunde auch genügend Futter bekommen, bringen wir wöchentlich einen Sack Trockenfutter hin und kontrollieren so gleich ihren Gesundheitszustand.




Leider verschwand eine der kleinen Hündin spurlos, aber den restlichen geht es richtig gut. Nun standen aber noch die Kastrationen aus, denn fast niemand nimmt eine Hündin zu sich, wenn sie unkastriert ist. So baten wir Tierarzt Dr. Angel July De La Cruz aus Sosua um Hilfe und vor zwei Wochen wurden Isabella und ihre zwei Töchter dann kastriert.
Merkwürdiger Weise bekamen wir in letzter Zeit einige Patienten mit Lähmungserscheinungen. So bat mich eine Frau aus unserem Dorf sich ihren Rüden anzusehen, der ohne ersichtlichen Grund seit ein paar Tagen völlig gelähmt war, nicht mal mehr den Kopf konnte er heben. Wir nahmen “Knödel” mit zu uns und berieten mit unserer homöopathischen Tierärztin in Deutschland, was die Ursache für die Lähmung sein könnte. Alles deutete auf eine Schwermetallvergiftung hin. Wenn Ihr Euch jetzt fragt, wie das Zustande kommen kann? Hier werden Pestizide verwendet, die in Europa und den USA aufgrund ihrer toxischen Wirkung längst verboten sind – und damit wird hier rumgesprüht als sei es Zuckerwasser...
Knödel bekam homöopathische Mittel und machten ständig Reha-Übungen mit ihm. Nach 3 Tagen konnte er schon wieder (wenn auch wacklig) stehen, am 5. Tag machte er die ersten vorsichtigen Gehversuche und am 8. Tag klappte beim pinkeln sogar das Bein zu heben ;-) Nach 10 Tagen konnten wir ihn völlig geheilt zurück zu seiner Familie bringen, am 12. Tag fühlte er sich stark genug um den ganzen Weg aus dem Dorf zu uns den Berg hoch zu laufen – seitdem kommt er nun jede Nacht und wir chauffieren ihm morgens wieder runter...
Der nächste gelähmte Patient war “Teddybär” ein Schäferhund-Rottweiler-Mischling dessen Hinterbeine komplett gelähmt waren. Da dies schon ein länger anhaltender Zustand war, hatte er hinten kaum noch Muskulatur. Auch er bekam homöopathische Mittel und ein auf ihn zugeschnittenes Reha-Programm. Seine allgemeine Konstitution konnten wir erheblich verbessern, doch die Lähmung der Hinterbeine blieb bestehen. Auch wir bekamen leichte Lähmungserscheinungen im Rücken, denn Teddy ist nun wahrlich kein kleiner und leichter Hund und die Reha-Übungen mit ihm forderten unseren ganzen sportlichen Einsatz ...


So kamen wir auf die Idee ihm einen Rollwagen zu bauen damit er weithin mobil sein kann und Spaß am Leben hat. Sein Besitzer (ein Holländer) sowie ein deutscher und ein amerikanischer Freund bauten mit Buschi gemeinsam den Wagen – am Ende dieser multinationalen Zusammenarbeit konnte Teddy voller Stolz seinen Wagen in Gebrauch nehmen und er flitze sofort damit los...
Zusätzlich zu der Behandlung kranker Tiere stehen aber nach wie vor die Kastrationen im Vordergund. Dank einer großzügigen Spenderin konnten wir, wie schon erwähnt, mit Tierarzt Dr. Angel July De La Cruz eine weitere kleine Kastrationsaktion durchführen.
Nicht nur Isabella mit ihren Töchtern wurde kastriert, sondern auch vier weitere Hündinnen (davon eine hochschwangere!) und ein Rüde, die schon auf unserer Warteliste standen.
Und da es immer noch viele unkastrierte Straßenhündinnen in Las Terrenas und Umgebung gibt und auch das Interesse der Dominikaner ihre Tiere zu operieren nicht abreißt, haben wir gemeinsam mit Dr. De La Cruz beschlossen, einmal im Monat eine kleine Aktion mit ca. 10 Hündinnen zu starten. Dazu werden wir jeden ersten Samstag im Monat mit unserer mobilen Tierklinik auf dem Parkplatz des “Pet-Shop” (Angel’s Laden für Tierbedarf hier in Las Terrenas) stehen. Das hat den Vorteil, das wir die Leute gleich dazu anhalten können für ihre Tiere auch das geeignete Futter oder Parasitenmittel etc. zu kaufen.
Außerdem hoffe ich etwas entlastet zu werden, was die Konsultationen und allgemeinen Versorgungen betrifft. Denn auf Dauer schaffe ich es weder zeitlich noch körperlich alle Tiere hier im Alleingang zu retten...
Natürlich sind so kleine Aktionen nur ein Tropfen auf den heißen Stein und wir würden gerne zum Ende des Jahres wieder eine größere mit Thomas, Ines und Nina vom Tierärztepool starten. Dazu sind wir aber auf Spenden angewiesen (für die monatlichen Aktionen natürlich auch...) denn leider sieht es finanziell sehr schwierig für uns aus. Daher unsere Bitte an Euch uns zu helfen – auch kleine Beträge können hier schon so viel bewirken und es wäre so schade, wenn wir die Arbeit nicht fortsetzten könnten, denn endlich fangen die Dominikaner an unsere Aufklärung auch umzusetzen. Ein Ende unserer Arbeit würde für das Wohl aller Tiere einen großen Rückschritt bedeuten – helft bitte mit dies zu verhindern, die Tiere brauchen eine Lobby und liebe Menschen wie Euch, die das finanziell ermöglichen können.
Wir danken Euch im Namen der dominikanischen Tiere
Miriam & Buschi
Wenn aus Hoffnungen Taten werden...
Liebe Tierfreunde, großzügige Spender und fleißige Helfer,
nach 6 Wochen Kastrations-Aktion und 2 Wochen Nacharbeit kommt nun endlich mein Bericht. Zuerst mal die Fakten:
- 645 Tiere kastriert (in 28 Tagen) – davon waren es 480 Hündinnen, 73 Rüden, 72 Katzen, 16 Kater, 4 Kaninchen – natürlich wurden alle diese Tiere auch gegen Parasiten behandelt
- 303 Abtreibungen
- 74 weitere Operationen wie Amputationen, Nabelbrüche, Augenentfernungen u.ä.
- 224 medizinische Behandlungen wie Beinbrüche, Räudebehandlungen, Magenprobleme etc.
- 17 Tiere konnten an neue Besitzer vermittelt werden
- 23 medizinische Scherköpfe zum Rasieren verbraucht – danke an die Firma Wahl GmbH für diese großzügige Spende
- 112 Waschmaschinenladungen mit Handtüchern, OP-Hemden usw.
- 2.078 gefahrene Kilometer#
- 1 umgefallener Strommast, der unser Auto demoliert hat
- 13 Tage tropischer, sintflutartiger Dauerregen – was die Hundesuche und das Arbeiten deutlich erschwert und uns sehr deprimiert hat
- 4 Unfälle mit Personenschäden pro Woche in Las Terrenas, verursacht durch Hunde (vor der Kastrations-Aktion) – nach der Aktion: KEIN Unfall mehr!!!!
- 21.121,66 € Kosten insgesamt
- 6.114,73 € eingegangene Spenden
Eine so erfolgreiche Aktion schaffen nicht viele Organisationen – schon gar nicht ein so winziger Verein, wie wir einer sind – das war auch die Meinung der Tierärzte vom Tierärztepool. Und die haben immerhin über 10 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet!!! Für die lang anhaltenden Erfolge, die wir damit erzielt haben, sind die Kosten der Kastrationen eigentlich sehr gering, wenn man als Vergleich die Unterhaltskosten für ein Tierheim nimmt – und ist es nicht viel schöner wenn die Tiere, wie hier, in Freiheit leben können, statt ihr Dasein hinter Gittern fristen zu müssen?
So weit die Fakten und nüchternen Zahlen – unsere tagtägliche Arbeit (meist ein 17-Stunden-Tag), die ganzen positiven wie auch vereinzelt negativen Erfahrungen und all die Emotionen zu beschreiben, wird weitaus schwieriger (und sehr lang)... Bitte nehmt Euch trotzdem die Zeit, diesen Bericht bis zum Schluss zu lesen.
Oft haben wir in den vergangenen sechs Jahren gedacht, wir würden gegen Windmühlen kämpfen – wie oft haben wir den Dominikanern versucht zu vermitteln, wie sie ihr Tier artgerecht und liebevoll halten sollen, und wie oft hatten wir das Gefühl, unsere Ratschläge prallen ungehört an ihnen ab... Doch die Aktion hat uns gezeigt, wie viel sich doch in diesen Jahren schon verändert hat. Nicht nur, dass die Dominikaner sehr zahlreich ihre Tiere in unsere Klinik gebracht haben, wenn ich jetzt durch Las Terrenas fahre, werde ich immer wieder gefragt wann die nächsten Kastrationen stattfinden - oder die Leute bedanken sich und zeigen mir stolz ihre kastrierten Hündinnen, die nun um so vieles besser aussehen.
Suriel mit Billy und seinen anderen Hunden
Suriel ist ein relativ reicher Dominikaner. Vor Jahren rief er mich eines Tages zu sich, weil seine Hunde (von Schäferhund bis Zwerg-Pinscher) krank waren. Als ich die Haltung der Hunde sah, wurde ich fuchsteufelswild... Alle Hunde waren in völlig verdreckten Drahtkäfigen oder winzigen Zwingern eingesperrt, ohne Wasser, und sie waren in einem erbärmlichen Zustand.
Daraufhin habe ich Suriel die Freundschaft gekündigt und ihm gesagt, wenn er diesen Zustand nicht ändert, bräuchte er nie mehr zu mir kommen, wenn es um seine Tiere geht. Suriel kam dann, während unserer Aktion, mit seinem Schäferhund Billy in unsere Klinik. Billy hatte einen schweren Leistenbruch und wäre ohne Operation wenige Tage später wahrscheinlich gestorben. Da Billy recht alt war und auch sein Herz nicht im besten Zustand, barg die OP ein hohes Risiko. Suriel wollte dieses Risiko für seinen Hund aber unbedingt eingehen, und so wurde Billy von Ines operiert (und auch gleich kastriert).
Als wir am nächsten Tag gemeinsam zu Suriels Haus fuhren, traute ich meinen Augen kaum – die Zwinger und Käfige waren verschwunden, alle Hunde liefen frei umher und sahen gepflegt aus. Billy hatte ein Bett (samt Kopfkissen!!!) bekommen, auf dem er sich nach der OP erholen konnte, Suriel ging sehr liebevoll mit seinen Hunden um, und es gab Wasser- und Futterschüsseln. Diese 180-Grad-Wendung ist mir sehr ans Herz gegangen – zeigte sie doch, dass all unsere Bemühungen über die ganzen Jahre nicht umsonst waren und sich wirklich etwas zum Wohl der Tiere verändert hat.
Humpi
Unsere französische Freundin Tamalu war während der Aktion emsig unterwegs, um Hunde in die Klinik zu bringen. So kam sie eines Tages auch mit einer kleinen jungen Straßenhündin an, die kastriert wurde und die Tamalu anschließend wieder zurückbrachte. Zehn Tage später, bei strömenden Regen, kamen zwei dominikanische Motoconcho-Fahrer (Moped-Taxis) in die Klinik – die kleine Hündin wurde von einem großen Jeep angefahren und einfach auf der Straße liegen gelassen. Der eine Motoconcho sah dies, riss sein T-Shirt entzwei, um einen behelfsmäßigen Verband zu schaffen, schnappte sich einen Kollegen und brachte uns den Hund. Seine Worte: “Die Kleine hat doch eine Ohrmarke, also habt ihr sie schon kastriert – rettet ihr bitte nochmals ihr kleines Leben!” zeigen, dass die Bevölkerung unsere Arbeit verstanden hat. Und mal ehrlich, wer reißt schon sein T-Shirt entzwei, um einem Straßenhund zu helfen – dass lässt mir noch immer die Tränen in die Augen steigen...
Humpi wird seitdem bei uns gesund gepflegt, und auch für sie haben wir ein neues Zuhause gefunden, in das wir sie in ein paar Tagen entlassen können.
Flusshund Salomon
Salomon kennt Ihr ja schon aus meinem ersten Rundschreiben. Er hatte sehr schlimme Räude und wurde erfolgreich von uns behandelt. Leider verschlechterte sich seine Haut wieder, während wir in Deutschland waren und in der Vorbereitungsphase für die Aktion nicht dazu kamen, ihn weiter zu pflegen. Zusätzlich gab es oft Beißereien mit den anderen Rüden vom Fluss. So wurden er und ein anderer Rüde kastriert und wieder gegen die Räude behandelt. Irgendwie besteht zwischen Salomon und mir eine große Zuneigung, und wenn ich ihn jetzt einmal wöchentlich medizinisch versorge, wird geschmust, was das Zeug hält...
Seine Besitzer sind nun so stolz auf ihn, erstens weil die “Gringa” (also ich) ihren Hund so toll findet und zweitens, weil er mit dem neuen Fell so schön geworden ist. Dieser Stolz ist die beste Versicherung für einen Hund, denn so wird er gut gefüttert und ist davor bewahrt, ausgesetzt oder geschlagen zu werden.
Die Hunde und Katzen von Agua Sabrosa
Für einen Tag kamen wir mit Krankenwagen und OP-Zelt in das Dörfchen Agua Sabrosa. Eine Freundin hatte uns erzählt, dass sich die Dominikaner dort sehr freuen würden, wenn wir zum Kastrieren kommen könnten, da dort niemand die Möglichkeit hätte, die Tiere bis nach Las Terrenas zu bringen. Und in der Tat – viele brachten ihre Hunde und Katzen zu dem vereinbarten Treffpunkt, als “Leinen” wurde vom Strick bis hin zum Handyladekabel alles verwendet...
Nach anfänglichem Chaos verstanden die Menschen sehr schnell, je ruhiger sie warten, umso mehr Tiere können wir an diesem Tag kastrieren. So arbeitet Ines und Nina am OP-Tisch im Akkord, und wir konnten an diesem Tag 44 Tiere kastrieren – der letzte OP-Schnitt wurde von Nina im Taschenlampenlicht genäht... Uns allen hat dieser Tag besonders gefallen, denn die Leute haben sich sehr bemüht, mit uns zusammen zu arbeiten, sind den Anweisungen gefolgt, haben für uns ein leckeres Mittagessen gekocht und waren sehr dankbar...
Flaco I und Flaco II
Manchmal kommen dann auch Tage, an denen man völlig verzweifelt. Tamalu brachte uns zwei Rüden, die von ihren jeweiligen Besitzern an der Kette gehalten wurden – ohne Futter und Wasser. Ein paar Tage länger, und diese armen Geschöpfe wären einen qualvollen Hungertod gestorben...
Beide wurden stündlich und mit kleinen Portionen wieder an Nahrung gewöhnt. Sie zu füttern war eine Sache, aber wie sollte man es verantworten sie den Besitzern zurück zu geben bzw. sie einfach auf die Straße auszusetzen??? So mussten wir neue und liebevolle Zuhause für die beiden finden, was uns auch erfolgreich gelungen ist. Beiden geht es jetzt wunderbar und von “flaco” (dünn) kann nicht mehr die Rede sein :-))
Der Beinbruchrüde vom Fluss
Beim Einsammeln diverser Flusshunde wurde ich von einer Frau angesprochen, die mich bat, ihren Rüden zu begutachten. Er wurde vor 6 Monaten angefahren, und sie war mit ihm beim hiesigen “Tierarzt”. Nach einer für sie fast unerschwinglichen Operation (sie musste das Geld in Raten abbezahlen), befand sie den Zustand ihres Hundes aber keineswegs als gut. Dies war auch nicht verwunderlich, denn anstatt den unkomplizierten Bruch einfach mit einem fixierenden Verband für einige Zeit ruhig zu stellen, wurde eine 12 cm lange Metallschiene eingesetzt und Draht durch den Knochen gebohrt, denn daran kann man schließlich mehr Geld verdienen... Da diese OP aber so schlecht durchgeführt war, hatte sich der Knochen entzündet, die Schiene ragte aus dem offenen Bein heraus, der Bruch war natürlich nicht verheilt, und der arme Hund litt höllische Schmerzen...
Nachdem Ines die Metallschiene entfernt hatte, war sie sich trotz allem nicht sicher, ob das Bein zu retten sei. Alle zwei Tage holten wir den Patienten ab, brachten ihn in die Klinik, um ihn medizinisch zu versorgen und den Verband zu wechseln. Jetzt, sechs Wochen später geht es ihm prima und er fängt an, sein Bein, welches er so lange nicht mehr gebrauchen konnte, wieder zu belasten und auf allen Vieren zu laufen.
Zusätzlich ist auch er uns ein guter Freund geworden und neulich spielte er mit Salomon gemeinsam am Flussufer...
Finchen
Thomas fand auf der Straße eine kleine Hündin die nicht nur kastriert werden musste, sondern die auch einen Beinbruch hatte und zusätzlich noch eine völlig verschobene Hüfte – beides bestimmt durch einen Unfall verursacht, der leider schon etwas länger her war. So konnten wir nichts anderes machen, als das Hinterbein ruhig zu stellen und zu hoffen, dass der Bruch noch heilt. Da auch bei ihr der Verband öfters gewechselt werden musste, blieb sie vorerst bei uns. Und da ist sie noch... Sie wird wahrscheinlich nie mehr richtig laufen können und für immer “schief” bleiben – aber wir lieben dieses kleine Monster auch so...
Jeder von uns könnte Euch noch so viele Geschichten erzählen, Buschi die vom Krebstumor-Hund, Ines vom Warzenschwein-Hund und der Gebärmuttervereiterungs-Katze, Thomas vom Nabelbruch-Blind-Kater und der Sticker-Tumor-Hündin, Roman von den Rottweiler-Geschwistern und der Steff-Hündin, Nina von der kleinen verhungerten Luna und dem Macheten-Hieb-Rüden, Sigi von seinen Erfahrungen beim Hundezählen, Tamalu wie sie den Leuten mit der Polizei drohte, wenn sie ihre Hündinnen nicht kastrieren lassen wollten, Katrin und Bob vom mit Benzin überschütteten Snoopy und der aufsässigen Yoda, Sabine vom Kampf der vergifteten Flacetita, Marina von Mascha, die im Regen nicht pinkeln wollte usw.
Wir alle sind während dieser Zeit weit über unsere persönlichen Grenzen hinausgegangen, haben Tränen vergossen, uns schon mal gestritten, uns schnell wieder vertragen, uns gemeinsam gefreut wenn wir helfen konnten und uns immer wieder gewundert, wie geduldig, lieb, lustig und intelligent all die vielen Tiere waren, die wir behandelt haben. Am Ende waren wir uns alle darüber einig, dass diese Aktion mehr als gelungen war – diese Aktion hat das Leben von sehr vielen Tieren aber auch von vielen Menschen nachhaltig verbessert, wir haben unzählige Leben retten können und haben gemeinsam mit allen Helfern, egal welcher Nation, für die gute Sache gekämpft.
Mich persönlich hat das alles sehr sehr glücklich gemacht, denn wenn man seine eigenen Probleme (oder was man dafür hält) zurückstellt und anderen hilft, bekommt man so viel zurück, und das ist ein wunderbares Gefühl...
Ich danke allen, die daran beteiligt waren von ganzem Herzen – Ihr habt einen Traum wahr werden lassen, den Traum von glücklichen und gesunden Tieren – und dass sich in den Köpfen der Menschen hier etwas zum Positiven verändert hat.
Gerne würden wir weiter arbeiten, denn es gibt weiterhin viel zu tun und noch hunderte von Dörfern mit Tieren, die unsere Hilfe brauchen. Doch haben wir leider nicht noch einmal die Möglichkeit, 15.000,- Euro von unserem eigenen Geld (was eigentlich zum Hausbau bestimmt war) zu investieren. Mit Eurer finanziellen Unterstützung könnten wir noch in diesem Jahr eine weitere Kastrations-Aktion mit den Tierärzten vom Tierärztepool starten. Unser Hauptsponsor Condor hat schon zugesagt, uns weiterhin mit günstigen Flügen und dem Transport des ganzen OP-Materials zu helfen.
Im Namen aller Amigos de Lucky und der
dominikanischen Tiere danke ich Euch sehr.
Eure Miriam
Hoffnung auf drei Beinen...
Liebe Freunde, Helfer und Spender,
kurz vor den Feiertagen möchte ich Euch noch einen kleinen Überblick über die letzte Woche verschaffen...
Am Montag, den 14. Dezember landeten Siggi und Roman in Santo Domingo – Siggi ist Biologe, der hier in der Dominikanischen Republik eine Pilotstudie über die langfristigen Erfolge von Kastrations-Aktionen machen möchte und Roman ist der Assistent von Thomas und Ines, den Tierärzten vom Tierärztepool. Da sie eh aus Santo Domingo kamen, haben sie auf dem Weg nach Las Terrenas gleich Lolita – die dreibeinige Hündin von der Maut-Station – mit ins Taxi genommen. Seit dem ist sie bei uns und wartet darauf, dass Ines sie kastriert. In der Zwischenzeit rennt und spielt sie, als ob sie vier Beine hätte :-))
Am Dienstag, den 15. Dezember haben wir das Zelt aufgebaut (der Krankenwagen steht ja immer noch im Zoll... grrrrr) und die angemieteten Räume (in denen wir auch schon im November gearbeitet haben) eingeräumt. Abends landeten Thomas und Ines samt ihrer drei eigenen Hunde und über 100 kg Material – an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Condor, die tierfreundliche Fluglinie, die dies alles gesponsert und ermöglicht hat!!! Und wie sollte es anders sein, problemlos geht hier nichts im Land... Zoll und Agrarministerium zogen das Material komplett ein – doppelt und dreifaches grrrrrr....
So fuhren am Tag darauf Ines, Roman und ich in unsere Klinik – ohne OP-Material – um die ankommenden Patienten zu erfassen und auf einen späteren Termin zu verschieben. Buschi und Thomas fuhren derweil zum Flughafen und begannen die zähen und mühsamen Verhandlungen um das Material. Und sie hatten Glück – damit die Behörden ihr Gesicht nicht verlieren wurden ein paar Sachen einbehalten, aber den Großteil konnten die beiden rausholen und fuhren damit direkt in die Klinik. So konnten wir am frühen Nachmittag doch noch die ersten sieben Hündinnen kastrieren – dreifach jubeljubeljubel!!!
Von Donnerstag bis Sonntag wurde durchgearbeitet und so sieht die Bilanz nach 4 1/2 Tagen wie folgt aus:
- 85 Hündinnen kastriert (davon waren 6 schwanger mit insgesamt 45 Föten)
- 8 weibliche Katzen kastriert
- 4 Rüden kastriert
- 1 Kater kastriert
- und an sonstigen OP’s und Behandlungen waren: 1 Amputation, 1 Leistenbruch, 7 Nabelbrüche, 5 Bisswunden genäht, 1
Zahnbehandlung, ca. 150 Entwurmungen, diverse Behandlungen von Sticker-Tumoren (mit Chemo), Hautproblemen, Hautparasiten,
Augenverletzungen und sonstige Konsultationen
Die Bevölkerung nimmt unsere Aktion so toll an – so viele gehen (endlich!) gut mit ihren Tieren um und den anderen zeigen wir, wie viel schöner es ist, sein Tier liebevoll zu behandeln. Und nachdem ich sechs Jahre gepredigt habe: füttert eure Hunde, muss ich jetzt schon mal sagen: setzt eure Hunde auf Diät ;-)) Auch wenn Ines bei den Kastrationen der dicken Hündinnen die Krise bekommt (sie sind viel schwieriger zu operieren, da Fettgewebe schnell reißt und sehr brüchig ist), ist es für mich die Bestätigung, dass unsere Arbeit Früchte trägt...
Und nun zur Hoffnung auf drei Beinen:
Wie schon
oben erwähnt, tobt Lolita über unser Grundstück. Da heute unser freier Tag war,
sind wir mit allen Hunden zum Strand gefahren und Lolita hat zum ersten Mal in
ihrem Leben das Meer gesehen. Fünf Minuten war sie davon etwas verunsichert,
aber dann ist sie geschwommen, hat nach Fischen getaucht, hat im Sand Löcher
gebuddelt und ist rumgerannt wie eine Wilde – es wird der schönste Tag in ihrem
Leben gewesen sein! Wenn Ihr alle nur dabei gewesen wäret um dieses Glück mit
eigenen Augen zu sehen...
Dann brachte uns ein Deutscher, der in Sanchez lebt, seine Belgische Schäferhündin “Lilly”, die vor ein paar Wochen von einem Lastwagen angefahren wurde. Leider war ihr eines Vorderbein nicht mehr zu retten und musste amputiert werden. Zu allem Unglück ist auch noch ihr eines Hinterbein stark verletzt. Doch sie ist noch jung und hat einen enormen Lebenswillen – sonst hätte sie die Wochen nach dem Unfall schon gar nicht überlebt. Und um diesen Lebenswillen zu beweisen, ist sie heute mit mir fünf Minuten über unsere Wiese gelaufen. Sie wollte unseren Gänsen hinterher – ein guter Anreiz, um die Reha zu beschleunigen ;-)
Ab morgen arbeiten wir für zwei Tage in El Limon (das nächst größere Dorf, ca. 22 km von Las Terrenas entfernt). Wir werden unser Ziel, ca. 600 weibliche (!!!) Tiere zu kastrieren, bestimmt schaffen. Ein hartes und anstrengendes Stück Arbeit, aber schon jetzt ist es so wunderbar durch die Straßen zu fahren und überall die Hündinnen mit den gelben Ohrmarken zu sehen.
Die Familie dieses Jungen hat alle ihre Hündinnen gebracht – insgesamt drei und er war so von unserer Arbeit angetan, dass er später gerne Tierarzt werden möchte. Ein schöner Berufswunsch und ein weiteres Stück Hoffnung für die dominikanischen Hunde und auch für uns...
Euch allen vielen Dank für die Unterstützung und Hilfe, um unser Projekt zu verwirklichen. Ich wünsche Euch, im Namen der Amigos de Lucky, schöne und friedliche Feiertage. Nehmt Euch die Zeit für Eure Familien, Freunde und Eure Tiere – das liebevolle Miteinander ist so wichtig, denn wer Glück und Liebe gibt, wird es hundertfach zurückbekommen.
In diesem Sinne grüßt herzlich aus Las
Terrenas
Miriam
Hoffnung auf Tierschutzpreis - leider hoffnungslos :-((
Liebe fleißige Abstimmer und Daumendrücker,
leider, leider, leider... Die Jury der "Goldenen Pfote" (dem Tasso-Tierschutzpreis) hat sich entschieden, uns NICHT unter die ersten drei Gewinner zu wählen. Da hat auch Eure tolle Hilfe, indem Ihr für uns abgestimmt habt, nichts dran ändern können, denn die Jury hat das letzte Wort. Trotzdem Danke für Euren Einsatz und die lieben Worte von Euch. So gehen die dominikanischen Hunde leider leer aus – wir hätten das Preisgeld so gut zum Einkauf von Kastrationsmaterialien gebrauchen können.
Aber so war auch schon unsere Erfahrung
in Deutschland, als wir bei div. Tierschutzvereinen Klinken putzen waren: die
"DomRep" hat kein gutes Image, so dass große Vereine ihr Geld lieber
in andere Länder schicken. Zumal wir uns oft anhören mussten, dass es hier doch
gar kein Problem mit Straßenhunden gibt, denn schließlich seien in großen
Hotelanlagen wie in Punta Cana ja gar keine Hunde...
Klar sind dort keine Hunde mehr, denn die
wurden/werden regelmäßig vergiftet und da die wenigsten Touristen während ihres
Aufenthaltes die Hotel-Anlage verlassen, sehen sie eben auch nicht, was sich
sonst im Land so abspielt...
Sei's drum – wir werden uns nächstes Jahr wieder bewerben, vielleicht wachen die deutschen Tierschutzvereine langsam mal auf und verstehen, dass man Probleme im jeweiligen Land lösen muss und es wenig bringt, Hunde und Katzen aus Ländern wie Spanien, Griechenland, Rumänien, Ungarn etc. nach Deutschland zu schicken und dort in Tierheimen unterzubringen – in der Hoffnung, dass sich irgendjemand dieser armen Tiere erbarmt und ihnen ein neues Zuhause gibt.
Kastrationen sind so viel einfacher, preiswerter und auf Dauer viel effektiver – aber soweit scheint das Verständnis noch nicht zu sein. Traurige Hundeaugen hinter Gittern haben wohl eher eine Chance die Herzen (und die Geldbeutel) anzurühren... Da wir eng mit der dominikanischen Bevölkerung zusammenarbeiten, schaffen wir es, ein Umdenken zu erreichen – ein Umdenken was den Tieren im Land auf Dauer ein besseres Leben ermöglicht.
Trotz dieses Rückschlages machen wir weiter – ab dem 16. Dezember wird 6 Wochen lang kastriert (ca. 600 Hündinnen) und das macht schon mal im ersten Jahr ca. 48.000 Welpen weniger, die in eine unsichere Zukunft geboren werden...!!!
Wer jetzt versucht nachzurechen, hier die Lösungsformel:
- eine Hündin hat hier im Durchschnitt pro Jahr 16 Welpen – also bei 600 Hündinnen = 9.600 Welpen gesamt
- von diesen 9.600 Welpen sind ungefähr die Hälfte weiblich – also 4.800 Hündinnen
- diese 4.800 Hündinnen werfen im ersten Jahr auch noch ein Mal – also nochmals 38.400 Welpen
- diese 4.800 Hündinnen werfen im ersten Jahr auch noch ein Mal – also nochmals 38.400 Welpen
- = 48.000 Welpen
Eine Menge Tiere, die sonst viel Elend hätten erleiden müssen, werden so gar nicht erst geboren.
Lasst uns gemeinsam diesen Weg der Tierhilfe beschreiten – der einfache Weg, um Elend zu vermeiden, mit einen einmaligen operativen Eingriff.
Es grüßen herzlich aus Las Terrenas
Miriam und die Amigos de Lucky
Hoffnung, die in Erfüllung geht...
Liebe Tierfreunde, großzügige Spender und fleißige Helfer,
schon wieder ist ein Monat vergangen – ein Monat mit viel Arbeit und schlaflosen Nächten, doch auch mit Hoffnung und Glück... Aber beginnen wir von Anfang an.
Einige von Euch haben sich spontan in Chiquita (die kleine Hündin, die während unseres Deutschlandaufenthaltes vor unserer Tür ausgesetzt wurde) verliebt und fragten nach ihrem weiteren Schicksal. Die schlechte Nachricht, wir haben keine neue Familie für sie gefunden – die gute Nachricht, sie hat sich so in unsere Herzen eingeschlichen, dass sie nun unser achter Hund ist...
Dann fanden wir mal wieder einen Straßenhund, der dringend unsere Hilfe benötigte. Leider werden auch Rassehunde nicht davon verschont, ein trauriges Dasein auf der Straße zu fristen und gerade Rassehunde trifft dieses Schicksal noch härter, denn sie sind nicht so robust wie die Mischlinge. Wenn Ihr die Fotos seht, werdet Ihr es kaum glauben, aber dieses löchrige, verfilzte Etwas ist ein Chow-Chow... Die Krallen waren so lang, dass er kaum noch laufen konnte, Hunger hatte er ohne Ende und über das Fell und die Wunden brauchen wir gar nicht zu sprechen. Aber schon am nächsten Tag, nach medizinischer Versorgung, Fell- und Krallenpflege, sah er eher wieder nach Hund aus! Leider hat er einen Besitzer, so dass wir ihn nicht an eine gute Stelle und weg von der Straße vermitteln konnten. Aber wir haben mit den Arbeitern des Besitzers gesprochen und sie waren sehr glücklich über den gebesserten Zustand. Dieser kleine Anstoß hat geholfen – zwar läuft “Puschel” immer noch auf der Straße rum, wird aber gut gefüttert und – man kann es kaum glauben – gebürstet! Wir behalten ihn im Auge, damit wir zur Not wieder positiv einwirken können.
Nun kam das Container-Drama... Nach endlosen weiteren Verhandlungen konnten wir (zwei Tage vor unserer Kastrations-Aktion...!!!) endlich den Container aus dem Zoll freibekommen – natürlich mit horrenden Kosten für Schmiergeld und Standgebühren – aber das war uns in dem Moment auch egal, denn ohne das Material im Container hätten wir ja gar nicht arbeiten können. Was in Deutschland, dank technischen Hilfsmitteln wie Gabestapler usw., gut zu verladen war, wurde hier dann ein wenig schwieriger zu entladen... Gabestapler musste durch Muskelarbeit ersetzt werden – aber auch das ließ sich bewerkstelligen.
Zwar konnten wir den Container rausbekommen, aber für den Krankenwagen mahlen die bürokratischen Mühlen noch immer weiter... Mittlerweile arbeiten (außer uns selbst) noch fünf weitere Leute daran, den Krankenwagen aus dem Zollhafen in Santo Domingo frei zu bekommen – wir geben die Hoffnung nicht auf, ihn noch dieses Jahr nach Las Terrenas zu fahren. An Weihnachten sollen ja Wünsche in Erfüllung gehen ;-)
Doch nun zu unser Kastrations-Aktion von November. Martina und Serge – ein tierfreundliches Franzosen-Paar – stellten uns zwei Räumlichkeiten auf der Hauptstraße von Las Terrenas zur Verfügung. Nach gründlicher Putzaktion konnten wir die neuen “Klink-Räume” beziehen. Dank dem Einsatz der Tierärzte Claudia und Ralf (die von ihrer Assistentin Sarah tatkräftig unterstützt wurden), Angel (unserem Tierarzt aus Sosua) und dem unermüdlichen Engagement der freiwilligen Helfer vor Ort (Maria, Sophie, Patricia, Katrin, Tamalu, Barbara, Edith, Manuela, Marina, Edward, Sabine, Barbie, Nicole, Jonny, Ralph, Juan und andere) konnten wir in fünf Tagen 77 Hündinnen und 2 weibliche Katzen kastrieren. Da einige Hündinnen schon (hoch-)schwanger waren, wurden 81 Föten abgetrieben.
Alle kastrierten Tiere wurden mit einer gelben Ohrmarke gekennzeichnet. Mit dieser Marke können wir nicht nur alle noch unkastrierten Tiere schnell ausfindig machen, sondern sie hat auch eine große Schutzfunktion. Denn die Marke besagt: das Tier ist kastriert und medizinisch versorgt, die Bevölkerung muss also keine Angst vor ansteckenden Krankheiten oder ungewolltem Nachwuchs haben – ein Schutz vor Misshandlungen und Vergiftungen. Nicht nur die Dominikaner, die ihre Hündinnen gebracht haben, haben die Marke gut angenommen, auch in der Presse wurde darüber berichtet und wir erfreuen uns täglich an den Hunden auf der Straße, die dieses “Gütesiegel” tragen. Und keine Angst, die Marken wurden während der Narkose eingesetzt – also völlig schmerzfrei für das Tier.
Ab dem 16. Dezember geht es mit Ines, Thomas und Roman weiter und ab 5. Januar kommt noch Nina (alle vom Tierärztepool) zur Unterstützung. Da unsere Aktion von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde, stehen bereits viele Hündinnen auf der Warteliste.
Ach ja, Advents- und Weihnachtszeit... Davon bekommen wir hier nichts mit, denn es gibt zu viel zu planen und vorzubereiten. Solltet Ihr Euch noch mit der Frage nach den passenden Weihnachtsgeschenken plagen – wie wär’s, wenn Ihr dieses Jahr eine Patenschaft verschenkt? Eine Patenschaft, die für ein Tier eine bessere Zukunft bedeutet, eine Zukunft mit Hoffnung.
Allen eine friedliche Adventszeit und
herzliche Grüße aus Las Terrenas
Miriam, Buschi und alle Amigos de Lucky
Hoffnung auf Tierschutzpreis!!!
Hallo liebe Tierfreunde,
wir sind noch mitten in der
Kastrationsaktion, aber schnell ein Anliegen in eigener Sache.
Der Tierschutzverein TASSO e.V. verleiht
jedes Jahr die “Goldene Pfote” – ein Preis, der für den Gewinner auch mit einer
finanziellen Unterstützung verbunden ist.
Natürlich haben wir uns mit unserer Asociación Amigos de Lucky beworben und es immerhin schon mal mit 13 anderen Projekten auf die Shortlist geschafft. Wenn wir mit Eurer Unterstützung jetzt auch noch gewinnen würden, wäre das wunderbar – denn mit den 5.000,- Euro Preisgeld könnten wir einen Teil der Materialkosten für die Kastrations-Aktion im Dezember/Januar bestreiten.
Bitte klickt Euch bis spätestens Sonntag den 29.11. die Finger wund unter: http://www.tasso.net/Tierschutz/Die-goldene-Pfote/Kategorie-Ausland.aspx wo es zur Abstimmung geht (weiter unten auf der Seiten – wir sind an 2. Stelle).
Schickt diese eMail auch an all Eure Freunde weiter und bittet sie für uns zu stimmen – mit dem Preisgeld hätten wir Kastrations-Material für ca. 200 Hündinnen...
Herzlichen Dank und liebe Grüße
Miriam
und die Amigos
Zwischen Hoffnung und Verzweiflung ...
Liebe Tierfreunde, Helfer und großzügige Spender,
die letzten Wochen waren eine emotionale Achterbahnfahrt – damit Ihr Euch einen kleinen Eindruck verschaffen könnt, gegen welche Windmühlen wir zu kämpfen hatten, aber auch welche unverhofften Glücksmomente wir erfahren durften, hier nun unser Bericht.
Nachdem wir am 11.09. morgens in Frankfurt gelandet waren, hatten wir gleich das Gespräch mit Condor. Auch wenn wir völlig übermüdet vom Flug waren – das Treffen wurde ein voller Erfolg! Condor gefiel unser Konzept, dass wir die Tierschutzprobleme im Land lösen und nicht nach Deutschland “exportieren” (in dem wir z.B. die Straßenhunde nach Deutschland ausfliegen lassen und sie dann in den dortigen Tierheimen einer ungewissen Zukunft überlassen) so gut, dass sie uns eine Ermäßigung von 50% auf Flüge für die Tierärzte einräumen. Und am Ende des Gesprächs haben sie uns sogar die Flüge für die Dezember/Januar-Aktion komplett gesponsert. DANKE – DANKE – DANKE und für Euch ein guter Grund, demnächst Eure Urlaubsflüge nur noch mit Condor – der tierschutzfreundlichen Airline – zu buchen.
Nach dem Gespräch brachte unser Freund Jean uns zum dem Autohändler, wo der Krankenwagen auf uns wartete. Von Frankfurt fuhren wir dann in Richtung Freiburg – dachten wir zu mindestens... Denn wir kamen nur 35 km weit – dann blieben wir auf der Autobahn liegen, da der vordere Bremssattel abriss. Gott sei Dank kam es nicht zu einem Unfall – da wir ja als “Dominikaner” nicht im ADAC sind, fragt lieber nicht nach den Abschleppkosten... In Darmstadt ließ uns der freundliche Kundendienstleiter der Renault-Werkstatt Kara-Automobile wenig Hoffung auf eine schnelle Reparatur – wir waren echt verzweifelt, so hatten wir uns unseren Start in Deutschland nicht vorgestellt. Doch Herr Huber musste nur in unsere traurigen Augen schauen, um Unmögliches möglich zu machen. Nicht nur, dass er es schaffte, das Ersatzteil zu organisieren, er stellte auch den ganzen Werkstattplan um, und unser Krankenwagen kam sofort auf die Bühne. Nach 3 Stunden schweißtreibender Arbeit hatten die Jungs es geschafft – und das an einem Freitag Nachmittag! Die Rechnung wurde auch noch ordentlich reduziert – denn überall gibt es liebe Menschen, denen das Schicksal der dominikanischen Hunde nicht egal ist. DANKE – DANKE – DANKE
Von Freiburg ging es weiter an den Bodensee, da dort unsere homöopathische Tierärztin ganz viele Mittel für uns gesammelt hatte. DANKE – DANKE – DANKE
Die nächste Fahrt brachte uns nach München mit einem kleinen Umweg über Ulm, wo wir drei Hundeboxen und weitere Hilfsgüter von lieben Spendern abholen wollten. Doch die Zeit wurde so knapp, dass die Boxen schließlich auf einem Autobahnrastplatz zu uns gebracht wurden. Auch dafür DANKE – DANKE – DANKE
Am Sonntag den 13. passierte dann das nächste Unglück... Auf der Fahrt von München nach Berlin platzte auf der Autobahn ein Schlauch der Hydraulikfederung, und der Krankenwagen setzte mit dem Hinterteil auf der Autobahn auf – so kamen wir gerade noch an der nächsten Ausfahrt runter, und es verschlug uns in das bayerische Dörfchen Kinding. Auch wenn Kinding winzig ist – die dortige Werkstatt war sehr groß, aber leider geschlossen... So mussten wir übernachten. Ich bin ja kein Mensch, der sich schnell unterkriegen lässt, aber das war nun echt zuviel – manchmal weint man eben Tränen der Verzweiflung. Doch auch dort waren die Mechaniker bemüht, uns zu helfen, und so kamen wir schließlich am Montag Abend heil in Berlin an – nach insgesamt 1.500 km in drei Tagen. Aber wir waren ja nicht zum Urlaubmachen nach Deutschland gekommen, sondern um für unser Projekt zu arbeiten – da nimmt man den ganzen Stress schon mal in Kauf.
Tags drauf ging es ins Lager der Spedition BK-Trans wo wir die nächsten 10 Tage zwischen Kisten und Paketen verbrachten... Viele liebe Menschen, hatten fleißig für unser Projekt gesammelt – irgendwie war es wie Weihnachten – alle Päckchen auspacken und neu umpacken, damit alles seefrachtgerecht transportiert werden konnte.
Auch durften wir in Berlin noch tolle Spenden abholen. So hat das renommierte Martin-Luther-Krankenhaus medizinisches OP-Material im Wert von über 300,- Euro extra für uns geordert. Katrin Wenzlaff, die liebe Patientenmanagerin, hat sich ganz toll für uns stark gemacht und zusätzlich noch unter ihren Kollegen lauter Sachspenden gesammelt.
Als wir in die Tierarztpraxis von Dr. Maurice Bob kamen, fragten die Helferinnen nur: Wo steht der LKW für die Spendengüter? – und in der Tat, die Praxis muss danach leer gewesen sein, so viel Material haben sie uns geschenkt.
Dann versuchten wir noch unser Glück bei der Firma Praxair – die u.a. Sauerstoffflaschen vertreibt. Und mit nur einem Telefonat hatten wir eine nigelnagelneue 2-Liter-Sauerstoffflasche zur Notfallversorgung für die OP’s. Manchmal kann man sein Glück gar nicht fassen...
Tierärztin Dr. Ursula Gerhard löste ihre Praxis auf und so konnten wir günstig zwei OP-Tische, einen Sterilisator und andere Dinge erwerben.
Eine Firma aus Bremerhaven stiftete Kiloweise Hundefutter – so können wir alle Straßenhunde vor und nach der Kastration ordentlich dick füttern.
Nicht zu vergessen die ganzen lieben privaten Spender wie Karin, Monika, Gisela, Hagü, Jessica, Isabella, Gudrun, Zicke, Werner, Bruno, Gerti, Wolfgang, Ute, Marianne, Winni, Anke, Barbara, Urs, Sascha, Thomas, Claus und und und... Allen Spendern auch hier ein riesiges DANKE – DANKE – DANKE
Nach den Zwischenfällen mit dem Krankenwagen wollten wir auf Nummer sicher gehen und brachten ihn zu unserem Star-Mechaniker Hansi von RS2000 – in aufopferungsvoller Bastelarbeit machte er aus der Mühle ein verkehrstaugliches Fahrzeug. DANKE – DANKE – DANKE
Nun hatten wir aber immer noch ein kleines Problem – die Frontscheibe wies einige Steinschläge auf, und wir hatten Angst, dass bei der holprigen Überfahrt auf dem Atlantik bei Ankunft in Santo Domingo nur noch Splitter übrig wären. Hier half uns unser lieber Freund Kurti, der bei Carglass arbeitet, und schaffte es, dass Carglass uns die Frontscheibe sponsert. DANKE – DANKE – DANKE
Zum Schluss bekam der Krankenwagen noch große Aufkleber mit unserem Logo – Holger Samol von Sign Design auch DANKE – DANKE – DANKE
Am 26. Sept. war es dann soweit – die Überseespedition BPS Beutler stellte uns den Container schon übers Wochenende kostenfrei zur Verfügung – genug Zeit für uns, alles in den Container einzuladen. Einzige Hürde war dann nur noch der Krankenwagen, der zum Schluss reinkommen sollte, denn der Container stand auf einem 1,30 m hohen Sattelschlepper. Doch manchmal ist das Schicksal gnädig, denn auf dem Hof von BK-Trans gibt es eine Autowerkstatt mit einer Hebebühne und tollen Jungs, die bereit waren, uns den Krankenwagen von der Bühne dann in den Container zu zirkeln – denn das war absolute Millimeterarbeit... DANKE – DANKE – DANKE
Montag den 28. ging der Container auf die lange Fahrt – natürlich musste der deutsche Zoll ohne irgendeine Veranlassung noch Zicken machen, aber auch das haben wir über uns ergehen lassen.
Ende gut alles gut – man möchte es meinen, aber jetzt kommen weitere Katastrophen...
Seit knapp vier Wochen versuchen wir, den Container und den Krankenwagen aus dem Zollhafen zu bekommen – entweder gab es Probleme mit den Papieren (Schreibfehler und andere Kleinigkeiten, an denen weder wir noch unsere Spediteure Schuld waren) oder dem Zoll fielen andere Schikanen ein – auf jeden Fall “durften” wir bereits fünf Mal nach Santo Domingo fahren um dort zu warten und zu warten und zu warten, um dann nach kurzen Gesprächen unverrichteter Dinge wieder nach Las Terrenas zurück zu fahren – jedes Mal eine Tagesreise... So ist das eben, wenn man in einem unorganisiertes Dritte-Welt-Land helfen will, vor der Hilfe liegen nur Steine im Weg. Dann wurden wir auch noch von anderer Seite “beschossen”, aber das ist wieder ein andres Thema. Wir sind und bleiben am Ball – mit etwas Glück und viel “propina” (Schmiergeld) werden wir das mit den Container schon lösen – irgendwie und irgendwann...
Da unser ganzen Bestreben ja den Tieren gilt, hier noch einige tierische Schicksale. Am Tag unserer Rückkehr aus Deutschland erwartete uns eine kleine “Überraschung” - ein kranker Welpe (natürlich weiblich) wurde während unser Abwesenheit vor unserer Tür ausgesetzt. Chiquita erfreut sich nun bester Gesundheit und nachdem wir sie kastriert haben lassen, werden wir auch für sie ein liebevolles Zuhause suchen (oder sie wird unser Hund Nr. 8...). Dann mussten wir einem Wilderer eine Hispaniola-Schleiereule abkaufen – dem armen Tier waren die Fänge mit Kabel zusammen gebunden und sie war mehr tot als lebendig. Nach drei Tagen bester Pflege konnten wir sie dann nachts in die Freiheit entlassen – noch jetzt hören wir ab und zu ihren Ruf, wenn sie im Dunkeln auf Beutesuche über unser Grundstück fliegt.
Und die ganze Santo-Domingo-Fahrerei hat auch ihr Gutes gehabt, denn wir haben dort an einer der drei Autobahn-Maut-Stationen eine Hündin entdeckt, der vor einiger Zeit der linke Hinterlauf abgefahren wurde. Sie war sehr scheu, doch wir hatten dann jedes Mal Futter dabei und so konnten wir sie untersuchen und entwurmen. Laut Aussage der dort stationierten Polizisten, hat sie sich das verletzte Bein selbst amputiert und die Wunde so lange beleckt, bis sie verheilt war. Da sie Milch hat, gehen wir davon aus, dass sie irgendwo auch Welpen hat. Natürlich ist sie mit ihren drei Beinen den Rüden beim Deckakt völlig hilflos ausgeliefert, und so werden wir sie im Dezember holen und kastrieren.
Nun ist dieses Rundschreiben schon wieder so lang geworden, dass Ihr Euch noch ein Happyend verdient habt...
Während unseres Deutschlandaufenthaltes bekamen wir Kontakt zu Tierärzten aus der Nähe von Kassel. Claudia, Ralf und Christin fliegen am 17. November – natürlich mit Condor – zu uns und werden 100 Hündinnen kastrieren. Kastrations-Material, die ermäßigten Flugtickets und ihre Arbeitskraft stellen sie uns als Spende zur Verfügung – ist das nicht wunderbar... DANKE – DANKE – DANKE
Dann hatten wir zwischenzeitlich noch lieben Besuch von deutschen Tierschutzfreunden. Damit sie sich selber davon überzeugen konnten, wie wir ihre Spenden eingesetzt haben, fuhren wir nach La Yagua zu den schon kastrierten Strandhunden. Die Bilder mit Teufelchen, Clarita und Konsorten sprechen für sich selbst – sind das nicht alles wunderschöne und gesunde Hündinnen geworden?!
So wirbeln wir hier mit allen Vorbereitungen (Arbeitsgenehmigungen, Organisation, Bekanntmachungen, Pressearbeit etc.) durch Las Terrenas – es wird Zeit, dass wir wieder an der “Front” arbeiten, anstatt uns mit Behörden und anderen lästigen Dingen rumärgern zu müssen. Und keine Angst, Eure Spenden gehen nur direkt in das Kastrations-Projekt, sprich: wir kaufen davon das OP-Material – sämtliche anderen unliebsam angefallenen Kosten bezahlen wir (wie immer) aus eigener Tasche...
Es grüßen herzlich aus Las Terrenas
Miriam und alle Amigos de Lucky
Die Hoffnung wächst - Stücken für Stückchen ...
Liebe Tierfreunde,
die Urlaubszeit neigt sich dem Ende und wir hoffen, Ihr seid alle gesund und erholt zurück. Vielleicht mag es ja daran liegen, dass bei Eurer Rückkehr hunderte von eMails auf Euch gewartet haben und unser Hilferuf “Hoffnung schenken - es kann so einfach sein...” dabei irgendwie untergegangen ist. Es wäre schön, wenn Ihr Euch doch noch die Zeit nehmen könntet um den Bericht über unser Projekt zu lesen. Solltet Ihr die eMail nicht mehr finden, schicken wir sie Euch gerne nochmals zu ;-)
Bestimmt war der ein oder andere von Euch
in südlichen Gefilden verreist und hat mit eigenen Augen gesehen, wie schlimm
es um die Situation der Tiere – besonders der Straßenhunde und –katzen –
bestellt ist. Wir haben mal zur Veranschaulichung ein
kleine Grafik vorbereitet. Wenn man mal als Beispiel die spanische Insel
Mallorca im Vergleich zur Dominikanischen Republik nimmt ergibt sich folgendes:
Das
Dritte-Welt-Land Dominikanische Republik ist 13 1/2 mal so groß wie das reiche
Mallorca. Gehen wir mal davon aus, dass auf 10 Einwohner 1 Hund kommt, dann hat
Mallorca 82.000 Hunde und die Dom.Rep. 935.000 Hunde!!! Um die Mallorca-Hunde
kümmern sich über 100 Tierschutzorganisationen – bei uns sind es gerade mal 5
Organisationen. Die Diskrepanz ist erschreckend...
Wir haben uns nach allen Kräften bemüht, große Tierschutzorganisationen zur finanziellen Unterstützung für unser Projekt zu gewinnen – doch leider werden meist nur europäische Länder, Ostblockstaaten oder China unterstützt. Haben es die dominikanischen Hunde nicht auch verdient, dass man ihnen aus ihrem Elend hilft???
Bisher sind 1.040,- Euro an Spenden eingegangen – damit können wir 23 Hündinnen kastrieren – geplant sind 600 Hündinnen... Hört doch noch mal in Eure Herzen rein – auch 5,- Euro helfen schon.
Bitte versteht uns nicht falsch, uns ist klar, dass die wirtschaftliche Situation bei Euch nicht gerade rosig ist, aber wenn jeder nur einen kleinen Betrag spenden würde, macht die Summe am Ende doch viel aus. Frei nach dem Motto: Auch Kleinvieh macht Mist...
Es gibt auch Positives zu berichten, denn wir haben einige dringend benötigte Sachspenden bekommen. Wer uns mit Sachspenden unterstützen möchte, hier die Dinge, die wir benötigen:
- Hundeboxen (Können auch wirklich alt und gebraucht sein! Wir haben zwar schon ein paar Boxen günstig über eBay ersteigert, aber wir brauchen doch eine Menge Boxen für die Hunde und hier sind sie unbezahlbar...)
- Halsbänder (Wenn möglich keine Lederhalsbänder, denn Leder fängt bei unserer Luftfeuchtigkeit sofort zu schimmeln an und die Schimmelsporen können sich negativ auf die Gesundheit der Hunde auswirken.)
- Leinen (Da ist es egal ob Leder oder nicht, denn die Leinen brauchen wir nur, wenn wir die Hunde einfangen.)
- Maulkörbe aller Größen (Bisher hatten wir fast nie Probleme, aber manchmal ist es doch ratsam einen Maulkorb griffbereit zu haben...)
- Tücher/Decken (Am besten sind große Badehandtücher, die wir als Unterlage für die Hunde nach der OP benutzen. Es gehen auch dünne Decken, z.B. Tagesdecken – halt alles, was man gut bei 60° waschen kann. Bei der Menge an Hunden werde ich nämlich nicht zum täglichen Waschen kommen...)
Wer gute Kontakte zu Tierärzten/Ärzten/Krankenhäusern oder ähnlichem hat, dem schicken wir gerne eine Liste mit den benötigten Medikamenten und anderem medizinischen Material.
Da wir ab dem 14. September in Berlin
sind, um den Container mit dem Krankenwagen und diversen Spendenmitteln zu
verschiffen, würden wir uns freuen, weitere Sachspenden in Empfang zu nehmen.
Oder Ihr schickt die Sachen bis spätestens zum 21. September an unsere Berliner
Spedition – die Adresse ist:
BK-Trans
●
Spenden für Tierschutz Dom.Rep. ● Gradestraße 123 ● 12347 Berlin
Sobald wir in Deutschland gelandet sind, werden wir den Krankenwagen – unsere mobile Tierklinik – abholen. Da im Dez./Jan. mindestens zwei Ärzte gleichzeitig operieren werden, reicht der Platz im Krankenwagen alleine nicht aus. Daher haben wir günstig ein großes Zelt erworben, welches direkt vor dem Krankenwagen aufgebaut und mit einem zweiten OP-Tisch bestückt wird. So haben wir eine fast sterile Umgebung und die Hunde können nach der OP in Ruhe im Zelt aufwachen.
Ganz besonders möchten wir uns bei folgenden Firmen/Organisationen herzlich bedanken:
http://www.wahlgmbh.de Wahl hat uns 3 neue und super-leise Akku-Schermaschinen mit 6 medizinischen Schneideaufsätzen geschenkt, damit wir die Hunde für die OP’s vorbereiten können. Der Warenwert liegt bei ca. 500,- Euro.
http://www.hauptner-herberholz.de Die Firma Hauptner & Herberholz hat sich u.a. auf Tierkennzeichnung und Veterinärinstrumente spezialisiert. Da wir jede Hündin, die wir kastriert haben, wirkungsvoll und vor allem langfristig kennzeichnen wollen, haben wir uns für Ohrmarken entschieden. Das mag dem ein oder anderen jetzt ganz grausam vorkommen, aber die Ohrmarken sind sehr klein und können völlig schmerzfrei während der OP-Narkose eingesetzt werden. So ist es möglich schon von weiten kastrierte und geimpfte Hunde zu erkennen. Wir hoffen damit den “Wert” der Hunde zu steigern und Vergiftungen oder Misshandlungen vorzubeugen – denn bald weiß jeder: alle Hunde mit “Knopf im Ohr” sind gesund und kastriert, stellen also keinerlei Gefahr mehr dar. Hauptner & Herberholz hat uns freundlicherweise schon einige Muster nach Berlin geschickt und wir werden uns dann für die bestmögliche Ohrmarke entscheiden.
http://www.bps-bremerhaven.de
Der Container
wird über die Spedition BPS Beutler Port Service GmbH verschifft. BPS hat, um
unser Projekt zu unterstützen, knallhart kalkuliert und uns einen günstigen
Preis gemacht. Sascha Voigt, einer der Mitarbeiter, sammelt auch jetzt schon
fleißig Sachspenden und wird uns beim Beladen des Containers in Berlin
tatkräftig unterstützen.
http://www.hmf-shop.de
Über die
Firma Gebr. Holthoff Sicherheitstechnik konnten wir kostengünstig Spendendosen
beziehen, die wir hier, aber auch in Deutschland aufstellen werden.
Last but not least möchten wir Ralf Jäger von KKS Kleintransport & Kurierservice (Telefon +49-5545-6590 • Mobil +49-163-6286590 • eMail KKS-Transport@online.de) danken. Er ist kreuz und quer durch Deutschland gefahren um Hundeboxen und anderes, was wir für unser Projekt günstig bei eBay ersteigert haben, abzuholen und es uns Mitte September nach Berlin zu bringen. Wer also mal einen preiswerten und sehr zuverlässigen Kleintransport braucht – Ralf Jäger ist nur zu empfehlen!
Großen Dank natürlich auch allen Spender, wir werden in Eurem Namen viel Elend vermeiden können und die Situation der dominikanischen Tiere nachhaltig verbessern.
Uff, das war jetzt wie bei der Oscar-Verleihung... Haben wir allen gedankt? Niemanden vergessen?
Ist es nicht wunderbar so ein Netzwerk aufzubauen? Wäre es nicht schön, wenn jeder von Euch mit Stolz sagen könnte: Ja, ich habe den dominikanischen Hunden zu einem glücklichen Leben verholfen!
Wenn man Glück teilt oder verschenkt, kommt es tausendfach zurück – dass wissen wir aus eigener Erfahrung, denn jedes Tier, welches wir retten konnten, hat Glück in unsere Herzen gebracht und dieser Samen ist so oft aufgegangen, dass wir uns als wahrhaft glückliche Menschen bezeichnen können.
Helft bitte mit – vergesst die dominikanischen Hunde nicht und gebt ihnen eine Überlebenschance.
Danke Euch allen
Miriam & Buschi
Hoffnung schenken - es kann so einfach sein...
Liebe Tierfreunde,
seit nunmehr über 5 1/2
Jahre versuchen wir die Situation der Tiere in unserer Wahlheimat – der
Dominikanischen Republik – zu verbessern. Unsere Arbeit sah wie folgt aus:
- Aufklärung der Menschen, wie sie verantwortungsvoll mit den Tieren umgehen und die Tiere besser versorgen können, aber auch wie wichtig der Respekt vor Tier und Natur ist
- Kampf gegen Vergiftungsaktionen der Straßen- und Strandhunde, bei denen die Tiere qualvoll zu Grunde gehen
- Kampf gegen brutale Misshandlungen aller Art
- Bekämpfung der Parasiten mit Entwurmungen und Mitteln gegen Hautparasiten
- Versorgung von Wunden
- Behandlungen von Krankheiten
- Vermittlung von herrenlosen Tieren und den damit verbundenen Nachkontrollen
- Aufnahme und Pflege von kranken Tieren und ausgesetzten Welpen
- Impfungen
- Aufklärung der Touristen über das verantwortungsvolle Umgehen mit den Tieren (z.B. keine Hunde mit in die Hotelanlagen nehmen, Reitausflüge nur auf gesunden und gut gehaltenen Pferden, kein Verzehr von Langusten während der Schonzeit, Wal-Beobachtung nur mit lizenzierten Booten und Unternehmen etc.)
- und unser wichtigstes Anliegen: das Kastrieren von Straßen- und Strandhunden sowie Hunden der armen Bevölkerung (wir kastrieren überwiegend Hündinnen um die ungewollte Population zu verringern, Rüden werden nur in Ausnahmefällen, z.B. bei Kettenhaltung, kastriert um sie von der Kette zu befreien)
Unsere Bilanz – erspartes Leid und ein gutes Leben für die Tiere:
- Kastration von ca. 200 Hündinnen (damit haben wir pro Jahr mindestens 2.400 Welpen das harte und unge wisse Leben auf der Straße erspart)
- Vermittlung von ca. 150 herrenlosen Tieren
- Entwurmung von ca. 600 Tieren
- Impfung von ca. 160 Tieren
Dies alles haben wir im kleinen Rahmen bewältigt – mit Freunden, die uns durch Spenden oder aktive Unterstützung geholfen haben – aber meist in Eigenleistung und auf unsere eigenen Kosten. Wenn man das zusammen rechnet, kommen wir auf die Summe von einem Kleinwagen... Zusätzlich der ganzen Futter- und anderen Kosten, bewegen wir uns dann schon in der gehobenen Mittelklasse....
Doch trotz unseres
unermüdlichen Engagements müssen immer noch so viele Tiere Not leiden. Täglich
kommen neue Straßenhunde dazu, sei es durch die Vermehrung der Hunde oder durch
das Aussetzen. Die Zahl der kranken Tiere steigt, da sie sich zum Teil
gegenseitig anstecken. Bisswunden, gerade bei den Rüden, sind an der
Tagesordnung – ausgelöst durch den Kampf um eine läufige Hündin.
Das alles muss nicht sein,
denn es gibt einfache und effektive Lösungen!
Doch alleine können wir das alles nicht mehr bewältigen – weder finanziell noch kräftetechnisch...
Wir brauchen Eure Hilfe, jeder kann einen kleinen oder großen Beitrag dazu leisten – durch aktive Hilfe vor Ort, Geld- und Sachspenden, benötigte Medikamente sammeln, Hilfe bei administrativen Aufgaben (z.B. Sponsorensuche, das Projekt bekanntmachen, Übersetzungen, Ideenentwicklung) usw. – die Liste lässt sich ewig fortsetzten.
Wir haben hier nun einen kleinen Verein zum Schutz der Tiere und der Umwelt gegründet – die “Asociación Amigos de Lucky”. Jeder, der uns noch von früher kennt, wird sich an unseren Hund Lucky erinnern – er war Freund aller Menschen und Tiere – zu seinem Gedenken werden wir anderen Tieren ein besseres Leben ermöglichen. Daher planen wir, zusätzlich zu unser jetzigen Arbeit, folgendes:
- regelmäßige und groß angelegte Kastrations-Aktionen im ganzen Land
- Erwerb eines Krankenwagens, der als mobile Tierklinik eingesetzt wird, damit für die Kastrationen in den kleinen Dörfern eine unabhängige Versorgung mit Wasser und Strom (was hier eher selten ist) und eine einigermaßen sterile OP-Umgebung gewährleistet ist
- Aufbau einer no profit/profit-Tierklinik, in der täglich mind. 4 Straßenhündinnen oder Hündinnen der armen Bevölkerung kastriert werden. Außerdem wollen wir in dieser Klinik Tierärzte speziell für schnelle und sanfte Kastrationen ausbilden lassen, die danach weiterhin mit uns Kastrations-Aktionen durchführen – und das weltweit.
- und vieles mehr, was zum Schutz und zur Hilfe der Tiere notwendig ist
Der erste Schritt dafür ist, im September einen Krankenwagen zu verschiffen. Wir basteln an einer möglichst günstigen Lösung, so dass die Kosten für den vollausgestatteten Krankenwagen inkl. 2 OP-Tischen, Vorzelt und Überführung hierher, sich auf ca. 5.000,- Euro belaufen. Dank eines großzügigen Spenders beträgt die zu finanzierende Restsumme nur noch 4.000,- Euro!
Für Dezember/Januar planen wir eine sechswöchige Kastrations-Aktion, in der wir um die 500 bis 600 Hündinnen kastrieren können (das sind ca. 7.000 Welpen pro Jahr weniger!). Dafür konnten wir drei deutsche Tierärzte der Vereinigung Tierärztepool gewinnen – absolute Spezialisten in schnellen und sanften Kastrationen. Zusätzlich wird unser dominikanischer Tierarzt aus Sosua an seinen freien Tagen mithelfen. Bei dieser Aktion wird auch der Krankenwagen zum Einsatz kommen.
Die Kosten belaufen sich auf ca. 45,- Euro pro Hündin und setzen sich wie folgt zusammen:
- Material- und Medikamentenkosten (Anästhesie, Antibiotika etc.) – alles Material wird hierfür aus Deutschland von den Ärzten mitgebracht, denn die Qualität hier im Lande ist eher schlecht und die Kosten sind weit höher
- Entwurmungs- und Impfkosten sowie weitere Medikamente oder Behandlungen
- Flugkosten, Unterbringung, Verpflegung sowie Unkostenbeitrag für die Ärzte
- Futterkosten für die Hunde
- Benzinkosten
Günstige Flüge für die
Tierärzte haben wir schon bei Deutschlands größtem Ferienflieger gebucht.
Condor hat sich
freundlicherweise bereit erklärt, die 100 kg Übergepäck (das gesamte Material,
welches die Tierärzte mitbringen), kostenlos zu befördern. Im September treffen
wir uns mit Condor, um über weitere Unterstützung zu sprechen.
Bitte helft alle, ein
Netzwerk der Hilfe für die dominikanischen Tiere zu bilden. Auch wenn
Deutschland krisengeschüttelt ist, kann doch jeder einen kleinen Betrag spenden
– jeder Euro hilft.
Leitet dieses Rrundschreiben
an all Eure Freunde weiter, erzählt jedem über die Not der Tiere und bittet um
Mithilfe. Gemeinsam können wir so viel Leid und Elend verhindern, darum kämpfen
wir hier jeden Tag – kämpft mit, es ist so wunderbar, in glückliche Tieraugen
zu schauen, die vorher nur voller Angst und Schmerz waren.
Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, oder uns vor Ort helfen wollt, wendet Euch per eMail oder telefonisch an uns.
Im Namen aller Tiere
danken wir Euch ganz herzlich
Miriam & Andreas (Buschi)
Busch

OP- und Schicksalsbericht von Teufelchen
Liebe Tierfreunde,
dieser Bericht ist nur etwas für Hartgesottene, wer also einen empfindlichen Magen hat, der sollte jetzt besser aufhören zu lesen...
Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an Teufelchen. Sie war eine der 10 Strandhunde von La Yagua die wir im April kastriert hatten. Sie hatte sich danach super erholt und machte ihrem Namen alle Ehre – ein kleiner frecher Teufel.
Als ich mit Thomas und Ines zur Nachkontrolle der am 23./24. Mai kastrierten Hunde in La Yagua war, fehlte Teufelchen auf einmal bei der Begrüßung am Strand und der Fischer Alberto erzählte mir, dass sie eine Verletzung hat, die von Maden befallen sei. Ich fand sie schließlich versteckt und zusammengekauert in einer Ecke. Teufelchen hatte ein ca. 2 cm großes, tiefes Loch oberhalb der Schwanzwurzel – und ja, die Wunde war voller Maden...
Ines und ich popelten nach und nach über 50 Maden raus. Anschließend wollten wir die Wunde spülen – mit H2O2 – und ich schickte einen Moto-Concho (Moped-Taxi-Fahrer) los um in der nächsten Apotheke eine Flasche H2O2 zu besorgen. Was er brachte, war eine leere Rum-Flasche in der eine zähflüssige Substanz abgefüllt war – was auch immer das sein mochte, DAMIT wollten wir Teufelchens Wunde nun weiß Gott nicht spülen... Ich glaube, man kann an Ines und meinem Gesicht auf dem Foto sehr gut erkennen, das uns das etwas suspekt war ;-)
Da die Fressgänge der Maden so tief gingen und wir auch nicht alle herausbekommen hatten, half alles nichts – Teufelchen musste mit zu uns nach Las Terrenas und operiert werden.
Auf dem Terrassentisch unseres Gästehauses machte sich Ines an die Arbeit – erst vergrößerte sie das Loch nur ein bisschen, doch dann sah sie immer weitere Maden und musste großflächiger schneiden. Das ganze Gewebe war völlig zerfressen und abgestorben. Letztendlich holten wir insgesamt ca. 150 Maden aus dem armen kleinen Hund raus – wenn wir nicht eingeschritten wären, hätte die arme Maus das nicht überlebt!
Doch Teufelchen hat überlebt, wenn auch mit einem großen "Abnäher" am Hintern – aber das war in diesem Moment völlig unwichtig.
Um die Wunde in Ruhe heilen zu lassen, bekam Teufelchen ein T-Shirt über den Verband. Doch das half nichts, das T-Shirt wurde schneller aus- als angezogen... Da es hier keine Krägen zu kaufen gibt, bastelten wir aus einer alten großen Plastikflasche einen Behelfskragen – man muss ja nur erfinderisch sein. Teufelchen war sehr unglücklich damit und leider half auch der Kragen nichts, denn durch die Zerstörung des Gewebes hielten die Fäden nicht und die Wunde platzte wieder auf.
Medikamente, gutes Futter, viel Liebe und letztendlich die Entfernung des Kragens verbesserten Teufelchens Stimmung und die Wunde fing endlich an zu heilen. In nur 10 Tagen war der Unterschied gewaltig, Teufelchen wuchs und wurde kräftig, tobte mit unseren Hunden durchs Haus und stellte nur Dummheiten an...
Jetzt stellt sich die große Gewissensfrage... Irgendwie gehört sie ja nun schon zu Familie, aber andererseits haben wir ja schon so viele Hunde... Und außerdem vergeht fast keine Woche, in der wir nicht einen Pflegefall aufnehmen müssen. Wir werden sie also, sobald die Wunde komplett verheilt ist, wieder zum Strand von La Yagua bringen – auch wenn mein Herz dabei blutet. Dort hat sie ja auch ein gutes Leben, sie hat ihre Hunde-Freunde, lebt frei, durch die Kastration wird sie nie läufig und schwanger werden und da wir zu Alberto regelmäßig einen großen Sack Trockenfutter bringen, wird sie nicht verhungern. Und selbstverständlich werden wir oft nach ihr und den anderen Hunden sehen.
Was ich jetzt schreibe, bleibt aber unter uns... Wenn ich das Gefühl habe, Teufelchen ist unglücklich am Strand, dann pack ich sie einfach wieder ins Auto und nehme sie mit, egal was Buschi sagt... ;-)
Herzliche Grüße an Euch sendet die
Hunde-Mutter
Miriam
PS: Nachtrag – Teufelchen ist wieder am Strand von La Yagua. Der Abschied von ihr schmerzte mich sehr. Eine Woche später haben wir die Wunde kontrolliert – alles ist gut verheilt und auch das Fell wächst wieder! Was aber noch wichtiger ist: sie hat sich wieder gut am Strand eingelebt und ich muss mir keine Sorgen mehr um sie machen.
Auch konnte ich für den kleinsten und scheusten Strand-Hund (siehe im Bericht “2. Kastrations-Aktion in La Yagua”) nun endlich eine gute Familie finden. Die Kleine heißt jetzt Mimmi und kam zu einer sehr tierlieben dominikanischen Familie hier in Las Terrenas. Die Tochter der Familie liebt Mimmi über alles und die beiden sind ständig zusammen. Wieder ein Happyend und die Bestätigung, das man mit Engagement und Geduld so viel Gutes für die Tiere erreichen kann.
5. Kastrations-Aktion in Las Terrenas
Liebe Spender und Tierfreunde,
am Dienstag nach dem OP-Wochenende in La Yagua und Sosua fuhren wir zur Kontrolle der kastrierten Hündinnen und holten Ines und Thomas in Sosua ab, damit sie sich noch ein paar Tage bei uns in Las Terrenas "entspannen" konnten... Den Mittwoch nutzen sie tagsüber für einen Ausflug, aber schon am Abend stand die erste Operation auf dem Programm. Teufelchen musste unters Messer – diesen Bericht könnt Ihr unter "OP- und Schicksals-Bericht von Teufelchen" nachlesen.
Ich holte am Mittwoch noch 4 Hündinnen und einen Rüden (der an der Kette lag und ich ihn von diesen Schicksal erlösen wollte), um diese fünf am Donnerstag von Ines und Thomas kastrieren zu lassen.
Auf dem Küchentresen unseres Gästehauses arbeitet Ines gewohnt professionell. Auch für sie, die schon überall auf der Welt und unter den verschiedensten Gegebenheiten operiert hat, eine völlig neue Erfahrung – Kastrationen unterm Obstkorb ;-)
Lisa-Lena, eine Strandhündin, war schwanger und das mit 11 Welpen!!! Wie gut, dass wir auch diese Geburten verhindern konnten, denn unter Garantie hätten die Welpen irgendwann den qualvollen Gift-Tod erlitten oder wären überfahren worden...
Vielen Dank an dieser Stelle an die liebe Hedi, mit ihrer großzügigen Spende konnte sie so viel Positives bewirken!
Da wir mit Ines und Thomas so gut zusammengearbeitet haben, wir menschlich auf einer Wellenlänge sind und auch die gleichen Ziele vertreten, fiel uns der Abschied von den beiden am Freitag sehr schwer.
Aber – und das wird Euch freuen – wir wollen weiter zusammen arbeiten und planen eine große Kastrations-Aktion im Dezember, mit der Zielsetzung an die 300 Hündinnen zu kastrieren. Dafür brauchen wir natürlich Eure Hilfe, denn ohne die finanziellen Mittel kann dieses Ziel nicht erreicht werden. Ich weiß, mit der momentanen Krise ist es auch für Euch nicht einfach Gelder dafür zu spenden, aber wenn Ihr in die glücklichen Hundeaugen sehen könntet, erleben, wie viel Gutes Ihr damit bewirkt, dann wüsstet Ihr, wie gut diese Spenden angelegt sind. Und wer weiß, vielleicht kommt Ihr uns mal hier in der Dominikanischen Republik besuchen und überzeugt Euch vor Ort persönlich davon, welch ein sorgenfreies Leben Ihr Euren Schützlingen dadurch ermöglicht.
Nach der Abreise von Ines und Thomas wollten ich mich eigentlich nur kurz mit Dr. Angel De La Cruz treffen, um die nächste OP-Aktion zu besprechen. Er war für ein paar Stunden in Las Terrenas um einige seiner Patienten zu behandeln. Doch ich konnte mal wieder nicht widerstehen – er war hier und ich hatte am Abend vorher eine hochschwangere Hündin bei einem Strandrestaurant entdeckt... Kurz um, schnell die Hündin abgeholt und Angel zum operieren gebracht. Die Fotos habe ich mit dem Handy gemacht, daran sieht man, wie spontan wir hier manchmal arbeiten können.
Damit haben wir für Las Terrenas in den paar Tagen folgende Bilanz:
- 5 Hündinnen kastriert
- 19 Welpen sind dabei abgetrieben worden
- 1 Rüden kastriert und damit von der Kette befreit
- 1 schon kastrierte Hündin (Teufelchen) operiert und damit das Leben gerettet
Für das erste Juli-Wochenende sind die nächsten Kastration mit Angel in Las Terrenas avisiert – zwischenzeitlich kümmere ich mich um kranke Tiere, nehme verschiedene Patienten bei uns auf und schreibe fleißig Berichte, denn auch das gehört mit dazu, auch wenn ich lieber aktiv arbeite...
Danke, dass wir zusammen schon so viel Tolles erreichen konnten. Und immer wieder die Bitte an Euch, dieses mit Euren Spendengeldern auch für die Zukunft zu sichern.
Herzliche Grüße von
Miriam und allen schon behandelten Tieren
4. Kastrations-Aktion in La Yagua
Hallo liebe Spender und Tierfreunde,
nach der Kastrations-Aktion in Bavaro/Punta Cana ging es nahtlos über zur nächsten Operative. Ihr seht, wir geben Eure Spenden mit vollen Händen aus – natürlich nur zum Wohl der Tiere!
Da die Kastration der ersten 12 Hündinnen in La Yagua auch bei der Bevölkerung so positive Resonanz hervorgerufen hat, standen schon einige Hündinnen auf der Warteliste. Die tierliebe Gabriella (unsere beste Werbeträgerin, denn sie hatte allen im Dorf gezeigt, wie gut sich ihre 2 Hündinnen nach der Kastration entwickelt haben – dicker, gesünder, mit glänzendem Fell und viel zutraulicher) hatte noch weitere drei Hündinnen und auch ihre Nachbarn wollten ihre ganzen Hundedamen operieren lassen. Auf dem Weg dahin fanden wir noch drei weitere Hunde und sprachen mit den Besitzern – alle waren begeistert von der Idee, dass ihre Tiere nie mehr läufig würden und es niemals mehr ungewollten Nachwuchs gab.
Wir fuhren kurz zum Strand runter um nach unseren 10 Mäusen (die wir im April kastriert hatten) zu schauen – und man soll es nicht glauben... Es wurde schon wieder ein Welpe (natürlich weiblich!) am Strand ausgesetzt. Alberto, der liebe Fischer, hatte sich auch dieser kleinen Seele angenommen und selbstverständlich kam sie mit auf die OP-Liste. So hatten wir ganz schnell 12 Kandidatinnen beisammen, doch damit nicht genug...
Auf einem anderen Weg im Dorf hatten wir zwei hochträchtige Hündinnen gesehen – die waren allerdings so scheu, dass sie immer wieder vor uns wegliefen. Die Hündinnen gehörten zu einem alten Ehepaar und wir ließen ihnen Halsbänder, Leinen und Futter da, damit sie die Hunde selber einfangen sollten – aber ob das klappen würde...???
So waren alle Hunde mit Halsbändern und Futter versorgt worden, entwurmt hatten wir sie auch schon und die Besitzer bekamen nur noch die Aufgabe, die Hunde für den kommenden Freitag Abend anzuleinen, damit wir sie am Samstag früh morgens abholen konnten. Mit der guten Aussicht auf 12 sichere und 2 fragliche Patienten machten wir uns auf den Heimweg nach Las Terrenas. Und was soll man sagen... Unterwegs sahen wir noch eine weitere Hündin und auch deren Besitzerin wollte sie gerne kastrieren lassen.
Samstag früh um 5.30 Uhr fuhren wir also wieder schwer bepackt in Richtung La Yagua – die ganze Zeit beschäftigte uns die Frage: konnten die hochträchtigen Hündinnen gefangen werden und war es nicht zu spät für die OP, hatten sie etwa schon ihre Welpen???
Gott sei Dank – sie waren angeleint und immer noch trächtig! Ab in unser Auto (Gepäckraum) und danach zu Gabriella und eine ihrer drei Hündinnen geholt. Diese Hündin hatte bereits Welpen (die aber schon alleine fraßen) und ein Kleiner war sehr krank, den wollten wir natürlich auch behandeln lassen (Mutter mit Kindern auf dem Rücksitz in einer Hundebox). Auf meinem Schoß war noch Platz für eine weitere kleinere Hündin und so ging es von La Yagua weiter nach Sosua (1 Stunde Fahrzeit).
Denn diesmal fand die Kastrations-Aktion in der Tierklinik eines Tierschutzvereins in Sosua statt, dort arbeiteten für zwei Wochen Ines Leeuw und Thomas Busch vom Tierärztepool aus Deutschland. Alle Hunde wurden in den Zwingern der Tierklinik untergebracht und schon ging es wieder zurück nach La Yagua, die nächste "Fuhre" mit vier weiteren holen. Dann wieder hin nach Sosua, Hunde unterbringen und die Tierärzte von ihrer Unterkunft abholen. Nach so viel hin- und her fahren machten wir uns am Nachmittag an die eigentliche Arbeit, die Kastrationen – und klar, die trächtigen Hündinnen zuerst...
Da Ines und Thomas nicht nur sehr schnell sondern auch sehr, sehr gut operieren (winzige Schnitte mit Selbstauflösenden Fäden, was mir das spätere Fäden ziehen erspart...) schafften wir am Nachmittag fünf Patienten und behandelten noch den kranken Welpen. Am Abend konnten wir die Fünf schon mit nach La Yagua zurücknehmen, wo wir vom ganzen Dorf freudig erwartet wurden. Jeder Hund, den wir ablieferten, wurde im Scheinwerferlicht unseres Autos bestaunt: wie klein doch die Wunde sei und wie gut es ihnen so schnell nach der (schonenden) Narkose ging...
Müde und dreckig (wie immer...) kamen wir spät bei Ingrid und Gerd an, die uns auch diesmal mit offenen Armen und köstlichem Essen empfingen.
Sonntag früh machten wir die 3. Fuhre. Buschi (mein Mann) fuhr für die 4. Tour alleine zurück und ich blieb in Sosua um mit Ines und Thomas die nächsten Patienten zu kastrieren – wobei ich nicht wirklich viel zu tun hatte (außer die Katheter zu ziehen, die Frischoperierten und die noch Wartenden zu beruhigen, die Welpen versorgen, neue Decken auszulegen etc.), da die beiden ein gut eingespieltes Team sind.
Als Buschi mit den letzten Hunden ankam, durfte er auch gleich die ersten wieder zurückfahren – der Arme, er kam sich vor wie ein Taxi-Fahrer... Und beim Abliefern sollte es nicht bleiben, eine Hündin nahm er sogar noch mit und einen kranken Rüden – somit hatten wir folgende stolze Bilanz:
- 16 Hündinnen kastriert
- 34 Welpen sind dabei abgetrieben worden
- 26 Hunde entwurmt
- 1 Rüde mit einem Abszess behandelt
- 3 Welpen versorgt und medizinisch behandelt
Mit zwei weiteren Touren schafften wir es bis Abends alle Hunde wieder wohlbehalten zurück zu bringen und als wenn mein armer Buschi nicht schon genug gefahren wäre – er musste auch noch den langen Rückweg bis nach Las Terrenas antreten, da ich nachtblind bin und ihn im Dunkeln nicht ablösen konnte.
Was für zwei Tage... Aber das tolle Ergebnis spricht für sich!!!
Doch so schnell sollten uns Ines und
Thomas nicht davon kommen ;-) Wir "überredeten" sie noch drei
Tage bei uns in Las Terrenas zu verbringen – davon mehr im Bericht über die 5.
Kastrations-Aktion...
Ja, Ihr lest richtig, wir konnten es
nicht lassen und haben ohne Pause weiter gemacht.
Liebe Grüße von
Miriam & Buschi
3. Kastrations-Aktion in Bavaro/Punta Cana
Liebe Tierfreunde und Spender,
von mehreren Touristen, die ihren Urlaub in Punta Cana verbrachten, erreichten mich Hilferufe per eMail. Claus kümmerte sich während seines Aufenthalts liebevoll um "Rosie", eine Hündin mit 3 Welpen, schaffte es sogar, zwei der Welpen vor Ort zu vermitteln, hatte aber große Sorge um das Wohlergehen von Rosie und der verbleibenden Tochter. Karin schrieb mir ganz verzweifelt, dass sie seit der Rückkehr aus ihrem Urlaub kaum mehr schlafen konnte, die Angst um das Schicksal "ihrer" Strandhunde ließ sie nicht mehr los. Auch Sabine war sehr beunruhigt über den Zustand der Strandhunde, vor allem wegen der abgemagerten Hundemütter mit ihren Welpen.
Da wir ja in Las Terrenas wohnen und Punta Cana von uns aus entweder nur per Flugzeug (sehr teuer) oder per Auto (eine Tagesfahrt kreuz und quer durchs Land, was bei den schlechten Straßenverhältnissen sowie dem chaotischen Verkehr sehr schwierig ist) zu erreichen ist, stellte sich für mich die schwierige Frage, wie ich vor Ort helfen soll... Anfangs konnte ich nur versuchen mich telefonisch über die Hundeschicksale zu informieren, aber auch das war nicht einfach und eher unbefriedigend. So kamen Karin und ich auf die Idee, dass Karin erneut von Deutschland nach Punta Cana fliegt und vor Ort sein wird, während ich per Telefon eine Kastrations-Aktion vorbereite. Claus fand durch Bekannte eine Tierärztin (Dr. Blanca Medina) in Bavaro mit der ich in Verbindung trat und durch Blanca bekam ich Kontakt zu Christine die dort lebt und als Deutsch-Spanisch-Übersetzerin für Karin dienen sollte. Alles war sehr aufwendig und kompliziert, aber für das Wohl der Hunde war uns allen kein Aufwand zu groß.
Karin reiste mit Freundin Steffi und großem Gepäck (Halsbändern, Futter, Medikamenten usw.) an. Da 2 Wochen Urlaub knapp bemessen waren, begann gleich am ersten Tag die Arbeit. Alle Hunde wurden entwurmt und die Termine für die Kastrationen festgesetzt. Durch Zufall lernte Karin den sehr hilfsbereiten Dominikaner Lora kennen, und Lora sprach perfekt Deutsch – was für ein Glücksfall! Er vermittelte ein Taxi, was Karin mit den einzelnen Hunden vom Strand zur Tierklinik brachte (die Kosten dafür bezahlte Karin aus eigener Tasche). Nach den Kastrationen blieben die Strandhunde für eine Nacht in der Klinik und Karin konnte sie am nächsten Tag abholen und an den Strand zurückbringen. Täglich wurde mehrmals gefüttert und die Operationswunden kontrolliert, dank der homöopathischen Mittel, die auch hier eingesetzt wurden, ging es aber allen ganz schnell wieder sehr gut.
Durch Karins unermüdlichen Einsatz und der Spenden, konnten auch hier 8 Hündinnen kastriert werden (einige davon waren schon wieder schwanger...).
Nach 2 Wochen reiste Karin erschöpft aber glücklich ab – diesmal mit dem Gefühl die Hunde nicht hilflos ihrem schweren Schicksal überlassen zu haben. Ein österreichisches Ehepaar kümmerte sich weiter um die Hunde und auch nach deren Abflug wird es neue Touristen geben, die sich den lieben Strandhunden von Bavaro/Punta Cana annehmen werden.
An dieser Stelle möchte ich noch kurz berichten, was der Dominikaner Lora über diese Aktion sagte: "Es ist doch wirklich merkwürdig: über die ganzen Jahre, die ich hier arbeite, habe ich immer Touristen gesehen, die sich um die Hunde gekümmert haben, aber NIE ist jemand gekommen, der WIRKLICH an dem Schicksal dieser Hunde etwas geändert hat..."
Karin, Steffi und das Praxisteam - alle sind glücklich den Strandhunden von Bavaro eine Zukunft geschenkt zu haben!
Wer sich nun fragt, warum es dort so wenig Strandhunde gibt, den will ich kurz aufklären. Punta Cana ist ein einziges Touristenressort, Hotelanlage reiht sich an Hotelanlage (der eigentliche Ort Bavaro liegt außerhalb der Ressorts) – und da auch dort die Hotels keine Hunde in den Anlagen dulden, wird das Problem “Hund” durch Vergiftungen "gelöst"... Es gibt nur den einen kleinen Strandabschnitt an dem die Hunde unbehelligt bleiben und dass ist vor den Verkaufsständen der Dominikaner, denn dieser Teil liegt zwischen zwei Hotelanlagen. Trotzdem bestand auch dort die Gefahr von Vergiftungen, wenn wir die Population der Hunde nicht durch die Kastrationen eingedämmt hätten. Die Hunde die wir gemacht haben, sehen nun einer ruhigen Zukunft entgegen. Futter bringen die Touristen, Lora und die Besitzer der Stände kontrollieren, dass keine neuen Hunde dazukommen und Lora wird sich auch um die Vermittlung der bestehenden Welpen kümmern. Unsere Arbeit wird weitergehen, denn auch die weiblichen Welpen müssen demnächst kastriert werden.
Leider waren die Kosten für diese Aktion sehr hoch, jeder Tierarzt hat eben seine eigenen Preise, aber trotzdem schmälert das nicht den Erfolg der Aktion. Denn unseres Wissen, ist das die allererste erfolgreiche Kastrations-Aktion überhaupt, die am Strand von Bavaro durchgeführt wurde... Hoffentlich gibt dieser Einsatz ein Beispiel dafür, dass man eben nicht "tatenlos" als Tourist abreisen muss. Jeder kann etwas unternehmen um Tierelend zu mindern oder zu verhüten.
Karin mit zwei ihrer Schützlinge - schon nach dieser kurzen Zeit sind sie viel dicker und gesünder!
Wer nach Punta Cana reist und selber aktiv vor Ort helfen möchte, dem gebe ich gerne vorab alle Kontaktadressen und werde beratend zur Seite stehen.
Einen großen Dank an alle fleißigen Helfer und großzügigen Spender – lasst uns weiterhin gemeinsam an einem schönen, freien und artgerechten Leben der dominikanischen Hunde arbeiten.
Liebe Grüße von
Miriam
2. Kastrations-Aktion in La Yagua
Liebe Tierfreunde, liebe Spender, ein langes und anstrengendes Wochenende liegt hinter uns, aber auch ein Wochenende mit sehr großen Erfolgen! Damit Ihr "live" dabei sein könnt, hier der gesamte Bericht.
Freitag, 17.04.2009
4.00 Uhr - Mein Mann (Buschi) und ich (leider von
einer schlimmen Grippe geplagt) stehen auf, alle nötigen Sachen für die OP sind
schon seit längerem fertig gepackt.
5.30 Uhr - Wir machen uns vollbeladen auf den Weg
nach La Yagua.
7.45 Uhr - Als erstes fahren wir runter an den
Strand. Dadurch, dass wir ja immer wieder die Strandhunde gefüttert haben, sind
viele nicht mehr so scheu und wir können einige sofort anleinen. Bei zwei
kleinen Hündinnen versagen aber auch die Bestechungsversuche mit Leckerchen -
da kommen uns die am Strand lebenden Dominikaner zu Hilfe und es gelingt ihnen
die ängstlichen Mäuschen einzufangen. 8 Hündinnen werden bei Negrito - einem
lieben und langjährigen Freund von uns - angebunden, 2 Hündinnen bei Alberto -
dem Fischer. Futter bekommen sie nun keines mehr, denn vor der OP müssen sie 24
Stunden nüchtern sein. Wasserschüsseln stellen wir ihnen noch hin.
9.20 Uhr - Ich beschließe zwei
"Ersatz-Hündinnen" zu suchen, denn von den vorgesehenen erwachsenen
Hündinnen sind alle trächtig und ich weiß nicht genau, ob der Tierarzt alle
operieren kann... Fündig werden wir ein bisschen weiter zum Dorf hin. Dort
leben bei einer sehr armen aber tierlieben Dominikanerin insgesamt 6 Hunde,
fünf davon Hündinnen. Gabriela freut sich sehr, dass wir ihre Hündinnen
kastrieren wollen.
10.30 Uhr - Wir fahren zur Klinik um den für die OP
vorgesehenen Bereich gründlich zu putzen. Da die Klinik direkt an der
Hauptstraße nach Puerto Plata liegt und wir in dem überdachtem aber offenen Hof
arbeiten werden, spannen wir eine große Plane um den OP-Tisch vor Staub, Dreck
und Abgasen zu schützen. Alles nicht so ideal, aber immerhin hat die Klinik
fließendes Wasser und Strom - eine Seltenheit in dem Dorf...
14.00 Uhr - Zurück zum Strand - wir kontrollieren,
ob noch alle Hunde angebunden sind und ob es ihnen gut geht. Ausgiebige
Streicheleinheiten werden verteilt und wir versuchen die verängstigten Hunde so
gut wie möglich zu beruhigen. Wie sollen sie auch verstehen, dass sie
angebunden sind, wo sie doch sonst frei umhertollen...
16.00 Uhr - Total verdreckt und müde kommen wir bei
deutschen Freunden an, die uns für das Wochenende beherbergen. Und nicht nur
das, wir werden bekocht und verwöhnt - einfach wunderbar! Danke an Ingrid und
Gerd für die ganze Mühe, sie haben damit auch einen großen Anteil am Gelingen
der OP-Aktion geleistet!
20.00 Uhr - Buschi fährt noch mal kurz zu den
Hunden um nun auch die Wassernäpfe zu entfernen, eine letzte Kontrolle zu
machen und den Mäusen eine gute Nacht zu wünschen. Ich versuche derweil mit
einer Vitamin-C-Bombe (1/2 l frisch gepressten Orangensaft) meine Grippe in den
Griff zu bekommen...
Samstag, 18.04.2009
5.00 Uhr - Die Nacht war die Hölle, Hustenanfälle
und die Aufregung vor der OP haben mich kaum schlafen lassen. Die arme Ingrid
steht extra so früh auf und verwöhnt uns noch mit einem schnellen Frühstück.
6.00 Uhr - Auf zur Klinik. Wir holen einen
Schreibtisch, der uns als OP-Tisch dient, und einige Wartestühle. Während ich
alles einrichte, fährt Buschi zum Strand und holt die ersten Patienten ab.
Negrito und seine Tochter helfen ihm dabei. Jeder Ankömmling wird von mir
gewogen und bekommt Fieber gemessen, die Daten werden auf einem Kärtchen am
Halsband befestigt. Zur Vorbereitung bekommen alle ein homöopathisches Mittel,
das hilft die Anästhesie und die OP besser zu verkraften.
8.00 Uhr - Nach zwei Fuhren sind alle 10 Hündinnen
da und startklar für die OP. Kurz darauf kommt Angel July De La Cruz - der
dominikanische Tierarzt aus Sosua. Als Assistenten hat er seine zwei Söhne (11
und 14 Jahre) mitgebracht - die drei sind ein eingespieltes Team und wir haben
schon einige Aktionen zusammen gemacht. Buschi hilft bei der Narkose und beim
Rasieren, ich bereite das OP-Besteck vor und schon können wir mit der ersten
kleinen Hündin beginnen.
12.00 Uhr - Wir schaffen bis zur Mittagspause 7
Hündinnen (6 junge und eine erwachsene). Angel arbeitet super konzentriert und
ohne Pause durch, seine Söhne wechseln sich beim assistieren ab und ich kümmere
mich um die Nachsorge bei jedem Hund, d.h. die Hunde werden umgebettet,
gereinigt, die Wunde mit Salbe versorgt, ein weiteres homöopathisches Mittel
wird verabreicht, die Ohren werden untersucht und gesäubert, danach werden sie
geimpft und zugedeckt. So können sie in Ruhe die Narkose ausschlafen.
12.30 Uhr - Negritos Frau hat für uns alle gekocht,
Buschi holt das Essen und die zwei Ersatzhunde, denn bei dem Tempo schaffen wir
alle 12 Hündinnen! Ein super Ergebnis!!!
13.30 Uhr - Die ersten Patienten sind schon wach,
die restlichen werden operiert. Fünf der sechs erwachsenen Hündinnen sind
schwanger und das mit vielen Welpen - insgesamt können wir diesen 39 Welpen ein
hartes und gefährliches Leben auf der Straße ersparen...
16.00 Uhr - Unser Auto wird zur
Tier-Ambulanz umfunktioniert. Negrito und Alberto nehmen je drei von den
kleinen Hündinnen auf den Schoß, die zweite Fuhre machen wir mit vier von den
großen. Eigentlich mögen es Dominikaner gar nicht, Hunde auf dem Schoß zu
haben, aber die beiden haben wir schon ganz gut "umerzogen" und
Alberto sagte sogar: "Schau Dir die drei Kleinen an - sie sehen aus wie
Engel." Das aus einem dominikanischen Mund ist etwas ganz Besonderes! Der
liebe Negrito hat sich bereit erklärt sein "Esszimmer" (ein Verschlag
aus Ästen, mit einem Blechdach) als Krankenstation für die Hunde zur Verfügung
zu stellen. Da es nach Regen aussieht, ziehen wir rundherum noch Planen, damit
die Frischoperierten nicht nass werden und auch vor Wind geschützt sind. Die
letzten beiden Hündinnen bringt Buschi zu Gabriela zurück. Da ihr Haus nur
dreckigen Lehmboden hat, dürfen die Hunde in das "Badezimmer" (ein
leerer kleiner Raum) - dort gibt es einen Zementboden den wir mit dicker Pappe
und Tüchern auslegen. Gabrielas dominikanische Rumpel-Waschmaschine wird davor
gestellt und dient als Türersatz...
Schnell wird noch die Klinik wieder klar Schiff gemacht, schließlich wollen wir einen
guten Eindruck hinterlassen um weitere Kastrations-Aktionen dort durchzuführen.
18.30 Uhr - Erschöpft, verschwitzt, dreckig aber
sehr glücklich über das gute Gelingen, erreichen wir das Haus von Ingrid und
Gerd, wo wir wieder herzlich empfangen werden und erneut ein wunderbares
Abendessen serviert bekommen. Wir schlafen mit dem Gedanken an unsere Patienten
ein - hoffentlich habe auch sie eine ruhige Nacht...
Sonntag, 19.04.2009
6.00 Uhr - Eigentlich eine unchristliche Zeit um an
einem Sonntag aufzustehen, aber uns zieht es zu den Mäusen.
7.30 Uhr - Die zwei ängstlichen Kleinen sind in der
Nacht wieder ausgebüchst, aber Alberto hat sich schon auf den Weg gemacht um
sie zu suchen. Von allen anderen werden wir freudig begrüßt - Gott sei Dank
geht es allen gut. Wir machen das Bettenlager sauber, gehen mit allen Gassi und
nun endlich dürfen sie auch wieder etwas Fressen und Trinken. Dafür haben wir
Reis mit viel Huhn und Gemüse ganz weich gekocht - die Patienten brauchen
Schonkost... Ich mische noch etwas Vitamin-Elektrolyte-Lösung unter und in
Null-Komma-Nix sind alle Näpfe leer! Alle Wunden werden kontrolliert und mit
Creme versorgt, danach gehen 8 zurück in Negritos "Clinica Azul"
(Blaue Klink - weil die Planen die wir gespannt haben blau sind), 2 nimmt
Alberto zu sich mit ins Haus. Auch die zwei Hündinnen bei Gabriella werden
versorgt und unsere Freude ist groß, dass es allen so gut geht.
11.00 Uhr - Wir machen eine erneute
Versorgungs-Gassi-Runde und ich begebe mich danach wieder auf den Weg nach Las
Terrenas. Buschi bleibt vor Ort - sicher ist sicher.
15.00 Uhr - Zuhause werde ich von meinen ganzen
Monstern stürmisch begrüßt - unser Freund Thomas war so lieb und hat sich
während unserer Abwesenheit um sie gekümmert.
18.00 Uhr - Buschi macht die Abendrunde bei den
Patienten - allen geht es prima.
Montag, 20.04.2009
6.00 Uhr - Oberkrankenpfleger Buschi macht die
Morgenrunde - bei zwei der Kleinen (den dünnsten und schwächsten) sind die
Wunden ein bisschen rot und es es tritt etwas Wundflüssigkeit aus, eine andere
Kleine hat leichten Druckschmerz. Ich telefoniere von hier aus parallel mit
unserer homöopathischen Tierärztin in Deutschland und sie sagt, welche Mittel
Buschi verabreichen soll.
12.00 Uhr - Die Mittagsrunde wird gemacht - Negrito
und Alberto helfen Buschi bei allem ganz toll mit. Ich versuche derweil den
Wäschebergen Herr zu werden, Handtücher und Decken stapeln sich...
17.00 Uhr - Die homöopathischen Mittel haben super
gewirkt - auch die Wunden der drei Sorgenkinder sind jetzt in Ordnung! Alle
Patienten sind fröhlich und hungrig. Morgen früh wird entschieden, ob noch der
ein oder andere Patient in der Clinica Azul bei Negrito bleibt, oder ob alle in
die Freiheit entlassen werden können. Für die Kleinste ganz scheue versuche ich
eine Familie zu finden. Sie wird am Strand keine glückliche Zukunft haben,
dafür kann sie sich nicht genug durchsetzen...
Dienstag, 21.04.2009
6.30 Uhr - Der Tag der Entlassung! Buschi
hat alle Mäuse nochmals kontrolliert. Nur beim kleinen und dünnen Reh (das auf
dem Foto "Erste vorsichtige Schritte") tritt erneut etwas
Wundflüssigkeit auf, die Wunde ist aber nicht rot oder offen. So bleibt sie
noch ein paar Tage unter Beobachtung bei Negrito. Alle anderen sind in die
Freiheit entlassen worden. Bei Alberto und Negrito haben wir einen großen Sack
Trockenfutter gelassen und sie werden 3 x täglich die Hunde füttern und
gleichzeitig die Wunden im Auge behalten. Sollten noch irgendwelche
Komplikationen auftreten, stehen wir mit Negrito im telefonischen Kontakt und
können zur Not schnell hinfahren um einzugreifen.
Nach so kurzer Zeit sind selbst aus den anfänglich scheuen Hunden, zutrauliche und
verschmuste Schätzchen geworden. Und einige Strandanwohner haben jetzt ein viel
besseres Verhältnis zu den Tieren aufgebaut - ein weiterer positiver
Nebeneffekt der Aktion. Es haben schon einige Dominikaner aus dem Dorf bei uns
angefragt, ob wir auch ihre Hündinnen kastrieren können - sobald wieder einige
Spenden eingegangen sind, werden wir die nächste Aktion starten. Auch Angel,
der Tierarzt, hat sich gerne bereit erklärt weiter zu helfen. Mein Traum wäre
es, alle drei Monate 10 Hündinnen zu kastrieren, dann könnten wir in absehbarer
Zeit die Situation der Hunde von La Yagua grundlegend und langfristig zum
Positiven verändern. Bitte helft alle mit diesen Traum zu verwirklichen und aus
La Yagua das Dorf der glücklichen und gesunden Hunde zu machen...
Und hier noch ein paar Fakten für diese
Kastrations-Aktion (Kosten pro Hündin):
OP inkl. Medikamenten und Impfung 55,-
Euro, Futterkosten pro Hund 8,- Euro
Also haben wir 756,- Euro von den
Spendengeldern für die gesamte Aktion verwendet.
Alle Nebenkosten wie Benzingeld, Essen für das Team, eine kleine Spende für das
Krankenhaus von La Yagua etc. haben wir aus eigenen Mitteln bestritten.
Allen Spendern und Helfern eine ganz herzliches Dankeschön – lasst uns gemeinsam an einer besseren Zukunft für die Dominikanischen Hunde arbeiten, jeder dieser liebenswerten Geschöpfe hat diese Chance verdient.
Es grüßen ganz herzlich aus Las
Terrenas/Samana
Miriam
und Buschi (der sich heute auf den Rückweg macht)
PS: Die nächste Kastrations-Aktion wird ab dem 5. Mai 2009 in Bavaro/Punta Cana stattfinden. Dafür fliegt Tierfreundin Karin extra aus Deutschland ein um dies zu realisieren. Ich werde von hier aus mein Bestes tun um die Aktion vorzubereiten und helfend zu begleiten. Sobald wir wissen, um wie viel Hündinnen es sich handelt, wird einen Teil der Kosten auch durch Spendengelder finanziert.
1. Kastrations-Aktion in Las Terrenas
Liebe Tierfreunde,
nicht nur in Deutschland wollte der Winter nicht enden – nein, auch hier war der Winter lang, d.h. wir hatten sehr viel Regen, teilweise mit heftigen Überschwemmungen und Nachts fiel die Temperatur auf "eisige" 16°C. Das waren keine idealen Voraussetzungen um Straßenhunde zu kastrieren.
Aber nun wird das Wetter besser und so haben wir mit der ersten (kleinen) Kastrations-Aktion gestern, am Samstag den 4. April, begonnen. Es wurden zwei Hündinnen und ein Rüde aus Las Terrenas operiert.
Hasi und Flacetita (Mutter und Tochter) leben bei einem Dominikaner. Leider ist er Alkoholiker, kümmert sich überhaupt nicht um seine Tiere und so sind sie eigentlich nur alleine und auf der Straße. Sabine, eine deutsche Tierfreundin die selber schon drei Straßenhunde adoptiert hat, kümmert sich immer um die beiden.
So haben wir beschlossen, auch die beiden zu kastrieren, so haben sie wenigstens vor den Rüden Ruhe und können das wenige Futter was sie finden/bekommen für sich behalten und nicht immer noch mit ihren Welpen teilen.
Die Fotos sind kurz nach der OP gemacht – Sabine wird sich bis zu Hasis und Flacetitas vollständiger Genesung um sie kümmern und ich werde in ca. 10 Tagen die Fäden ziehen und die beiden dann später auch impfen.
Einer anderen deutsche Tierfreundin, Nicole, wurde eine ihrer Hündinnen (auch eine ehemaliger Straßenhund) vergiftet. Kurz danach bekam sie einen Welpen über den Zaun ihres Grundstücks geworfen – leider eine verbreitete Art sich seiner "überflüssigen" Tiere zu entledigen. Boomer blieb bei Nicole, da sie aber sonst nur Hündinnen hat – vier an der Zahl, alle kastriert – und die es gar nicht mögen, wenn ein Rüde sie besteigt, haben wir Boomer jetzt auch kastriert. Die Kosten dafür hat Nicole aber selber übernommen – die Spendengelder gehen nur an Straßenhunde oder an Hunde von armen Dominikanern!
Am 18. April startet dann die nächste Aktion – 10 Hündinnen in dem Dorf La Yagua. Ich habe jetzt schon immer Futter zu ihnen gebracht um sie etwas aufzupäppeln und auch um eine Vertrauensbasis zu schaffen, entwurmt habe ich sie auch alle. Für den OP-Tag konnte ich sogar eine paar tierliebe Dominikaner gewinnen, die uns helfen werden. Auch wird die Aktion von dem dortigen Bürgermeister unterstützt, wir dürfen in dem örtlichen Krankenhaus (nicht mehr als zwei Räume mit einem Dach...) operieren – ein wirklich großes Zugeständnis der Gemeinde, denn normalerweise dürfte ein Tier NIEMALS in ein Menschen-Krankenhaus...
Da ich nun vermehrt Anfragen um Hilfe für die Region Punta Cana bekomme – Punta Cana ist von uns aus eine Tagesreise entfernt, und Autofahren ist hier wirklich Stress pur... – habe ich beschlossen auch dort zu helfen. Wenn auch nicht persönlich vor Ort, dann wenigstens mit der Organisation und mit Spendengeldern. Dazu werde ich einen gesonderten Bericht schreiben, der auch Kontaktdaten enthält, damit Ihr vor Ort mithelfen könnt. Bin gerade dabei für Anfang Mai eine Kastrations-Aktion mit weiteren 10 bis 12 Hündinnen vorzubereiten.
Vielen Dank, dass Ihr so großzügig gespendet habt – macht bitte weiter so, damit wir helfen können die teils sehr traurigen Tierschicksale in Happy Ends zu verwandeln...
Es grüßt herzlich aus
Las Terrenas/Samana
Miriam Busch
Zwischenbericht
Liebe Tierfreunde,
vielen lieben Dank für Eure großzügigen Spenden. Dank Eurer Hilfe können wir jetzt 15 Hündinnen kastrieren – das bedeutet ca. 100 Welpen pro Jahr weniger!!!
Das Dorf, welches wir für die Kastrationsaktion ausgesucht haben, heißt La Yagua und liegt an der Nordküste, allerdings weit weg von den touristischen Zentren. La Yagua hat etwa 1.800 Einwohner, alles sehr arme Dominikaner, die von der Hand in den Mund leben und keine geregelte Arbeit haben. Grundsätzlich sind sie dort recht gut zu ihren Tieren, da es sich um eine ländliche Gegend handelt und Tiere zum Alltag gehören. Aber da diese Menschen kaum selber satt werden (Hauptnahrungsmittel sind Reis und Bohnen), bleibt natürlich für die Hunde gar nichts übrig und so sehen die armen Geschöpfe dann auch aus: nur Haut und Knochen!
Ein gutes Beispiel dafür ist die Strandhündin Clara. Sie hat vor ca. 3 Monaten fünf Welpen bekommen, nur zwei haben die ersten Wochen überlebt. Vier weitere Hündinnen in der Nachbarschaft haben fast gleichzeitig auch geworfen. Da diese Hündinnen aber noch weniger Milch als Clara hatten, wurde Clara (gezwungener Maßen) die Ersatzmutter aller Welpen. Insgesamt haben nur neun Welpen überlebt und Clara kümmert sich sehr liebevoll um alle. Die Welpen sind leider sehr unterentwickelt für ihr Alter und einige haben durch den starken Flohbefall krankhafte Hautveränderungen.
Wir haben erst mal die Strandhunde und die Welpen entwurmt und mit Frontline (Anti-Floh-Mittel) behandelt und regelmäßig Futter gebracht, um vor allem die Hündinnen für die bevorstehende Kastration etwas aufzupäppeln. Im Februar werden wir dann, durch einen dominikanischen Tierarzt aus Sosua, die Kastration durchführen lassen und auch versuchen, so viel Hunde und Welpen (wie es uns finanziell möglich ist) zu impfen.
Auch werden wir versuchen, ein paar Rüden zu kastrieren, die ihr klägliches Dasein als Kettenhund fristen. Die Rüden werden an der Kette gehalten, damit sie nicht weglaufen um hinter läufigen Hündinnen her zu sein. Die Ketten sind oft kürzer als 1 m, der Hund hat keinerlei Möglichkeiten vor Regen, Sturm oder Hitze Schutz zu suchen und liegt oft in seinen eigenen Exkrementen. Und natürlich wird so ein armes Wesen irgendwann aggressiv und völlig verhaltensgestört.
Kettenhund – eine Kastration kann ihn von der Kette erlösen und ihm ein freies, artgerrechtes Leben ermöglichen!
Dann hatten wir noch ein sehr trauriges Schicksal. Ein Dominikaner brachte mir vormittags einen ca. 7 Wochen alten Welpen – mehr tot als lebendig - mit blutig-wässrigem Durchfall und schon völlig dehydriert.
Als ich die Temperatur messen wollte, zeigte das Thermometer gar nichts an; d.h. die Temperatur war unter 32° gesunken, normal wäre bei einem Welpen 38,5°...
Dank meiner sehr hilfsbereiten Tierärztin aus Deutschland (wir telefonierten im 30-Minuten-Takt), konnten wir die Temperatur mit homöopathischen Mitteln auf 37,6° steigern und auch dem kleinen Wesen wieder etwas Reaktionsvermögen entlocken. Brühe und ein Multi-Vitamin-Präparat mit Elektrolyten und Mineralien wurde alle 20 Minuten teelöffelweise verabreicht. Unsere Hoffnung war groß, die kleine Foxi durchzubringen. Doch nach 17 Stunden verschlechterte sich der Zustand dramatisch und der Kampf wurde aussichtslos. Wir gaben ihr ein letztes Mittel welches ihr half, sanft und schmerzlos in den Armen meines Mannes einzuschlafen.
Es war 4.00 Uhr morgens als Foxi ihre Augen für immer schloss.
Bitte helft weiter, das Schicksal der dominikanischen Hunde zu verbessern – wir sind Euch dafür sehr dankbar.
Es grüßt herzlich
Miriam Busch